"Ich habe ihn noch nicht gesehen": Brad Pitt wollte den schlechtesten Film seiner Karriere schnell vergessen
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 34 Jahren kam der womöglich schlechteste Film von Brad Pitt in die Kinos – eine bizarre Mischung aus Real- und Zeichentrickfilm. Hier erfahrt ihr, um welchen längst vergessenen Leinwand-Flop es geht.

Die Karriere von Brad Pitt kann sich mehr als sehen lassen: In den 1990er-Jahren hat der 62-Jährige in Klassikern wie „Thelma & Louise“, „True Romance“, „Interview mit einem Vampir“, „12 Monkeys“, „Sieben“ und natürlich „Fight Club“ mitgespielt. Auch später gelang ihm wie kaum einem anderen der Spagat zwischen Blockbuster-Kino („Troja“, „World War Z“) und Kritiker-Erfolg („Babel“, „The Tree Of Life“). Doch es gibt wohl keinen Schauspieler und keine Schauspielerin mit völlig makelloser Vita – da macht auch Pitt keine Ausnahme.

Schaut man sich seine Filmografie auf der US-amerikanischen Film- und Serienplattform Rotten Tomatoes an, fällt einem direkt so mancher Titel ins Auge, der nicht sonderlich hoch in der Gunst von Fachpresse und Publikum steht – darunter das von Angelina Jolie gedrehte Beziehungsdrama „By The Sea“ (gerade mal 35 Prozent an überwiegend positiven Kritiken), Ridley Scotts starbesetzte Roman-Adaption „The Counselor“ (34 Prozent) oder der Thriller „Vertrauter Feind“ (ebenfalls 34 Prozent), bei dessen Dreh zwischen Brad Pitt und Harrison Ford übrigens ordentlich die Fetzen flogen.

Am verheerendsten hat es aber einen eher kuriosen Eintrag aus dem Jahr 1992 getroffen, der einen Kritiker-Score von nur 4 (!) Prozent aufweist – und auch die Zuschauer*innen mit 31 Prozent an positiver Resonanz nicht gerade begeistern konnte: Die Rede ist vonCool World“, einer von „Fritz The Cat“-Erfinder Ralph Bakshi inszenierten Mischung aus Real- und Animationsfilm, in der Pitt an der Seite von Gabriel Byrne („Die üblichen Verdächtigen“) und Kim Basinger („L.A. Confidential“) auftritt.

Cool World
Cool World
Starttermin 22. November 1993 | 1 Std. 41 Min.
Von Ralph Bakshi
Mit Kim Basinger, Gabriel Byrne, Brad Pitt
User-Wertung
3,0

Pitt spielt darin den jungen Polizisten Frank Harris, der in die sogenannte Cool World gerät – eine von Cartoonfiguren bevölkerte Paralleldimension. Dort soll er verhindern, dass die gezeichnete Femme fatale Holli Would (Kim Basinger) eine menschliche Gestalt annimmt und die Grenze zur realen Welt überschreitet. Als Holli dem Comiczeichner Jack Deebs (Gabriel Byrne) näherkommt, droht das Gleichgewicht zwischen Realität und Animation jedoch endgültig aus den Fugen zu geraten...

„Cool World“ ist sichtlich im Fahrwasser von „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ entstanden, der vier Jahre zuvor ein großer Erfolg war. Doch mit der längst zum Kultfilm avancierten Noir-Komödie von Robert Zemeckis konnte der Fantasy-Ulk in keiner Hinsicht mithalten.

Am internationalen Box Office schmierte „Cool World“ mit einem Einspielergebnis von gerade einmal 14,1 Millionen US-Dollar – gekostet hat er das Doppelte – böse ab. Und die Fachpresse ging, das desaströse Rotten-Tomatoes-Ergebnis hat es bereits vorweggenommen, ebenfalls hart mit dem Film ins Gericht. Kritiker-Papst Roger Ebert beispielsweise nannte ihn „zu komplex, chaotisch und hastig geschnitten.“ Er bezweifelte, dass der Regisseur dazu in der Lage sei, die Handlung wiederzugeben.

Brad Pitt äußerte sich in einem Interview mit der Chicago Tribune wie folgt zum womöglich schlechtesten Film seiner Karriere (via Far Out Magazine): „Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber mich interessant, wo genau es schiefgelaufen ist. Ich weiß, dass manche Filme funktionieren werden und manche nicht. Da spielen einfach zu viele Faktoren hinein. Es gibt keinen großen Schauspieler, der nicht auch mal einen schwachen Film gemacht hätte.“

Da hat er natürlich zweifelsohne recht! Um keinen schwachen Film handelt es sich allerdings bei einem 90er-Jahre-Thriller-Drama, in dem Pitt an der Seite von Stars wie Dustin Hoffman und Robert De Niro zu sehen ist. Warum der „Inglourious Basterds“-Star dennoch sehr unzufrieden mit seiner Leistung war, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Ich habe dem Film eher geschadet als genutzt": Mit dieser Leistung ist Brad Pitt bis heute nicht zufrieden

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