Vor 58 Jahren wurde Jack Nicholson auf seiner eigenen Filmpremiere verhaftet – das ist der Grund!
Louis Verheyen
Louis Verheyen
-Freier Autor
Genießt alle Facetten des Kinos und lässt sich von „Mulholland Drive“ ebenso gern verstören wie von „Call Me By Your Name“ verzaubern. Hofft immer noch wehmütig darauf, dass Richard Kelly mal wieder einen Film dreht.

Jack Nicholson gilt als einer der leidenschaftlichsten, aber auch schwierigsten Schauspieler aller Zeiten. Mit einem Polizisten verkrachte er sich sogar einmal so sehr, dass dieser ihn anschließend verhaftete – auf der Premiere seines eigenen Films!

Sony Pictures

Jack Nicholson geriet während seiner aktiven Schauspiellaufbahn nicht selten für seine exzessiven Partys in die Schlagzeilen, bei denen er gerne mal über die Stränge schlug. Auch mit dem Gesetz geriet der „Shining“-Star mehr als nur einmal in Konflikt, etwa nachdem er 1994 einen Autofahrer mit einem Golfschläger angriff.

Eine heikle Auseinandersetzung mit der Polizei hatte Nicholson aber schon Jahrzehnte zuvor auf der Premiere seines Films „Head“. Auf dieser wurde er nämlich Far Out Magazine zufolge verhaftet.

Jack Nicholsons provokante Hollywood-Satire

„Head“ dürfte wohl den wenigsten unter euch ein Begriff sein, denn die Komödie entstand noch vor Nicholsons Durchbruch zum Weltstar. In dem Film spielt der dreifache Oscar-Gewinner nicht nur sich selbst, er beteiligte sich auch am Drehbuch – und nimmt darin das Showgeschäft gnadenlos aufs Korn.

Head
Head
1 Std. 25 Min.
Von Bob Rafelson
Mit Peter Tork, Davy Jones, Micky Dolenz

Die Geschichte des Films dreht sich um die real existierende Rockband „The Monkees“. Diese war zum damaligen Zeitpunkt eigentlich für ihre Sitcom bekannt, die ebenfalls den Titel der Band trug. Mit „Head“ stellte Nicholson das familienfreundliche Image der Musikgruppe jedoch auf den Kopf und schrieb eine bissige Satire über die Gier und Kommerzialisierung der Kunstbranche.

Ebenso rebellisch wie die Themen des Films ist auch seine Machart. So handelt es sich um einen wilden Genre-Hybrid aus Abenteuerfilm, Western, Horror, Komödie und Musical. Und passend zur aufsässigen Haltung des Films haben Jack Nicholson und Co-Autor Bob Rafelson beim Marketing für einiges an Chaos gesorgt.

Auf der eigenen Filmpremiere verhaftet

Für das Marketing zu „Head“ haben sich Nicholson und Rafelson ein paar kontroverse PR-Stunts ausgedacht: Beispielsweise bedruckten sie einige der Werbeplakate nicht mit den Bandmitgliedern, sondern mit dem Marketing-Chef des Projekts – sicherlich ein Kommentar auf den starken Einfluss, den Investoren auf die Kunstindustrie haben.

Eine weitere Marketingtaktik der Drehbuchautoren bestand darin, überall, wo es ging, Aufkleber des Films anzubringen. Auf der New-York-Premiere zu „Head“ trieb es Nicholson damit aber scheinbar zu weit: Als er einem dort anwesenden Polizisten einen Aufkleber auf den Helm kleben wollte, ließ dieser ihn prompt verhaften.

"Widerlich und ekelhaft": Robert De Niro, Jack Nicholson und Nicolas Cage lehnten einen Film ab, der heute Kultstatus genießt

Trotz des provokanten Marketings schlug „Head“ allerdings keine hohen Wellen und scheiterte sowohl an der Kasse als auch in der Kritik. In den Jahren darauf gewann der Film allerdings eine kleine Anhängerschaft, die ihm bis heute seinen Kultstatus verleiht. Die Band löste sich dennoch nur kurze Zeit nach dem Misserfolg des Films auf. Und Nicholsons Karriere nahm ein Jahr später mit „Easy Rider“ erst richtig an Fahrt auf.

Übrigens: Welcher Regisseur eine ähnliche Erfahrung hatte – und unmittelbar nach seinem Oscar-Gewinn von der Polizei abgeführt wurde – erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Dieser Oscar-Gewinner wurde noch während der Preisverleihung verhaftet – das ist der Grund!

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