Wenn es um Regisseure geht, die das Action-Genre nicht nur virtuos beherrscht, sondern es zugleich nachhaltig geprägt haben, führt kein Weg an James Cameron vorbei. Der „Titanic“-Macher hat mit Filmen wie seinen „Terminator“-Teilen, „Aliens – Die Rückkehr“ oder auch „True Lies“ gleich mehrere Meilensteine geschaffen, die bis heute hervorragend funktionieren und Filmemacher*innen auf der ganzen Welt maßgeblich beeinflusst haben.
Doch würde James Cameron selbst so weit gehen, einen seiner eigenen Filme als den BESTEN Actionfilm aller Zeiten zu bezeichnen? Kürzlich war der „Avatar“-Regisseur zu Gast in der Talkshow von Stephen Colbert – und genau diese Frage wurde ihm dort gestellt: Welcher ist für ihn persönlich der beste Actionfilm? Camerons Antwort kam prompt: „Außer meinen? Nein, ich kenne die Antwort. Es ist ‚Stirb langsam‘. Richtig? ‚Stirb langsam‘. Der beste One-Liner, der beste Bösewicht-Tod, der beste Weihnachtsfilm.“
Ein Action-Meister feiert ein Action-Meisterwerk
Exklusiv ist diese Wahl nicht – aber warum sollte sie es auch sein? „Stirb langsam“ von John McTiernan („Predator“) gilt völlig zu Recht als eines der größten Action-Meisterwerke der Filmgeschichte. Der Film prägte das Actionkino nachhaltig und etablierte den Trend des verletzlichen Einzelkämpfers, der sich scheinbar aussichtslosen Situationen stellen muss, wie kaum ein anderer Titel zuvor. Vor allem in den 1990er-Jahren folgten zahllose Nachahmer, darunter Filme wie „Alarmstufe: Rot“ oder „Sudden Death“, die das bewährte Konzept in variierter Form aufgriffen.
Doch auch über diese direkte Welle von Epigonen hinaus ist der Einfluss von „Stirb langsam“ bis heute deutlich spürbar. Viele moderne Actionfilme orientieren sich nach wie vor an der klaren Dramaturgie, den ikonischen Figuren und der ausgewogenen Mischung aus Spannung, Humor und handgemachter Action, die McTiernans Klassiker auszeichnet.
So sehr „Stirb langsam“ inzwischen als unumstrittener Meilenstein des Genres gilt und sich hervorragend dafür eignet, immer wieder neu entdeckt zu werden, gibt es dennoch prominente Stimmen, die mit dem Film wenig anfangen konnten. Zu ihnen zählt ausgerechnet eine andere Action-Legende: Clint Eastwood. Der „Dirty Harry“-Star hatte seine ganz eigenen Probleme mit „Stirb langsam“. Warum Eastwood dem Klassiker kritisch gegenüberstand, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ich verstehe den Humor nicht": Clint Eastwood weigerte sich, in einer der legendärsten Action-Reihen aller Zeiten mitzuspielen