Vor 30 Jahren tauchte ihr Gesicht auf Dutzenden Veröffentlichungen auf, weil der Film gemeinfrei war – später wurde sie zur bestbezahlten Schauspielerin Hollywoods
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Im Jahr 1987 gab sie ihr Schauspiel-Debüt – in einem Billigreißer, an den wohl niemand je wieder gedacht hätte, wenn sie später nicht zum Superstar geworden wäre. Hier erfahrt ihr, um welche Oscar-Preisträgerin es geht.

Shapiro Entertainment

Am 26. Juli 1964 wurde, soweit nichts Ungewöhnliches, in Arlington, Virginia ein kleines Mädchen geboren. Da ihre Mutter am dortigen Staatstheater auftrat, verbrachte sie ihre ersten zwölf Lebensjahre aber überwiegend in Nürnberg und wuchs mit der deutschen Sprache auf. Wohl niemand dürfte damals geahnt haben, dass dieses Mädchen eines Tages einen Oscar gewinnen sowie 2010 und 2014 zur bestbezahlten Schauspielerin Hollywoods werden würde!

Bereits in ihrer Schulzeit nahm sie regelmäßig an Theateraufführungen teil, und nach ihrem Highschool-Abschluss begann sie ein Schauspiel-Studium an der East Carolina University. Dieses brach sie aber letztlich ab, um lieber in New York praktische Erfahrungen zu sammeln – was zunächst erst einmal bedeutete, sich in zahlreichen zwielichtigen Kneipen als Barkeeperin über Wasser zu halten. Spannen wir euch nicht länger auf die Folter: Die Rede ist von Sandra Bullock!

Mit diesem Film begann Sandra Bullocks Karriere

1987 hatte die heute 61-Jährige schließlich Glück – und sie wurde von dem dänischen Regisseur J. Christian Ingvordsen für den Billig-Actionthriller „Hangmen“ engagiert, in dem ein Mann ein geheimes Einsatzkommando innerhalb der CIA ausschalten muss. Bullock gab ihr Leinwand-Debüt als Lisa Edwards, die Freundin des Sohnes des Protagonisten und späteres Entführungsopfer.

Hangmen
Hangmen
1 Std. 28 Min.
Von J. Christian Ingvordsen
Mit Rick Washburn, Keith Bogart, Sandra Bullock

Der Film war sowohl kritisch als auch kommerziell ein absoluter Flop, doch als Bullock Mitte der 1990er-Jahre dank Hits wie „Demolition Man“, „Speed“ oder „Während du schliefst“ berühmt geworden war, wurde der Film auf VHS wiederveröffentlicht – mit ihrem Namen und Gesicht als Zugpferd.

Für eine gewisse Zeit handelte es sich bei „Hangmen“ sogar um einen sogenannten Public-Domain-Titel, sodass im Prinzip jeder die Möglichkeit hatte, ihn selbst herauszubringen und so von der Bekanntheit der vermeintlichen Hauptdarstellerin zu profitieren. Aus diesem Grund waren zwischenzeitlich Dutzende Editionen auf dem Markt. Sämtliche DVD-Versionen (natürlich allesamt mit ihrem Foto auf dem Cover) sind zurzeit aber vergriffen.

Bullock war übrigens nicht sofort der große Erfolg beschieden – ihre nächste Rolle spielte sie erst zwei Jahre später in einem Fernsehfilm namens „Bionic Showdown: The Six Million Dollar Man And The Bionic Woman“, und auch im Anschluss musste sie mit kleinen bis mittelgroßen Parts in TV-Serien und aus guten Gründen längst vergessenen Filmen vorlieb nehmen. Erst zu Beginn der 1990er-Jahre nahm ihre Karriere mit Werken wie dem Thriller „Spurlos“ endlich Fahrt auf – und der Rest ist Geschichte!

2010 gelang Bullock übrigens das seltene Kunststück, sowohl mit einem Oscar (für „Blind Side – Die große Chance“) als auch mit einer Goldenen Himbeere (für „Verrückt nach Steve“) ausgezeichnet zu werden. Wie ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt, ist sie damit in bester Gesellschaft:

Erst Schmähpreis, dann Goldstatue: Diese 3 Stars haben am selben Wochenende einen Oscar und eine Goldene Himbeere gewonnen

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.

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