„The Help“ spielt im Jahr 1963, mitten in der Bürgerrechtsbewegung in Jackson, Mississippi. Im Zentrum der Geschichte steht Skeeter, eine junge weiße Frau und angehende Journalistin. Sie will ein Buch schreiben, das aus der Perspektive schwarzer Hausangestellter erzählt wird – mit dem Ziel, den Rassismus und die Ungerechtigkeiten aufzuzeigen, denen diese Frauen im Alltag beim Arbeiten für weiße Familien ausgesetzt sind.
Der Film von Regisseur Tate Taylor, in dem unter anderem Emma Stone, Jessica Chastain und Bryce Dallas Howard mitwirkten, feierte große Erfolge. Bei der 84. Verleihung des wohl wichtigsten Filmpreises überhaupt, erhielt das Drama 2012 gleich vier Oscar-Nominierungen – unter anderem eine als Bester Film und eine für die Hauptdarstellerin Viola Davis. Doch einige Zeit später gestand die Amerikanerin, die fünf Jahre später den Academy Award als beste Nebendarstellerin in „Fences“ erhalten sollte, dass sie es bereue, überhaupt an dem Projekt mitgewirkt zu haben.
"Ich habe das im Film nie gehört"
In „The Help“ verkörperte Viola Davis die Rolle der Hausangestellten Aibileen Clark. Einige Jahre später äußerte sie sich selbstkritisch über den Film. In einem Interview mit der New York Times im Jahr 2018 erklärte sie offen: „Habe ich jemals Rollen gespielt, die ich bereue? Ja – und ‚The Help‘ steht auf dieser Liste“. Dabei stellte sie jedoch klar, dass sich ihr Bedauern nicht auf die Dreharbeiten oder ihre Kolleginnen und Kollegen beziehe – die Zusammenarbeit sei eine bereichernde Erfahrung gewesen.
Vielmehr kritisierte Davis, dass die Stimmen der schwarzen Hausangestellten letztlich nicht ausreichend gehört worden seien: „Ich kenne […] sie. Sie sind meine Großmutter. Sie sind meine Mutter. Und wenn man einen Film macht, dessen zentrale Prämisse lautet: ‚Ich will wissen, wie es sich anfühlt, 1963 für weiße Menschen zu arbeiten und deren Kinder großzuziehen‘ – dann will ich auch wissen, wie sie selbst darüber denken. Und genau das habe ich im Film nie gehört.“
Im Jahr 2020 bekräftigte Viola Davis ihre kritische Haltung. In einem Interview mit Vanity Fair sprach sie offen darüber, dass der Film „im Filter und in der Kloake des systemischen Rassismus“ entstanden sei. Er erzähle zwar von schwarzen Erfahrungen – richte sich dabei aber klar an ein weißes Publikum. „Ein Teil von mir fühlt, dass ich mich selbst und mein Volk verraten habe“, so Davis. Sie räumte ein, die Rolle auch deshalb angenommen zu haben, weil sie sich davon einen Karriereschub erhofft hatte – eine ehrliche Reflexion über die Kompromisse, die schwarze Schauspielerinnen in Hollywood oft eingehen müssen.
Auch andere Beteiligte äußerten sich kritisch. Schauspielerin Bryce Dallas Howard, die im Film eine der wohlhabenden weißen Frauen spielt, schrieb in den Sozialen Netzwerken: „‚The Help‘ ist eine fiktive Geschichte, erzählt aus der Perspektive einer weißen Figur und erschaffen von überwiegend weißen Erzählern.“
Kritik auch von Außen
Bereits zur Veröffentlichung wurde „The Help“ vorgeworfen, dem sogenannten „White Savior“-Narrativ zu folgen: Ein Phänomen, bei dem weiße Menschen, oft aus dem Globalen Norden, glauben, sie seien dazu berufen, Menschen aus dem Globalen Süden zu retten oder ihnen zu helfen.
Ablene Cooper, die reale Haushaltshilfe, die die Autorin der Buchvorlage Kathryn Stockett zu der Figur von Viola Davis inspirierte, verklagte die Schriftstellerin bei Erscheinen des Films auf 75.000 Dollar. Sie warf ihr vor, ihr Aussehen ohne Zustimmung verwendet zu haben, und bezeichnete ihre Darstellung im Buch als beschämend. Die Klage wurde allerdings abgewiesen.
Übrigens: Richard Gere bereut sogar gleich zwei seiner größten Erfolge. Welche das sind erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel.
"Ich habe meine Karriere verpfuscht": "Pretty Woman"-Star Richard Gere bereut zwei seiner größten HitsDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels. Ein ähnlicher Artikel ist zuvor auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.