Mehrere Hollywood-Schwergewichte stritten sich um die Rechte an Tobe Hoopers legendärem Horror-Klassiker „Texas Chainsaw Massacre“ alias „Blutgericht in Texas“. Netflix wollte sie genauso erwerben wie „Yellowstone“-Erfolgsmacher Taylor Sheridan oder „Get Out“-Horror-Spezialist Jordan Peele. Schon im September 2025 konnten wir aber unter Bezugnahme auf einen Insider-Bericht von Jeff Sneider vermelden, dass ein gemeinsames Angebot von Indie-Studio A24, Regisseur und Autor J.T. Mollner („Strange Darling“), Erfolgsproduzent Roy Lee („ES“) sowie Superstar Glen Powell („The Running Man“) den Zuschlag bekommen wird.
Wir mussten das damals allerdings einschränken. Alle anderen Interessenten waren ab dem Zeitpunkt zwar aus dem Rennen, doch die genauen Vertragsdetails mit A24 und Co. mussten noch geklärt werden, bevor final Vollzug gemeldet werden kann. Jetzt ist aber dies erfolgt. Wie Hollywoods Branchenmagazine übereinstimmend berichten, liegen die Rechte an „Texas Chainsaw Massacre“ jetzt bei A24 – und dort hat man direkt Pläne für zwei (!) Projekte.
Neuauflage Nr. 1: eine "Texas Chainsaw Massacre"-Serie
Die bisherigen Inhaber der Rechte an der Marke rund um den originalen Co-Drehbuchautor Kim Henkel überzeugte nicht nur das finanzielle Angebot, sondern auch J.T. Mollners Idee für eine „Texas Chainsaw Massacre“-Serie. Folgerichtig soll diese auch direkt in Angriff genommen werden.
Mollner wird als Regisseur und Autor die kreative Verantwortung tragen. Glen Powell wird sich auf eine Produzentenrolle neben Roy Lee beschränken. Ein Auftritt des Schauspielers vor der Kamera sei nicht geplant. Details zum Inhalt gibt es nicht.
In einer Stellungnahme via Hollywood Reporter erklärte Mollner nur: „Als mir die Idee für eine Erkundung dieser Welt in Langform kam, sah ich darin einen frischen Zugang, um die bestehende Folklore zu ehren und darauf aufzubauen. Es ist der einzige Weg, wie ich es machen wollte – und ich kann mir keine besseren Partner für dieses Konzept vorstellen als A24. Das ist wirklich eine Ehre.“
Neuauflage Nr. 2: ein neuer "Texas Chainsaw Massacre"-Film – aber ohne Mollner
Der erwähnte „frische Zugang“ ist der Grund, warum Mollner beim zweiten Projekt von A24, einem Film-Remake, nicht dabei ist. So erklärt er in der bereits zitierten Stellungnahme: „Ich habe öffentlich gesagt, dass ich nicht daran interessiert bin, perfekte Filme neu zu verfilmen, und das Original von ‚The Texas Chain Saw Massacre‛ ist ein perfekter Film. Ich habe so viel Ehrfurcht vor Tobe Hooper und Kim Henkel, weil sie etwas Mutiges, Grenzüberschreitendes und wahrhaft Wegweisendes geschaffen haben, das bis heute als Goldstandard für Horror gilt.
Trotz Mollners Bedenken brachten wir bereits im September 2025 die Möglichkeit ins Spiel, dass das mit „Hereditary“, „Midsommar“ oder zuletzt „Bring Her Back“ schon deutlich das Horror-Genre prägende Indie-Studio auch einen neuen „Texas Chainsaw Massacre“-Film machen könnte. Laut dem Hollywood Reporter ist genau das der Plan.
Das übrige Produktionsteam um Roy Lee sowie Glen Powell ist auch an Bord des geplanten Films. Dazu beteiligt sich an diesem noch die mit Geld aus den Vereinigten Arabischen Emiraten agierende Produktionsfirma ImageNation („Snitch“, „Contagion“). Das Filmprojekt soll aber noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium sein. Schließlich ist hier noch nicht mal bekannt, ob schon an einem Drehbuch gearbeitet wird.
"Texas Chainsaw Massacre" erklärt: Ein legendäres Horror-Franchise
Der originale „The Texas Chainsaw Massacre“ aus dem Jahr 1974 von Regisseur Tobe Hooper ist einer der einflussreichsten Horrorfilme aller Zeiten. Inspiriert von realen Verbrechen rund um Serienkiller Ed Gein wird hier auf eine bis dahin kaum gekannte Mischung aus dokumentarischer Rohheit, nihilistischer Gewalt und sozialem Kommentar gesetzt. Obwohl vergleichsweise wenig explizit gezeigt wird, entwickelt der Film durch seine dreckige Ästhetik, das fiebrige Sounddesign und die ikonische Figur Leatherface eine verstörende Intensität, die das Horrorkino nachhaltig veränderte und das Slasher-Genre maßgeblich mitprägte. Das funktioniert auch heute noch erstklassig. Dem von Mollner geäußerten „Goldstandard für Horror“ kann der Autor dieser Zeilen nur beipflichten, der von keinem anderen Horrorfilm so gefesselt wird.
Die Intensität des Originals rief aber gerade in Deutschland immer wieder die Behörden auf den Plan. Erst 1978 kam es zur deutschen Kinoveröffentlichung und diese war direkt stark gekürzt. 1982 folgte dann trotz bereits erfolgter Kürzungen noch die Indizierung, 1985 gab es sogar die Beschlagnahmung einer Veröffentlichung des Films, 1993 eine weitere. Damit war der Verkauf dieser Versionen in Deutschland lange Zeit verboten. Dem Einsatz des deutschen Heimkino-Labels Turbine ist es zu verdanken, dass es 2011 – und damit 29 Jahre nach der ersten Indizierung – im Rahmen längerer Auseinandersetzungen vor Gericht zur vollständigen Rehabilitierung des Films in Deutschland kam.
Die „Texas Chainsaw Massacre“-Reihe selbst entwickelte sich währenddessen zu einem der langlebigsten und zugleich unbeständigsten Horror-Franchises. Zahlreiche Fortsetzungen, Reboots und Neuinterpretationen versuchten, den Mythos immer wieder neu zu definieren – und scheiterten nach überwiegender Ansicht meist. Womöglich wird sich das dieses Mal ändern. Zumindest Mollners Ansatz, mit einer Serie eine andere Richtung einzuschlagen, macht erst einmal neugierig.
Wann die beiden Neuauflagen erscheinen, ist aktuell noch nicht bekannt. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass die Serie uns zuerst erreichen wird. Schließlich wurde im Hintergrund schon an dieser gearbeitet und es gibt mindestens ein ausgearbeitet Konzept. Übrigens: An den Kinokassen sorgt gerade auch ein Horrorfilm für Aufsehen. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
Er hat mehr als das 7-Fache (!) seines Budgets eingespielt: Dieser Sci-Fi-Horrorfilm ist die Kino-Sensation der Stunde