"Rassistisch und creepy": "Pulp Fiction"-Star schießt gegen Quentin Tarantino
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Fasziniert und berührt werden, aber auch ein stückweit über sich selbst erfahren – darin besteht für Daniel die Magie des Kinos.

Mit seinem Kommentar zu Paul Dano brachte Quentin Tarantino kürzlich halb Hollywood gegen sich auf. Jetzt wandte sich auch Rosanna Arquette („Pulp Fiction“) gegen ihren einstigen Regisseur – allerdings aus einem anderen Grund.

Quentin Tarantino ist bekannt dafür, seine Lieblingsfilme öffentlich zu zelebrieren – und seinen Anhänger*innen sowie Filmfans im Allgemeinen damit regelmäßig spannende Empfehlungen zu geben. Zugleich nimmt der Kult-Regisseur allerdings auch kein Blatt vor den Mund, wenn er etwas auszusetzen hat. Genau das bekam vor nicht allzu langer Zeit auch Paul Dano zu spüren.

Der Charaktermime ist bekannt für Filme wie „Little Miss Sunshine“, „Prisoners“ und „The Batman“ und spielt zudem auch in „There Will Be Blood“ mit – den Tarantino (wie auch viele andere) als einen der besten Filme des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Danos Darbietung in Paul Thomas Andersons Öl-Epos kritisierte er kürzlich aber nicht nur harsch, er zog dabei auch durchaus persönlich über den Darsteller her. Nachdem der 41-jährige New Yorker zunächst Rückendeckung von vielen Fans und Kolleg*innen erhielt, die sich damit gegen den „Once Upon A Time In Hollywood“-Macher stellten, erntet dieser nun auch Kritik von einer seiner einstigen Darstellerinnen.

Rosanna Arquette kritisiert Quentin Tarantino

Rosanna Arquette, die in den 80ern mit Filmen wie „Susan… verzweifelt gesucht“ und „Die Zeit um Mitternacht“ zum Kultstar avancierte, hatte die Gelegenheit, für einen von Tarantinos ersten sowie seinen bis heute wohl berühmtesten Film vor der Kamera zu stehen: In „Pulp Fiction“ ist Rosanna Arquette als Jody zu sehen – die von Kopf bis Fuß gepiercte Ehefrau von Vincent Vegas Drogendealer Lance (Eric Stoltz).

Rosanna Arquette in Miramax
Rosanna Arquette in "Pulp Fiction".

Während sich die heute 66-Jährige allerdings bewusst darüber ist, dass sie damit Teil eines der größten Popkultur-Phänome der jüngeren Kinogeschichte ist, übt sie nun nichtsdestotrotz Kritik am Regisseur des Films: „Er ist ikonisch, ein großartiger Film auf so vielen Ebenen. Ich persönlich kann die Verwendung des N-Wortes allerdings nicht mehr ertragen – ich hasse es“, so Arquette gegenüber der britischen Times.

„Ich finde es unfassbar, dass er [Quentin Tarantino] einfach so damit durchkommt. Das ist nicht Kunst, sondern einfach nur rassistisch und creepy“, fährt Arquette fort – und schließt sich damit einer Kritik an, die sich der Filmemacher vor allem mit seinen Filmen „Jackie Brown“, „Django Unchained“ und „The Hateful Eight“ auch schon in der Vergangenheit eingehandelt hat.

Spike Lee („Malcolm X“) äußerte sich bereits vor vielen Jahren kritisch dazu. Obwohl auch er auf das Wort zurückgreife, verwende Tarantino das Wort „exzessiv“ und sei geradezu „besessen“ davon. Rückendeckung erhielt er indes von einem seiner berühmten Stammkollaborateure: Samuel L. Jackson verteidigte den Filmemacher im Gespräch mit der Times. Ihm zufolge seien die Vorwürfe unfair. „Er erzählt einfach eine Geschichte, und die Figuren reden nun mal so. Wenn Steve McQueen das Macht, ist es Kunst“, so Jackson im Jahr 2022.

Und falls ihr es nicht mitbekommen haben solltet: Vor wenigen Tagen ist mit Stephen Hibbert einer der Darsteller aus Quentin Tarantinos Kult-Meisterwerk gestorben:

Seine Rolle in Quentin Tarantinos "Pulp Fiction" ist legendär: Schauspieler Stephen Hibbert im Alter von 68 Jahren gestorben

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