„Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba Infinity Castle - Teil 1“ und „Chainsaw Man - The Movie: Reze Arc“ haben zuletzt nicht nur am globalen Box Office die ohnehin schon hohen Erwartungen pulverisiert, sondern auch in Deutschland die Kinocharts dominiert. Das ist in dieser Form noch nie zuvor einem Anime (abseits der ersten „Pokémon“-Filme) gelungen und zeigt, dass der weltweite Siegeszug des Genres auch hierzulande offensichtlich nicht mehr aufzuhalten ist.
Jetzt stellt sich nur die Frage, ob davon wie in den beiden oben genannten Filmen ausschließlich Kino-Ableger von ohnehin populären TV-Serien profitieren – oder ob in Zukunft auch originär für die große Leinwand entwickelte Anime-Stoffe eine (bedeutend) größere Zuschauerschaft anlocken können. Ein erstes Indiz dafür dürfte das Ergebnis von „Scarlet“ liefern, wenn das bildgewaltige Fantasy-Epos am 5. März 2026 dann auch hierzulande in den Kinos anläuft.
Einer der ganz großen seines Fachs
Schließlich zählt der Anime-Auteur Mamoru Hosoda zu den namhaftesten Blockbuster-Regisseuren des Genres. Allerdings haben seine bisherigen Filme wie „Das Mädchen, das durch die Zeit sprang“, „Der Junge uns das Biest“ oder der oscarnominierte „Mirai - Das Mädchen aus der Zukunft“ zwar im Rest der Welt ordentlich Reibach gemacht, in Deutschland aber lediglich ein Anime-Fan-Nischenpublikum erreicht. Aber wenn ihm auch hierzulande noch der Durchbruch in den Animations-Mainstream gelingen sollte, dann wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt …
… zumal er dazu auch den passenden Film im Gepäck hat, der mit seiner Mischung aus mittelalterlichem Shakespeare-Märchen und gigantomanischer Afterworld-Fantasy auch ein europäisches Publikum ansprechen dürfte.
Darum geht’s in "Scarlet"
Der gütige König Amulet (gesprochen von Masachika Ichimura) strebt um jeden Preis Frieden an und ist zu Kompromissen bereit. Sein machthungriger Bruder Claudius (Kôji Yakusho) lässt ihn jedoch wegen Hochverrats von vier Henkern hinrichten. Amulets letzte Worte gehen im Lärm der Menge unter und sind für seine Tochter, Prinzessin Scarlet (Mana Ashida), unverständlich. Als Scarlet ihren Onkel zur Rede stellt, wird auch sie durch Gift ermordet.
Der Großteil von „Scarlet“ spielt nach dem Tod der Protagonistin, als sie in der Otherworld erwacht. In dieser Zwischenwelt begegnen sich die Toten verschiedener Jahrhunderte, bevor sie sich auflösen oder die Ewigkeit erreichen. Scarlet ist nur an Rache für ihren Vater interessiert, bis sie den Rettungssanitäter Hijiri (Masaki Okada) aus der heutigen Zeit trifft. Seine stets hilfsbereite und streng pazifistische Art bringt Scarlet zunehmend zum Nachdenken…
FILMSTARTS kennt "Scarlet" bereits
Wir haben „Scarlet“ übrigens bei seiner Weltpremiere auf dem Filmfest Venedig bereits gesehen. Das Fazit unserer offiziellen FILMSTARTS-Filmkritik lautet: „Ein ebenso bildgewaltiges wie eingängiges Pazifismus-Plädoyer, das zwar motivisch eher in bekannten Märchen- und Dark-Fantasy-Gefilden fischt und deshalb auch nicht an die besten Filme von ‚Summer Wars‘-Mastermind Mamoru Hosoda heranreicht, dafür aber mit einem absoluten Banger-Song als die Jahrhunderte überwindendes Ohrwurm-Centerpiece aufwartet.“
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