Wie realistisch ist das Raketenabwehrsystem in "A House Of Dynamite" auf Netflix? Jetzt spricht das US-Verteidigungsministerium!
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

In „A House Of Dynamite“ heißt es, die Abfangraketen sollen eine Erfolgsquote von 61% erbringen. Eine durchaus bedenkliche Zahl, geht man einmal vom Ernstfall aus. Aber bildet der Film hier die Wahrheit ab? Das Pentagon hat nun Stellung bezogen.

In „A House Of Dynamite“ tritt der schlimmste Fall ein: Eine Rakete, die auf das amerikanische Festland zusteuert, könnte ganz Chicago dem Erdboden gleichmachen. In der Netflix-Produktion von Kathryn Bigelow („Detroit“) heißt es, dass die Abfangraketen eine Erfolgsquote von 61 Prozent beim Abschuss ankommender Sprengköpfe besitzen. Eine Zahl, die durchaus Sorgen bereitet, da – wie es auch im Film heißt – quasi ein Münzwurf über Leben und Tod entscheidet.

Doch entsprechen diese 61 Prozent tatsächlich der Wahrheit? Ein Memo von Pentagon-Vertretern, also dem US-Verteidigungsministerium, hat sich nun genau mit diesem Punkt auseinandergesetzt und deutlich gemacht, dass „A House Of Dynamite“ falschen Annahmen folgt. In dem Schreiben, das dem Branchenmagazin Deadline vorliegt, heißt es, dass die Trefferquote der US-Abfangsysteme schon seit über zehn Jahren bei 100 Prozent liegt.

A House Of Dynamite
A House Of Dynamite
Starttermin 9. Oktober 2025 | 1 Std. 52 Min.
Von Kathryn Bigelow
Mit Rebecca Ferguson, Idris Elba, Greta Lee
User-Wertung
3,4
Filmstarts
4,0
Im Stream

Genau die richtige Diskussion

Das Memo betont außerdem, dass das Raketenabwehrprogramm in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden solle. Aktuell verfügen die Vereinigten Staaten über rund 44 bodengestützte Abfangraketen, die an den Standorten Alaska (Fort Greely) und Kalifornien (Vandenberg Space Force Base) stationiert sind.

Diese sogenannten Ground-Based Interceptor (GMD) werden von der Erde aus gestartet, um feindliche Flugkörper, Marschflugkörper und ballistische Raketen abzufangen. Sie erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 27.500 km/h. Ab 2028 sollen etwa 40 weitere Next-Generation-Interceptors in Betrieb genommen werden.

Am Sonntag äußerte sich Drehbuchautor Noah Oppenheimer bei MSNBC zu den Aussagen des Pentagon und widersprach den Vertretern respektvoll. Gleichzeitig betonte er: „Ich begrüße die Diskussion. Ich bin froh, dass das Pentagon sie verfolgt hat oder verfolgt und ihr Aufmerksamkeit schenkt. Genau das ist die Diskussion, die wir führen wollen.“

Kathryn Bigelow hat von Anfang an dafür gesorgt, dass das Pentagon nicht aktiv an „A House Of Dynamite“ beteiligt wird, um die künstlerische Unabhängigkeit des Projekts zu wahren. Gleichzeitig gab sie an, dass mehrere technische Berater, die zuvor im Pentagon gearbeitet haben, in die Produktion involviert waren. Also niemand, der in Verbindung mit der aktuellen Regierung steht.

Ob „A House Of Dynamite“ in allen fachlichen Details nun exakt der Realität entspricht, sei an dieser Stelle wohl dahingestellt. Unstrittig ist jedoch, dass der Film seine Wirkung nicht verfehlt. Besonders das Ende, über das sich viele Netflix-Nutzer*innen aufgeregt haben, ist in Wahrheit wirklich grandios. Warum, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Das Ende von "A House Of Dynamite" verärgert das Netflix-Publikum – dabei sind die letzten Minuten genial!
facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren