Streaming-Tipp: Wenn ihr Christopher Nolans "Die Odyssee" mochtet, müsst ihr diesen bildgewaltigen Klassiker unbedingt auch noch sehen!
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Der Blockbuster „Die Odyssee“ ist aktuell in aller Munde. Aber wusstet ihr, dass die atemberaubende Historien-Fantasy-Story schon einmal sehr aufwendig verfilmt wurde? Als Streaming-Tipp für heute empfehlen wir euch daher „Die Fahrten des Odysseus“:

Vor wenigen Tagen startete Christopher Nolans von Kinofans auf der ganzen Welt sehnsüchtig erwartetes neues Monumentalwerk „Die Odyssee“ auf unseren Leinwänden. Wir vergeben in unserer Filmkritik 4,5 von 5 Sternen. Als interessantes Ergänzungsprogramm dazu wollen wir euch heute zudem einen Klassiker nahelegen, der dieselbe Geschichte – ebenfalls mit Superstarbesetzung – schon vor über 70 Jahren erzählte: „Die Fahrten des Odysseus“ von Mario Camerini.

Die Fahrten des Odysseus“ streamen alle Abonnent*innen aktuell ohne Zusatzkosten im Flatrate-Programm von Amazon Prime Video. Wer dort kein Abo hat, kann den FSK-12-Titel an gleicher Stelle für ein paar Euro als Video-on-Demand leihen oder kaufen:

Kirk Douglas statt Matt Damon & Anthony Quinn statt Robert Pattinson

Wie Christopher Nolans „Die Odyssee“ hat auch „Die Fahrten des Odysseus“ das Antiken-Epos von Homer („Ilias“) zum Vorbild. Wer den 2026er-Blockbuster mit Matt Damon gesehen hat, wird dementsprechend viele Parallelen zum Titel von Regisseur und Co-Drehbuchautor Mario Camerini („Eine Frau für schwache Stunden“) bemerken. Der klassische Monumentalfilm kam ursprünglich 1954 (in Italien) und 1955 (in Westdeutschland und den USA) in die Kinos.

Ich persönlich hatte jedenfalls eine Menge Spaß daran, direkte Vergleiche zwischen beiden Werken anzustellen. Und das nicht nur in Bezug auf die visuelle Umsetzung und die technischen Möglichkeiten der beiden Filmemacher. Sondern auch, wie sie die Handlung für ihr jeweiliges Publikum aufbereiteten, welche Aspekte und Figuren dabei besonders im Fokus standen und welche Details der Vorlage sie vielleicht sogar bewusst ausgelassen oder verändert haben. So wurden etwa die in „Die Odyssee“ von Charlize Theron und Samantha Morton gespielten Charaktere Calypso beziehungsweise Circe in „Die Fahrten des Odysseus“ zu einer einzigen Figur zusammengefasst.

Doch auch für sich allein gesehen ist die zwar italienische, sich aber klar an Hollywood-Epen wie „Quo Vadis?“ orientierende Produktion ein beeindruckender Film. Das beginnt bereits mit der Besetzung. In der Titelrolle erlebt ihr den 1996 mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichneten Kirk Douglas. Viele von euch dürften den Vater von Michael Douglas vor allem aus den Stanley-Kubrick-Meisterwerken „Wege zum Ruhm“ und „Spartacus“ kennen.

Als Hauptantagonist stand ihm in „Die Fahrten des Odysseus“ Anthony Quinn gegenüber, der mit so unterschiedlichen Arbeiten wie „Lawrence von Arabien“, „Die Kanonen von Navarone“ und „Barabbas“ damals ebenfalls auf Geschichtsspektakel abonniert war. Quinn spielt die Rolle, die im neuen Film von Robert Pattinson grandios schmierig verkörpert.

Die Fahrten des Odysseus
Die Fahrten des Odysseus
Starttermin 8. Februar 1955 | 1 Std. 57 Min.
Von Mario Camerini
Mit Kirk Douglas, Silvana Mangano, Anthony Quinn
User-Wertung
3,2
Im Stream

Der Storyverlauf mag einige Unebenheiten und Sprünge aufweisen – was angesichts des auf nur gute 100 Minuten eingedampften Umfangs der Vorlage aber kein großes Wunder ist. Entscheidend ist, dass wir als Publikum vom Film und seinen Bildern auf das Abenteuer mitgenommen werden und deshalb auch schnell bereit sind, die oft klischeehaften Dialoge zu verzeihen. Zudem ist es erstaunlich, wie packend die mit den damaligen Mitteln umgesetzten Spezialeffekt-Szenen noch heute sind.

"Die Fahrten des Odysseus": Das ist die Story

Durch eine List mit einem riesigen hölzernen Pferd gelingt es Odysseus (Kirk Douglas), dem König von Ithaka, den Krieg um Troja für sich zu entscheiden. Im Anschluss will der Held in die griechische Heimat zurückkehren, wo seine Frau Penelope (Silvana Mangano) auf ihn wartet. Doch während des Kampfes hat er die Götter erzürnt und wird von diesen nun zur Rechenschaft gezogen. Die trojanische Priesterin Cassandra (Elena Zareschi) verflucht Odysseus und seine Getreuen, auf dass sie ewig über die Weltmeere irren mögen.

Die über das Schicksal ihres Gatten im Ungewissen befindliche Penelope hat sich daheim zahlreicher, immer dreister werdender Freier (u. a. Anthony Quinn) zu erwehren. Doch sie und ihr Sohn Telemachos (Franco Interlenghi) sind einfach nicht gewillt, die Hoffnung auf Odysseus’ Rückkehr aufzugeben. Der muss sich derweil auf seinen Irrfahrten unter anderem dem Kampf mit einem Zyklopen (Umberto Silvestri), den Gesängen der Sirenen, den niederträchtigen Avancen der Zauberin Circe (ebenfalls Silvana Mangano) und einem Besuch im Reich der Schatten stellen. Als er nach 20 Jahren endlich doch noch den Weg nach Hause findet, ist Odysseus’ Kampf allerdings noch lange nicht vorbei …

Bevor Christopher Nolan sich an die Dreharbeiten zu „Die Odyssee“ machte, musste er erst einmal etwas klären. Worum es dabei ging, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Verhandlung ausgeschlossen: Christopher Nolan hatte eine klare Bedingung für "Die Odyssee"

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.
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