Mel Gibson war einst einer der letzten echten Sonnyboys Hollywoods: Actionheld, Oscarpreisträger, Kassengarant. Spätestens mit „Braveheart“ (1995) oder den „Lethal-Weapon“-Filmen (1987 - 1998) war er nicht nur ein Star, sondern eine Marke. Doch dieses Bild hat über die Jahre deutliche Risse bekommen – nicht wegen Flops am Box Office, sondern vor allem aufgrund zahlreicher Skandale, verbaler Entgleisungen und umstrittener Regiearbeiten wie „Die Passion Christi" (2004), die seinen Ruf nachhaltig veränderten.
Dass dieser Film nicht nur Mel Gibsons öffentliche Wahrnehmung, sondern auch private Beziehungen erschütterte, behauptet nun sein jüngerer Bruder Donal Gibson. In seinem ersten Interview über das zerrüttete Verhältnis der Brüder erhebt er schwere Vorwürfe – und macht Mel Gibson direkt für das Ende seiner eigenen Schauspielkarriere verantwortlich (via Daily Mail).
Der Bruder von Mel Gibson packt aus
Donal Gibson schildert eine Kindheit, in der die Brüder nahezu unzertrennlich waren. „Als Kinder haben wir uns ein Zimmer geteilt, wir haben alles zusammen gemacht“, sagt er. Auch später folgte Donal seinem Bruder nach Hollywood. Neid habe es nie gegeben: „Als er berühmt wurde, war ich stolz. Ich war glücklich für ihn.“
Der Bruch sei erst mit „Die Passion Christi“ gekommen. Für Mel ein gigantischer finanzieller Erfolg, für Donal der Anfang vom Ende. „Als dieser Film rauskam, ist meine Karriere den Bach runtergegangen“, sagt er rückblickend. Seine Überzeugung: Die Filmindustrie habe ihn für die Kontroversen seines Bruders mitbestraft. „Ich glaube, ich wurde auf die schwarze Liste gesetzt. Die Leute dachten, Mel sei antisemitisch – also dachten sie, ich sei es auch.“
Für viele ist Donal Gibson lediglich „der Bruder von“. Tatsächlich arbeitete er jedoch lange selbst im Filmgeschäft. Er hatte kleinere Rollen in Filmen wie „Ludwig van B. - Meine unsterbliche Geliebte“ (1994), war als Synchronsprecher tätig und wirkte an Animations- und TV-Produktionen mit. Auch mit seinem drei Jahre älteren Bruder arbeitete er mehrfach zusammen, unter anderem in „Braveheart“, der für das deutsche Publikum übrigens einer der besten Oscar-Filme aller Zeiten ist:
4,72 von 5 Sternen! Das ist der beste Film der Oscar-Geschichte – laut den deutschen ZuschauernGeld, Enttäuschung und der endgültige Bruch
Die Eskalation begann laut Donal mit Geldfragen. Während Mel Gibson durch „Die Passion Christi“ über Nacht hunderte Millionen Dollar verdiente, kämpfte Donal ums finanzielle Überleben. Er bat seinen Bruder mehrfach um Unterstützung – und wurde abgewiesen. „Er sagte mir: ‚Deine Probleme sind deine eigenen‘“, erinnert sich Donal.
Diese Aussage traf ihn besonders hart. „Andere Familien halten zusammen“, sagt er und verweist auf die Hemsworth-Brüder als Gegenbeispiel. Statt Solidarität habe er Ablehnung erlebt. Mel habe ihm sogar geraten, seinen Nachnamen zu ändern, wenn dieser zum Problem geworden sei.
Parallel dazu schildert Donal eine zunehmende Veränderung im Verhalten seines Bruders. Wutausbrüche, Stimmungsschwankungen, lange Phasen eisigen Schweigens. „Der Ruhm hat ihn verändert. Der Mel, den ich kannte, war plötzlich weg“, sagt er. Besonders nach der Scheidung von seiner langjährigen Ehefrau Robyn habe sich diese Entwicklung verschärft.
Öffentliche Skandale wie die Trunkenheitsfahrt 2006 mit antisemitischen Ausfällen oder später geleakte Tonaufnahmen hätten die Situation weiter verschlimmert. „Hollywood ist eine Ein-Industrie-Stadt“, sagt Donal. „Als Mel explodiert ist, war meine Arbeit von einem Tag auf den anderen weg.“ Agenten meldeten sich nicht mehr, Angebote blieben aus.
Scharfe Kritik an Mel Gibson und seinen Jesus-Filmen
Heute arbeitet Donal Gibson als Künstler, hofft aber auf eine Rückkehr zur Synchronarbeit. Seine Frau ist die Hauptverdienerin, die Ehe habe die vergangenen Jahre nur mit Mühe überstanden. „Wir stecken seit fast 20 Jahren in der Hölle“, sagt er offen.
Auslöser für Donals öffentliches Auftreten ist die kommende Fortsetzung von "Die Passion Christi" mit dem Originatitel „The Resurrection Of The Christ“ (erste Details dazu gibt es hier). Religiöse Filme sieht er äußerst kritisch: „Sie schaffen keine Einheit. Sie erzeugen Angst, Wut und Spaltung.“ Schon damals habe er seinen Bruder vor den Konsequenzen gewarnt. „Man muss kein Genie sein, um zu wissen, dass ein Film über den Tod Jesu als antisemitisch wahrgenommen werden kann.“ Trotz aller Vorwürfe betont Donal, dass er seinen Bruder weiterhin liebt. „Ich weiß nur nicht mehr, wer er ist“, sagt er. Sein Wunsch: Versöhnung, Ruhe, Frieden.
Während einer Phase in ihrem Leben, in dem sich Mel und Donal Gibson noch verstanden haben, übernahm Donal sogar eine Rolle seines Bruders in einem Sequel zu einem Blockbuster-Hit aus den 1990er-Jahren. Mehr dazu im folgenden FILMSTARTS-Artikel.
In diesem Abenteuer wurde Mel Gibson durch seinen Bruder ersetzt: Es ist die Fortsetzung zu einem der größten Kino-Hits der 90er!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.