"Ich bin so schlecht": Jodie Foster war sich sicher, dass dieser Film ihre Karriere zerstört – stattdessen gewann sie einen Oscar!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: vom obskuren 70er-Jahre-Horrorfilm über Kunstfilme von Chantal Akerman bis hin zum neuesten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Jodie Foster ist eine der renommiertesten Charakterdarstellerinnen Hollywoods – und zweifache Oscar-Preisträgerin. Da ist es im Nachhinein kaum vorstellbar, dass sie ausgerechnet in einem ihrer wichtigsten Filme den Tod ihrer Karriere vermutete!

Jodie Foster zählt zweifellos zu den ganz Großen in Hollywood. Bereits im Alter von zwölf Jahren begeisterte sie Publikum und Kritiker in Martin Scorseses Meisterwerk „Taxi Driver“ – und bekam dafür prompt ihre erste Oscar-Nominierung. Von da an war es natürlich nur noch eine Frage der Zeit, bis die Schauspielerin ihren ersten Goldjungen in den Händen halten würde.

1989 war es dann schließlich so weit: Mit ihrer intensiven Darstellung in „Angeklagt“ konnte sich Foster gegen Glenn Close, Melanie Griffith, Meryl Streep und Sigourney Weaver durchsetzen. Die heute 63-Jährige verkörpert in dem Justizdrama die Kellnerin Sarah Tobias, die in einer Bar zum Opfer einer Gruppenvergewaltigung wird. Der Film sorgte damals für enormes Aufsehen, da er nicht nur den Gewaltakt selbst thematisierte, sondern vor allem den anschließenden juristischen Spießrutenlauf beleuchtete: So wird im Laufe des Gerichtsprozesses versucht, Sarah aufgrund ihres angeblich provokanten Verhaltens eine Mitschuld zuzuschieben. In seiner Schilderung institutionalisierter Misogynie ist „Angeklagt“ bis heute aktuell.

Angeklagt
Angeklagt
Starttermin 23. Februar 1989 | 1 Std. 48 Min.
Von Jonathan Kaplan
Mit Jodie Foster, Kelly McGillis, Bernie Coulson
User-Wertung
3,4
Auf Paramount+ streamen

Tatsächlich war Foster damals aber alles andere als überzeugt von sich und ihrer Leistung. Als sie eine frühe Schnittfassung des Films zu Gesicht bekam, war sie sich sogar sicher, dass sie es völlig vermasselt hatte – was sicher auch daran lag, dass sie nicht die erste Wahl für Sarah Tobias war. In einem Interview mit der französischen Zeitung Le Monde erinnerte sich der „Flightplan“-Star mit folgenden Worten (via Far Out Magazine):

„Paramount wollte mich nicht für diese Rolle, und ich musste dafür kämpfen, sie zu bekommen. Ich wollte sie so sehr! Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, ich sei so schlecht, dass meine Karriere vorbei sei.“

Bekanntlich kam es völlig anders – „Angeklagt“ wurde zum Wendepunkt in Fosters Laufbahn und brachte ihr endgültig den Ruf einer begnadeten Charakterdarstellerin ein. Nur wenige Jahre später erhielt sie für ihre Rolle der Clarice Starling in „Das Schweigen der Lämmer“ ihren zweiten Academy Award, und auch als Regisseurin von Filmen wie „Nell“ konnte sie Erfolge feiern.

„Trotzdem behielt ich immer im Hinterkopf, dass alles jederzeit enden könnte“, so Foster. „Meine Mutter sagte immer, mit 40 sei es für Schauspielerinnen vorbei. Damit hatte ich mich fast abgefunden. Aber es ging weiter – mit 40, 50, 60...“

Erst 2024 bekam sie für das Netflix-Biopic „Nyad“ ihre fünfte Oscar-Nominierung, und ab dem 16. April 2026 könnt ihr Foster in der Krimikomödie „Paris Murder Mystery“ im Kino sehen. Um einen zu Unrecht vergessenen Film mit der gebürtigen Kalifornierin geht es dagegen im nachfolgenden Artikel:

Streaming-Tipp: Dieser hoch emotionale Film war einer der größten Hits der 1990er-Jahre – über 3 Millionen Zuschauer in Deutschland!

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