Auf stolze 60 Karrierejahre kann Regie-Legende Ridley Scott mittlerweile zurückblicken. Wie kaum ein anderer Filmemacher hat er dabei die Erzählweisen unterschiedlichster Genres geprägt. Zu seinem beeindruckenden Werk zählen Filme wie „Blade Runner“, „Gladiator“, „Thelma & Louise“, „Black Hawk Down“ und „Der Marsianer“.
Einen echten Meilenstein im Science-Fiction-Genre setzte Scott jedoch bereits 1979 mit dem erst zweiten Film seiner Karriere: „Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“. Schon damals hatte der Regisseur dabei eine sehr klare Vorstellung davon, wie der Science-Fictioner auszusehen habe – und um diese Vision kompromisslos umzusetzen, griff er auch zu teils drastischen Maßnahmen.
Hohe Erwartungen am "Alien"-Set
Ridley Scotts Umgang mit seinen Darsteller*innen konnte man keineswegs als herzlich bezeichnen. Er hatte die Angewohnheit, sie bewusst im Unklaren darüber zu lassen, was passieren würde, wenn die Kameras liefen. Berühmt-berüchtigt ist in diesem Zusammenhang die legendäre Chestburster-Szene, in der Kane, gespielt von John Hurt, während des Essens plötzlich zu husten beginnt, sich krampfartig windet und schließlich das auglose, wurmartige Wesen mit spitzen Zähnen aus seinem Brustkorb hervorbricht.
Scott wollte, dass die Schauspieler*innen in diesem Moment echtes Entsetzen empfinden. Deshalb zeigte er ihnen vorher weder, wie der Baby-Xenomorph genau aussehen würde, noch warnte er sie vor der enormen Menge an Blut, die zum Einsatz kommen sollte.
Veronica Cartwright, die Lambert spielte, erinnerte sich in einem Interview mit Empire (via FarOutMagazine): „Als sie uns endlich hinunterbrachten, befand sich das gesamte Set in einer großen Plastiktüte, alle trugen Regenbekleidung und überall standen riesige Eimer herum. Der Formaldehydgeruch verursachte automatisch Übelkeit.“ Auch Yaphet Kotto, der Parker verkörperte, schilderte die Situation: „Wir fragten uns alle, was zum Teufel da vor sich ging. Warum sieht uns die Crew so an, wie sie uns gerade ansieht? Warum tragen sie Plastikschilde?“
Beim Dreh wurde schließlich mit einer Maschine Kunstblut mit solcher Wucht abgeschossen, dass es Cartwright direkt ins Gesicht traf – sie fiel vor Schreck und Entsetzen sogar in Ohnmacht. Kotto erklärte später: „Das haben wir nicht kommen sehen. Wir waren total erschrocken. Die Schauspieler hatten alle Angst.“ Laut dem ausführenden Produzenten Ron Shusett soll Kotto so fassungslos und wütend gewesen sein, dass er in sein Zimmer ging und mit niemandem mehr sprechen wollte.
So heftig Ridley Scotts Methoden auch waren, am Ende haben sie sich ausgezahlt und zu einem absoluten Filmklassiker geführt. Für die FILMSTARTS-Community ist „Alien“ sogar der beste Horrorfilm aller Zeiten. Welche weiteren Titel es in die Top-10-Liste geschafft haben, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
4,58 von 5 Sternen! Das ist der beste Horrorfilm aller Zeiten – laut den deutschen Zuschauern*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.