Selbst einige der erfolgreichsten Hollywood-Stars haben in ihrer Karriere Situationen persönlicher Niederlagen und gewaltige Enttäuschungen erlebt – und das oft schon beim Vorsprechen für große Rollen. Legendär ist etwa das Beispiel von Leinwandikone und Kritikerliebling Meryl Streep (Rekordhalterin mit 21 Oscar-Nominierungen), die Mitte der 70er-Jahre für das „King Kong“-Remake unter der Regie von John Guillermin („Tod auf dem Nil“) vorsprach.
Streep legte sich beim Casting mit Produzent Dino De Laurentiis an nachdem er sie als „zu hässlich“ bezeichnete. Die weibliche Hauptrolle ging letztlich an Jessica Lange. Heftig ging es Mitte der 90er auch bei einem Vorsprechen zwischen Filmemacher Lee Tamahori und „Magic Mike“-Star Matthew McConaughey zu, als der spätere Oscar-Preisträger („Dallas Buyers Club“) den Regisseur sogar körperlich bedrängte. Natürlich ging die Rolle, es überrascht kaum, am Ende nicht an McConaughey.
Und auch „Blood & Sinners“-Hauptdarsteller Michael B. Jordan kennt vergeigte Vorsprechen aus eigener Erfahrung. Sein in den Sand gesetztes Casting kostete den aktuell so gefragten Schauspieler einst sogar die Rolle in einem der populärsten Franchises überhaupt!
"Mein schlimmstes Vorsprechen überhaupt"
Nach bereits erfolgreichen Engagements in US-TV-Serien („Parenthood“, „Friday Night Lights“) gelang dem damals 26-jährigen Jordan 2013 der große Durchbruch in Ryan Cooglers „Nächster Halt: Fruitvale Station“. Aufgrund seiner Leistung fand sich der Darsteller schließlich auf der „Hot List“ der gefragtesten Jungstars wieder. So riss sich plötzlich halb Hollywood um den Schauspieler – darunter auch die Macher des siebten Star-Wars-Films „Das Erwachen der Macht“. Kurz nach seinem Erfolg mit Cooglers mehrfach preisgekröntem Drama erhielt Jordan eine Einladung zum Vorsprechen für eine Rolle in J. J. Abrams lang erwartetem ersten Teil der neuen „Star Wars“-Trilogie. Doch das Casting für die Rolle des Sturmtrupplers Finn, der im Film die Seiten wechselt und sich dem Widerstand gegen das Imperium anschließt, nahm für den Schauspieler kein gutes Ende.
„Ich habe einige der Texte einfach nicht verstanden“, gestand Jordan 2021 in einem Variety-Interview. Damit bezog er sich auf die Dialogzeilen, die er für sein Vorsprechen vorab zur Vorbereitung erhalten hatte. „Wenn man für solche hochkarätigen Projekte vorspricht, sind die Texte nie wirklich konkret. Alles ist total vage und geheim.“
Da Jordan der Kontext zur Story und vor allem seiner Figur fehlte, gelang es ihm nicht, irgendeine Verbindung zu seinem Charakter oder zu einer Szene herzustellen. Dieses – im wahrsten Sinne – „Missverständnis“ spiegelte sich folglich in seiner Darbietung wider. Seine Performance habe nach eigener Aussage exakt so gewirkt, als hätte er kein Wort der vorzutragenden Dialoge verstanden. Das Casting endete damit, dass Jordan nach dem missglückten Vorspielen regelrecht aus dem Raum flüchtete. Die Rolle des Finn ging am Ende an den fünf Jahre jüngeren John Boyega („Attack The Block“).
Jordans Fazit: „Das habe ich definitiv komplett vermasselt. Ich glaube, das war mein schlimmstes Vorsprechen überhaupt.“ Letztlich schadete das vergeigte Casting Jordans Karriere, wie wir heute wissen, allerdings keineswegs. Denn schon kurz danach bekam er die Hauptrolle im (ebenfalls von Ryan Coogler inszenierten) „Rocky“-Ableger „Creed“, gefolgt von weiteren hochkarätigen Rollen in Box-Office-Hits wie den „Black Panther“-Filmen.
Der für 16 Oscars nominierte „Blood & Sinners“ war 2025 einer der größten Überraschungshits an den weltweiten Kinokassen, mit dem Jordan seinen Status als Schauspiel-Superstar ein weiteres Mal untermauerte. Es war die mittlerweile fünfte Kooperation zwischen Regisseur Coogler und seinem Lieblings-Hauptdarsteller. Diese wäre jedoch fast nie zustande gekommen, wie ihr in folgendem Artikel nachlesen könnt:
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