Der in der ehemaligen Sowjetunion gedrehte Spionagethriller „Das Russland Haus“ (1990) gehört zu den eher vergessenen Filmen in der Karriere von 007-Ikone Sean Connery. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von John le Carré, ist er vor dem Hintergrund der Perestroika angesiedelt. Connery spielt den britischen Verleger Barley Blair, der von der Russin Katya (Michelle Pfeiffer) brisante Militärdokumente zugespielt bekommt – und so unfreiwillig zwischen die Fronten des Kalten Krieges gerät...
Der von Regisseur Fred Schepisi („Roxanne“) inszenierte Film war eine der ersten großen Hollywood-Produktionen, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs an Originalschauplätzen in Moskau und Leningrad gedreht wurden. Die Dreharbeiten erstreckten sich über drei Monate – und sollten vor allem Michelle Pfeiffer nachhaltig prägen.
Denn schon bald zeigte sich die heute 67-Jährige regelrecht schockiert über den Umgang mit den einheimischen Komparsen. Während das westliche Filmteam angesichts der eisigen Temperaturen mit warmen Mahlzeiten versorgt wurde, erhielten die russischen Statist*innen überhaupt nichts zu essen. Grund dafür war eine sowjetische Vorschrift, die es westlichen Produktionen untersagte, lokale Extras zu verpflegen.
Michelle Pfeiffer verließ das Set – aber konnte nichts ausrichten
In einem Interview mit Esquire gab der „Batmans Rückkehr“-Star zu Protokoll: „In einem Land, in dem es kaum Lebensmittel und nicht einmal Seife gab, mussten sie zusehen, wie wir dampfende Teller mit Spaghetti aßen.“ (via Far Out Magazine) Pfeiffer zog schließlich Konsequenzen aus dieser Ungerechtigkeit – und verließ das Set. Sie wollte erst zurückkehren, wenn die Komparsen ebenfalls versorgt würden.
Die sowjetische Filmkommission ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken, obwohl Pfeiffer damals zu den größten Hollywood-Stars überhaupt zählte. Der „Scarface“-Darstellerin wurde erklärt, dass die Regeln unumstößlich und Ausnahmen kategorisch ausgeschlossen seien. Da sie einen Vertrag zu erfüllen hatte, kehrte sie also zum Drehort zurück – wenn auch höchst widerwillig.
„Ich habe in dieser Nacht kein Auge zugetan“, erinnert sich Pfeiffer. „Es war extrem belastend. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich wirklich verstanden, wie Menschen einfach aufgeben können. Ich war nur sechs Wochen in Russland. Aber allein von Punkt A nach Punkt B zu kommen, war eine echte Tortur. Selbst um nach Hause zu gelangen, musste man mit dem Taxifahrer verhandeln.“
Wusstet ihr eigentlich, dass sowohl Pfeiffer als auch Connery einen der größten Thriller aller Zeiten abgelehnt haben? Connerys Beweggründe erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Er fand es ekelhaft": Sean Connery hat einen der besten Thriller aller Zeiten abgelehntEin ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.