"Avengers 4: Endgame" kommt zurück ins Kino – und soll dabei so lang (!) und so gut (!) wie noch nie sein
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Bereits Ende 2025 kündigte Marvel an, „Avengers: Endgame“ wieder in die Kinos zu bringen. Vor dem Start im Herbst gibt es jetzt Details über zusätzliche Minuten und ein Zertifikat. Sorgen sie dafür, dass man sich den All-Time-Rekord holt?

Ab dem 24. September 2026 wird „Avengers 4: Endgame“ wieder in den deutschen Kinos laufen. Marvel will mit der Wiederaufführung offensichtlich die Vorfreude auf „Avengers 5: Doomsday“ anheizen und dem Publikum sicher auch noch mal zeigen, wo sie viele der Heldinnen und Helden das letzte Mal gesehen haben. Denn die große Welt des MCU drehte sich zwar mit einigen Filmen und Serien weiter, aber zum Beispiel eine Schlüsselfigur wie Steve „Captain America“ Rogers (Chris Evans) hatte hier ihren letzten Auftritt. An den wird „Doomsday“ anknüpfen.

Das dann im Dezember 2026 folgende „Avengers“-Abenteuer wird teilweise sogar als Sequel zu „Endgame“ bezeichnet. „Avengers 5: Doomsday“ ist zudem das erste Werk, für welches die das MCU so prägenden Regisseure Joe Russo und Anthony Russo zurückkehrten. Doch all das soll nicht allein der Grund sein, wegen dem alle Marvel-Fans bereits für den Vorgänger noch mal ins Kino gelockt werden:

Die Wiederaufführung von „Avengers 4: Endgame“ soll brandneue Minuten Bildmaterial beinhalten und damit noch länger werden. Außerdem soll es der erste Film werden, der in Kinos mit dem neuen Gütesiegel „Infinity Vision“ läuft.

Mit neuen Szenen zum erfolgreichsten Film aller Zeiten?

Im Rahmen der Kino-Messe CinemaCon kündigten Joe und Anthony Russo an, dass der ohnehin schon drei Stunden lange „Avengers: Endgame“ für die Kino-Wiederaufführung erweitert wird. Details nannten sie noch keine. Wie viele Minuten es zusätzlich geben wird, ist daher nicht bekannt. Auch nicht, wie und wo sie integriert werden. Da es sich aber um „brandneue“ Szenen handelt, geht es wohl um mehr als nur das Wiedereinbauen vorher entfernter Sequenzen.

Was wir für wahrscheinlich halten – auch wenn das reine Spekulation von uns ist: Eine richtige Abspannszene, die zu „Avengers: Doomsday“ überleitet und bereits Robert Downey Jr. in seiner neuen Rolle teasert.

Mit der Wiederaufführung nehmen Marvel und Disney auch einen Rekord ins Visier: Aktuell ist James Camerons „Avatar“ mit Einnahmen von etwas über 2,92 Milliarden Dollar der weltweit erfolgreichste Film aller Zeiten. „Avengers: Endgame“ liegt mit knapp 2,8 Milliarden Dollar nicht weit dahinter.

Gut 124 Millionen Dollar müsste die neue Kinoauswertung weltweit einbringen, um sich wieder auf den ersten Platz der All-Time-Rangliste zu schieben. Das ist für eine Wiederaufführung eine stattliche Summe, aber nicht unmöglich. Zum Vergleich: Als „Avatar“ 2021 in China und dann 2022 im Rest der Welt wieder in die Kinos kam, brachte das insgesamt 134 Millionen Dollar in die Kassen und ließ Camerons Pandora-Abenteuer am MCU-Blockbuster in dieser Rangliste vorbeiziehen.

Infinity Vision: Neues Gütesiegel für Riesen-Leinwände – als IMAX-Konkurrenz?

Dass die Leute erneut für „Avengers: Endgame“ ins Kino gehen, sollen nicht nur neue Szenen garantieren. Es wird auch der erste Film, der in Kinos laufen wird, die ein jetzt von Disney auf der CinemaCon verkündetes neues Zertifikat bekommen. Der Name ist Infinity Vision – und man kommt nicht umhin, eine gewisse Marvel-Anspielung zu vermuten.

