„Mob Land“ handelt davon, wie ganze Landstriche der noch vor wenigen Jahrzehnten so friedlich-spießig anmutenden US-Provinz durch den immer gewaltigere Ausmaße annehmenden, illegalen Handel mit Betäubungsmitteln ruiniert werden. Dabei ist das Ganze keinesfalls überdramatisiert – die dort lebenden Menschen und die völlig überforderten lokalen Gesetzeshüter werden von den Bundesbehörden meist einfach im Stich gelassen. Schließlich stehen diese landesweit noch viel größeren Problemen gegenüber.
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Authentizität statt reißerischer Action
Der in den späten 1970ern mit „Saturday Night Fever“ und „Grease“ sowie später noch einmal mit „Pulp Fiction“ zum Superstar avancierte John Travolta hat im Regie-Debüt von Werbefilmer Nicholas Maggio einen wichtigen Part inne.
Die eigentliche Hauptrolle, den Neffen von Travoltas Figur, spielt allerdings Shiloh Fernandez aus dem Horror-Hit „Evil Dead Rise“. Er verkörpert einen einfachen Mann, der durch die eben geschilderten Umstände langsam, aber sicher unter die Räder geraten ist und keinen anderen Ausweg mehr sieht, als selbst kriminell zu werden – was natürlich nicht gut enden kann.
Die handgehaltene Kamera von Nick Matthews („Saw X“) und Maggios Slow-Burn-Erzähltempo mit oft sehr lang ausgereizten Einstellungen dürften nicht allen von euch gefallen. Wer sich darauf einlassen mag, wird aber mit einem Szenario belohnt, das mehr auf Authentizität und Charaktere als auf aufwändig inszenierte Action setzt.
Ja, der Film hätte 15 Minuten vor dem Abspann enden können und wahrscheinlich sollen, aber das dürfte der Unerfahrenheit seines Machers geschuldet sein. Seid ihr bereit, über diesen Makel hinwegzusehen? Dann könnte euch „Mob Land“ durchaus auch über das Finale hinaus noch nachdenklich machen.
"Mob Land": Das ist die Story
Seit Jahren muss Kleinstadtsheriff Bodie Davis (John Travolta) machtlos zusehen, wie der skrupellose Großdealer Clayton Minor (Stephen Dorff) die einst so friedliche Ortschaft und ihre Umgebung zu seinem privaten Spielplatz macht. Mehr und mehr rechtschaffene Leute treten deshalb die Flucht an und verlassen die Gegend. Wer dafür nicht die finanziellen Mittel hat, leidet unter dem Zerfall der einst so blühenden Region.
Zwei dieser Unglücksraben sind der hoch verschuldete Trey (Kevin Dillon) und sein ähnlich verzweifelter Schwager Shelby (Shiloh Fernandez). Beide wissen nicht mehr, wie sie ihre Familien ernähren sollen. In ihrer Not überfallen sie Minors Tablettenlager und erbeuten dort eine beträchtliche Summe Bares. Der Gangsterboss lässt daraufhin Shelbys Frau und Tochter als Geiseln nehmen. Für ihre Freiheit verlangt er nicht nur die Rückgabe seines Geldes, sondern auch, dass der junge Vater sich komplett in seine Gewalt begibt …
Einen seiner größten Kinoauftritte hatte John Travolta in Diensten von Quentin Tarantino. Dabei dürfte sich vielen von euch eine Frage aufgedrängt haben:
Es ist eines der größten Geheimnisse des Kinos: Was befindet sich eigentlich in dem Koffer aus "Pulp Fiction"?*Bei diesen Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder dem Abschluss eines Streaming-Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.