Als der spätere „Aquaman“-Regisseur James Wan und der spätere „Der Unsichtbare“-Macher Leigh Whannell 2004 ihren mit schmalem Budget produzierten Horror-Schocker „Saw“ vorlegten, ahnten sie wahrscheinlich noch nicht, WAS für ein Popkultur-Phänomen sie damit letztlich lostreten würden. Der erste Streich des perfiden Jigsaw-Killers (Tobin Bell) spielte das 100-fache (!) seiner Produktionskosten ein und ebnete damit den Weg für eine neue Halloween-Tradition: Bis ins Jahr 2010 erschien jedes Jahr verlässlich ein neuer „Saw“-Teil.
„Saw 1-7“ waren allesamt Hits, doch der Höhepunkt in Sachen Einspielergebnis wurde bereits mit Teil 3 erreicht. Der spülte 2006 nämlich stolze 165 Millionen Dollar in die Kinokassen (bei einem Budget von 10 Millionen Dollar) und ist damit der Einspiel-Spitzenreiter der Reihe. Insgesamt kommt diese übrigens auf eine Gesamtsumme von gut 1,1 Milliarden Dollar (die einem Gesamtbudget von 120 Millionen Dollar gegenüberstehen) und gehört damit zu den erfolgreichsten Horror-Franchises aller Zeiten.
Und falls ihr mal wieder Lust auf den „Saw“-Kinokassen-König habt, gibt es zwei bequeme Streaming-Möglichkeiten, wenn auch in keinem der großen Abos: „Saw III“ kann als VoD bei Amazon Prime Video gekauft oder geliehen werden. Alternativ können alle Prime-Kund*innen den Horror-Reißer dort aber auch über den zubuchbaren Channel Home of Horror schauen, bei dem es für den selben Preis wie für das Leih-VoD einen Monat lang noch zahlreiche andere schaurige Titel dazu gibt. In allen Fällen handelt es sich um die FSK-18-Fassung des Films, die allerdings – wie bei den „Saw“-Fortsetzungen meist üblich – im Vergleich zur ungekürzten US-Version an einigen Stellen entschärft wurde.
Das Ende einer Ära
„Saw III“ stellte damals auch abseits des Erfolgs eine wichtige Zäsur für das „Saw“-Franchise dar. Nicht nur gab es inhaltlich einen tiefen Einschnitt (den wir für alle, die den Film noch nicht gesehen haben, an dieser Stelle aber nicht spoilern wollen). Auch hinter den Kulissen war es in gewisser Weise das Ende einer Ära. So ist es der letzte „Saw“-Teil, bei dem das Drehbuch aus der Feder von Original-Co-Schöpfer Whannell stammt (der in einem Rückblick hier zudem erneut in seiner „Saw 1“-Rolle als Adam zu sehen ist).
Hinzu kommt, dass der von Franchise-Veteran Darren Lynn Bousman („Saw II-IV“, „Saw: Spiral“) inszenierte „Saw III“ endgültig den Ruf der Reihe als Torture-Porn-Entertainment zementierte. Noch stärker als bei Teil 2 werden hier vor allem die immer gemeineren Fallen und ihre blutigen Konsequenzen zelebriert, mit denen John Kramer alias Jigsaw seine (zunehmend blassen) Opfer quält. Das ist und bleibt Geschmackssache, bietet aber nicht zu knapp genau das, was Fans der Sequels an der Reihe lieben.
Darum geht's in "Saw 3"
Obwohl er bereits zahlreiche Menschen in allerlei fiese Apparaturen gesteckt hat, um sie vermeintlich das Leben wieder mehr schätzen zu lassen, ist John Kramer (Tobin Bell) weiterhin auf freiem Fuß. Allerdings setzt ihm sein Krebsleiden immer mehr zu. Während er selbst ans Krankenbett gefesselt ist, soll seine Schülerin Amanda (Shawnee Smith) zunehmend das Werk ihres Meisters fortführen.
Nun steht Amandas Gesellenprüfung ins Haus, wofür sie die Ärztin Dr. Lynn Denlon (Bahar Soomekh) in Jigsaws Unterschlupf verschleppt hat. Ihre Aufgabe: Sie soll den Todgeweihten am Leben halten, während zur selben Zeit neue Folterspiele ihren Anfang nehmen. Um das zu garantieren, bekommt sie eine Halskrause verpasst, die in direkter Verbindung mit Jigsaws Herzschlag reagiert. Wenn der Killer stirbt, stirbt auch Lynn.
Im Zentrum der erwähnten Spielchen steht derweil der verbitterte Vater Jeff (Angus Macfadyen), der die Chance bekommt, sich für den Unfalltod seines geliebten Sohnes zu rächen. Jigsaw und Amanda präsentieren ihm Schlüsselpersonen, die für das Ableben mitverantwortlich sind, auf dem Silbertablett in neuen Fallen. Jeff darf über Leben und Tod entscheiden...
Kommt "Saw 11" noch?
Wirklich zu annähernd alter Form hat die „Saw“-Reihe übrigens erst 2023 mit dem jüngsten Teil „Saw X“ zurückgefunden, der Jigsaw endgültig als Hauptfigur noch mehr ins Rampenlicht rückte und damit mehr zu bieten hatte als bloß das plumpe Abspulen einer Folter-Show. Das wurde auch an den Kinokassen honoriert, sodass „Saw XI“ eigentlich schnell beschlossene Sache war.
Die Arbeit daran kam jedoch letztlich ins Stocken – bis ein neuer Deal zu den Rechten an der Reihe wieder Hoffnung aufkeimen ließ. Mehr zum aktuellen Stand erfahrt ihr im folgenden Artikel:
"Nicht nur blutig, sondern auch psychisch traumatisierend": James Wan möchte mit "Saw 11" wieder zurück zu den WurzelnDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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