Es sollte eigentlich die Rolle werden, mit der Sydney Sweeney („Wo die Lüge hinfällt“) bei den kommenden Academy Awards ein ernstes Wort mitzureden hätte: Im Biopic „Christy“ verkörpert sie die amerikanische Profiboxerin Christy Martin – eine Pionierin des Frauenboxsports, die sich später offen zu ihrer Homosexualität bekannte und heute als engagierte Fürsprecherin für LGBTQ+-Rechte gilt. Doch anstatt eines Triumphs erlebte der Film ein Desaster: „Christy“ floppte an den Kinokassen massiv und auch die Kritiken fielen alles andere als begeistert aus.
Gegenwind von Ruby Rose!
Nun bekommt Sweeney zusätzlich Gegenwind – und zwar von einer prominenten Schauspielkollegin. Ruby Rose, bekannt aus „John Wick: Kapitel 2“ und „Orange Is The New Black“, äußerte auf Threads scharfe Kritik an der Besetzung der Hauptrolle:
„Das originale Christy-Martin-Drehbuch war unglaublich. Es war lebensverändernd. Ich sollte Cherry spielen. Jeder hatte Erfahrungen mit dem Kernmaterial. Die meisten von uns waren tatsächlich gay. Das ist ein Teil davon, warum ich in der Schauspielerei geblieben bin. Rollen zu verlieren passiert ständig. Dass ihre PR über den Flop spricht und sagt, Sydney Sweeney habe es für die ‚Menschen‘ getan. Niemand von ‚den Menschen‘ möchte jemanden sehen, der sie hasst und vorgibt, wie wir zu sein. Du bist ein Idiot und hast den Film ruiniert. Punkt. Christy hat Besseres verdient.“
Der Ärger von Ruby Rose scheint auch mit den angeblichen politischen Überzeugungen von Sydney Sweeney zusammenzuhängen. Verschiedene Medien berichteten im Sommer, Sweeney habe bei den US-Präsidentschaftswahlen im Juni 2024 ihre Parteizugehörigkeit als republikanisch angegeben. Die Republikanische Partei steht bekanntlich für konservative Werte – und vertritt in vielen Fällen eine stark ablehnende Haltung gegenüber der LGBTQ+-Community. Sweeney selbst bestätigte oder dementierte dies nie.
Wie Quellen gegenüber dem Branchenblatt Variety erklärten, war Ruby Rose allerdings nie offiziell an der Produktion von „Christy“ beteiligt – zumindest nicht in der Phase, in der die Produktionsgesellschaft Black Bear den Film übernahm. Vermutlich bezieht sich Rose auf eine deutlich frühere Version des Projekts, das später komplett neu aufgesetzt wurde. Eine andere Quelle bestätigte gegenüber Variety, dass Rose ursprünglich die Rolle von Christys Highschool-Freundin übernehmen sollte – ebenfalls lange bevor Black Bear mit an Bord kam.
Sydney Sweeney verteidigt "Christy"
Sydney Sweeney selbst reagierte auf den Misserfolg und die Kritik mit einem emotionalen Statement auf Instagram: „Wir machen nicht immer Kunst für die Zahlen, sondern für den Einfluss. Und ‚Christy‘ ist das einflussreichste Projekt meines Lebens. Dieser Film steht für Überleben, Courage und Hoffnung. […] Wenn Christy auch nur einer einzigen Frau den Mut gegeben hat, ihren ersten Schritt in Richtung Sicherheit zu machen, dann haben wir unser Ziel erreicht.“
Einen deutschen Kinostart hat „Christy“ bislang nicht. Ab dem 15. Januar wird Sydney Sweeney jedoch wieder auf der großen Leinwand zu sehen sein – im Thriller „The Housemaid – Wenn sie wüsste“. Den Trailer dazu könnt ihr euch nachfolgend anschauen: