Vor zwei Jahren ist Hollywood-Legende Donald Sutherland verstorben – und hat ein schier unüberblickbares Œuvre hinterlassen: Im Laufe seiner rund sechs Jahrzehnte umfassenden Karriere war der gebürtige Kanadier in mehr als 200 Film- und Serienproduktionen zu sehen!
Darunter befinden sich zahlreiche Klassiker, Kultfilme und Kino-Hits. Eine Auswahl: „Klute“ (1971), „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973), „1900“ (1976), „Die Körperfresser kommen“ (1978), „Eine ganz normale Familie“ (1980), „Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen“ (1991), „Outbreak – Lautlose Killer“ (1995), „Stolz und Vorurteil“ (2005), „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ (2012).
Wenn man sich Sutherlands ausufernde Vita aber näher anschaut, fällt schnell auf, dass der „Space Cowboys“-Star alles andere als wählerisch war. Viele seiner Filme, in denen er teils nur kleinere Nebenrollen spielte, sind aus guten Gründen längst in Vergessenheit geraten. Oder wann habt ihr zuletzt an „Die Nacht der Dämonen“ (1988), „Im Bann des Zweifels“ (1993), „Lethal Point – Zwei gnadenlose Profis“ (1995) oder „Baltic Storm“ (2003) gedacht?
Vor diesem Hintergrund ist es durchaus überraschend, dass Sutherland eine Rolle in einem der besten Thriller der 1970er-Jahre abgelehnt hat. Die Rede ist von „Beim Sterben ist jeder der Erste“, in dem vier Freunde bei einem Kanuausflug in der Wildnis zu Gejagten werden.
Auch Marlon Brando und Charlton Heston wurden für den zeitlos verstörenden, von John Boorman („Excalibur“) inszenierten Survival-Thriller angefragt – und schlugen das Angebot ebenfalls aus. Sutherland hätte die Rolle des Lewis Medlock spielen können, die schließlich Burt Reynolds übernahm. In einem Interview erläuterte der „M*A*S*H“-Mime seine Beweggründe für die Absage – und stellte unmissverständlich klar, dass ihn die verpasste Chance auch Jahrzehnte später noch verfolgte (via Far Out Magazine):
„Es ist mir peinlich, denn John Boorman ist ein brillanter Regisseur, und meine Gründe waren einfach dumm. Ich wollte nicht in einem gewalttätigen Film mitspielen. Dumm, wirklich dumm. Das bereue ich. Aber wenn ich den Film gemacht hätte, wäre mein Leben vielleicht ganz anders verlaufen. Dann wäre ich 1971 vielleicht nicht nach Saskatoon gekommen und hätte meine Frau nicht kennengelernt.“
Tatsächlich hatte Sutherland mit seiner Überlegung nicht ganz unrecht. Während Burt Reynolds durch „Beim Sterben ist jeder der Erste“ endgültig zum Superstar aufstieg, lernte Sutherland wenige Jahre später am Set des Westerns „Ferner Donner“ seine spätere Ehefrau Francine Racette kennen. Hätte er stattdessen für John Boorman vor der Kamera gestanden, hätte sein Leben womöglich eine völlig andere Richtung eingeschlagen. Trotzdem bezeichnete er die Absage noch Jahrzehnte später als eine seiner größten beruflichen Fehlentscheidungen.
In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gab es übrigens die seltene Maximalwertung von fünf Sternen für den „abgründigen, zivilisationskritischen […] Terrorfilm-Klassiker, der bis heute nichts von seiner Brisanz verloren hat.“ Und niemand Geringeres als „Shining“-Schöpfer Stanley Kubrick hat einmal gesagt, der in weiteren Rollen mit Jon Voight und Ned Beatty besetzte Film, der das Subgenre des Backwoods-Horrors entscheidend geprägt hat, enthalte die furchterregendste Szene, die er je gesehen habe. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:
"Die furchterregendste Szene, die ich je gesehen habe": Dieses verstörende Meisterwerk hat "Shining"-Regisseur Stanley Kubrick eine Heidenangst gemacht!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.