Früher durften Kinderfilme noch anarchisch sein. Aber inzwischen ist die pädagogische Korrektheit oft wichtiger – und das drückt mitunter ganz gewaltig auf die Spaßbremse. Eine seltene Ausnahme ist „Lucy ist jetzt Gangster“, in dem das wohl freundlichste und hilfsbereiteste Mädchen der Stadt eine Bank überfällt. Natürlich propagiert der Film keine Kleinkriminellen-Karriere für Zehnjährige – aber Regisseur Till Endemann geht auch nicht in jeder Szene auf Nummer sicher, stattdessen darf sich der große Coup in „Lucy ist jetzt Gangster“ durchaus frech, rebellisch und manchmal sogar ein klitzekleines bisschen gefährlich anfühlen.
So viel Spaß hatte ich in den letzten Jahren selten bei Kinderfilmen – und trotzdem ist „Lucy ist jetzt Gangster“ mit „nur“ 114.000 Besucher*innen bei seinem Kinostart weit hinter dem, was er eigentlich verdient hätte, zurückgeblieben. Aber jetzt gibt es – zumindest mit Kindern im passenden Alter (sechs bis zehn) – eigentlich keine Ausrede mehr, denn ab heute gibt es „Lucy ist jetzt Gangster“ erstmals im Abo von Amazon Prime Video (und damit für alle Prime-Abonnent*innen ohne Zusatzkosten):
Darum geht's in "Lucy ist jetzt Gangster"
Die Grundschülerin Lucy Pagano (gespielt von den Zwillingen Valerie und Violetta Arnemann) packt nach Schulschluss gern in der Eisdiele ihrer Eltern Pietro (Kostja Ullmann) und Nadine (Franziska Wulf) mit an – denn sie weiß ganz genau, welche Sorte welchen Kunden bzw. welche Kundin glücklich macht. Aber dann geht die Eismaschine kaputt und die Reparatur können sich ihre Eltern einfach nicht leisten. Der Eisdiele droht die Schließung.
Das mit dem Nicht-leisten-Können hat auch damit zu tun, dass die örtliche Bank keinen Kredit herausrücken will. Und so schmiedet Lucy einen radikalen Plan: Sie will sich vom allseits gefürchteten Klassenrowdy Tristan (Brooklyn Liebig) zum Gangster ausbilden lassen – und dann die Bank überfallen, so richtig mit Skimaske und so. Nicht einmal ihre beste Freundin Rima (Lisa Marie Trense) kann die ansonsten so superliebe Lucy von ihrer Idee noch abbringen...
Die wichtigste Frage – und ihre eklige Antwort – zum Schluss
„Lucy ist jetzt Gangster“ ist nicht nur spannend, sondern – zumindest so lange die Eismaschine noch funktioniert – auch verdammt lecker! Aber in dieser Hinsicht sollte man auf den Blick hinter die Kulissen womöglich besser verzichten: Denn wie die Filmemacher*innen bei einer Fragerunde nach der Premiere verrieten, war das Eis am Set gar kein Eis. Das würde nämlich viel zu schnell schmelzen. Stattdessen kam eingefärbter Frischkäse zum Einsatz – und so wird aus „Oh, wie lecker!“ ganz schnell „Igitt, bleib mir bloß weg damit!“
Und wenn ihr wissen wollt, was neben „Lucy ist jetzt Gangster“ diesen Monat noch alles bei Amazon Prime Video erscheinen soll – voilà:
Neu auf Amazon Prime Video im Dezember 2025: Ein Videospiel-Hit geht weiter & ein ganz neuer Blick auf Silvester-Klassiker "Dinner For One"