Damit sollen Kinosäle der Extraklasse (sogenannte „Premium Large Format“-Kinos) zertifiziert werden, damit Filmfans auf einen Blick erkennen, wo sie „das aktuell größte, hellste und packendste Kinoerlebnis“ finden.

Wie Disney auf X klarstellte, muss ein Kinosaal strenge technische Auflagen erfüllen, um dieses Siegel zu erhalten:

Die Leinwände müssen besonders riesig sein. Es geht also um eine maximale Bildgröße, die das gesamte Sichtfeld ausfüllt. Es wird auf Laser-Projektion gesetzt. Statt herkömmlicher Lampen wird modernste Lasertechnik genutzt. Das sorgt für ein extrem scharfes Bild, kräftige Farben und eine deutlich höhere Helligkeit. Und natürlich spielt auch Premium-Sound eine Rolle. Der Klang kommt nicht nur von den Seiten, sondern soll einen immersiv komplett einhüllen, sodass man sich mitten im Geschehen fühlt.

Wichtig: Es werden keine neuen Kinos gebaut, sondern bestehende, außergewöhnliche Kinosäle damit ausgezeichnet, wenn sie die Anforderungen erfüllen. Aber natürlich soll es auch Kinobetreibende animieren, entsprechende Technik zu aktualisieren, um danach das Zertifikat zu bekommen.

„Avengers: Endgame“ wird der erste Film, bei dem separat auf die so zertifizierten Kinos verwiesen wird. Danach folgt „Avengers: Doomsday“ im Dezember. Sehr wahrscheinlich ist hier vor allem der letztere Start relevant. Denn bekanntlich muss Disney bei diesem auf die Premium-Kinos von IMAX verzichten. Dort wird exklusiv zunächst nur „Dune 3“ laufen, weil Denis Villeneuve seinen Film mit echten IMAX-Kameras drehte.

Das neue „Infinity Vision“-Zertifikat scheint ein Versuch zu sein, dagegen ein wenig anzukämpfen und zu sagen: Diese Kinos mit diesem Zertfikat sind genauso gut und imposant.

Angriff auf IMAX? Bisher war das nie erfolgreich!

Entsprechende Versuche, Premium-Konkurrenz-Marken zu IMAX aufzubauen, gab es gerade in der US-Kinolandschaft bereits vorher. Denn natürlich sind andere Kinos nicht glücklich darüber, dass IMAX in den Augen eines Großteil des Publikums noch einmal eine Ausnahmestellung genießt, wenn es um ein besonders gutes Erlebnis geht. Dabei gibt es auch Abspielstätten, die imposanter sind als mancher IMAX-Saal. Bisher war das trotzdem nie von Erfolg gekrönt.

Das Hauptproblem bisheriger Versuche war die fehlende Strahlkraft gegenüber der jahrzehntelang etablierten Marke IMAX. Diese ist in den Köpfen vieler Zuschauer*innen fast schon als Synonym für das ultimative Kinoerlebnis verankert. Dazu hat IMAX den Vorteil, direkten und exklusiven Einfluss auf Produktionen nehmen zu können, weil diese IMAX-Kameras verwenden und man diese in enger Zusammenarbeit mit Filmschaffenden stetig weiterentwickelt.

Das führte dazu, dass auch die Filmverantwortlichen selbst – neben Villeneuve allen voran Christopher Nolan – immer wieder die Werbetrommel für IMAX rühren. Ob Infinity Vision daran etwas ändern kann? Da der neue Versuch nicht wie vorherige Anläufe von einer Kinokette ausgeht, sondern von Disney, wo man es direkt mit dem eigenen Mega-Franchise „Avengers“ verknüpft, ist zumindest mal ein anderer Ansatz.

Übrigens wurde auf der CinemaCon auch der erste Trailer zu „Avengers: Doomsday“ gezeigt. Was es in diesem zu sehen gibt, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Das zeigt der erste richtige Trailer zu "Avengers: Doomsday": Robert Downey Jr. als Doctor Doom und Details zur Story

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