Während des Zweiten Weltkriegs fanden im Pazifik einige weltberühmte und verheerende Schlachten statt, nicht zuletzt auf dem Wasser. Neben der See- und Luftschlacht im Golf von Leyte, an der mehr als 200 000 Menschen beteiligt waren, hat sich vor allem die Schlacht um Midway ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Die USA versenkten im Juni 1942 bei den Midwayinseln vier japanische Flugzeugträger. Es war der entscheidende Wendepunkt im Pazifikkrieg, fortan waren die Japaner in der Defensive.
Der US-Filmemacher und -Drehbuchautor Jack Smight („Giganten am Himmel“) setzte diesen Ereignissen 1976 mit seinem Kriegsfilm „Schlacht um Midway“ ein filmisches Denkmal. Und das mit Erfolg: Nicht zuletzt dank eines beachtlichen Staraufgebots wurde „Schlacht um Midway“ in jenem Jahr zum sechsterfolgreichsten Kinofilm in Deutschland. Mit über 1,5 Millionen Zuschauer*innen rangierte er noch vor unvergesslichen Meisterwerken wie dem Thriller-Klassiker „Der Marathon Mann“ und Richard Donners einflussreichem Horror-Kult „Das Omen“! Doch heute, im Jahr des 50-jährigen Jubiläums von „Schlacht um Midway“, erinnert sich fast niemand mehr an diesen bahnbrechenden Kriegsfilm. Das ändern wir mit diesem Beitrag!
Das ist "Schlacht um Midway"
Die Japaner haben es auf die strategisch wichtigen Midway-Inseln abgesehen, die rund 2500 km von Hawaii entfernt auf dem offenen Meer liegen. Sie erhoffen sich ein zweites Pearl Harbor und begeben sich mit einer riesigen Flotte an Kriegsschiffen zum einsamen Atoll. Dort, mitten im nördlichen Pazifik, treffen amerikanische und japanische Truppen aufeinander. Doch da die US-Marinestreitkräfte rechtzeitig vom japanischen Invasionsplan erfahren haben, sind sie im Vorteil – und schlagen die Japaner in einem vernichtenden Überraschungssieg.
„Schlacht um Midway“ zeichnet sich in erster Linie durch die bereits erwähnte Stardichte aus, die die Massen in die Kinos lockte. Mit Robert Mitchum („Fluss ohne Wiederkehr“), James Coburn („Der Gejagte“), Charlton Heston („Ben Hur“) und Henry Fonda („Die zwölf Geschworenen“) traten einige der zur damaligen Zeit populärsten und renommiertesten Hollywood-Stars in Smights Film auf.
Auf der Höhe der Zeit
Mitte der 70er-Jahre befand sich der Katastrophenfilm-Hype dank bildgewaltiger Event-Blockbuster wie „Flammendes Inferno“ und „Erdbeben“ (beide von 1974) auf dem Höhepunkt. Aufwendig inszenierte, epische Filme, bei denen die Kinobesucher*innen so richtig mitfiebern konnten, waren in Mode und riesige Kassenschlager. Smight passte sich dem Zeitgeist an, ritt auf dieser Welle und bot den Zuschauer*innen genau das: Handwerklich makellos inszenierte Kriegsaction und Drama pur, noch dazu straff und ohne Längen erzählt.
Zudem ging es in dem nur vier Millionen Dollar teurem Kriegs-Epos, das sich um eine weitestgehend neutrale Darstellung der Geschehnisse bemühte, authentisch zu. Um diesen hohen Grad an Realismus zu erreichen, griff Smight auf originale Farbaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Und so sehen wir in „Schlacht um Midway“ neben inszenierten Gefechten eben auch etliche echte Kriegsmomente und Kampfhandlungen aus dem Zweiten Weltkrieg, darunter Meer- und Seegefechte, Flakfeuer und abstürzende Flieger. Hinzu kamen nie verwendete Szenen aus älteren Kriegsfilmen, darunter der Klassiker „Tora! Tora! Tora!“, der sechs Jahre zuvor den japanischen Angriff auf Pearl Harbor thematisierte.
Warum der von gleich vier (!) Regisseuren inszenierte „Tora! Tora! Tora!“ bis heute zu den besten – und realistischsten – Kriegsfilmen zählt, erfahrt ihr hier:
Einer der realistischsten Kriegsfilme aller Zeiten: Er gewann einen Oscar und wurde von gleich vier (!) Regisseuren realisiert!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.