Heute Abend ohne Werbung im TV: Ein wegweisender Hit der 1980er – mitreißend, toll gespielt und preisgekrönt!
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Es ist der ernstere Urahn von „High School Musical“, „Glee“, „Victorious“ und Co.: „Fame – Der Weg zum Ruhm“ ist eine fesselnde, emotionale Mischung aus Coming-Of-Age-Drama und Musical über den Lockruf des Erfolgs. Heute läuft sie im Free-TV!

Junge Menschen an privaten Scheidewegen, voller Drang, sich mit Musik und Tanz auszudrücken: Mittlerweile ist das eine häufig bediente Teenager-Themenwelt im Disney Channel und auf Nickelodeon. Zu Beginn der 1980er wurde sie derweil in einem soghaften Mix aus schillerndem Scheinwerferlicht und rauem Schmerz (nicht nur) für junge Erwachsene aufbereitet:

Das wegweisende Coming-Of-Age-Musicaldrama „Fame – Der Weg zum Ruhm“ ist ein episodenhaftes Ensemblestück mit mitreißenden Musik- und Tanzszenen, das den berauschenden Reiz der darstellenden Künste der harten Schule des Lebens gegenüberstellt. Das Ergebnis ist ein emotionales Auf und Ab zwischen Coming Outs, (ungewollten) Schwangerschaften, häuslicher Gewalt, malerischen Liebesnächten und sexuellen Übergriffen sowie dem raschen Wechsel von Erfolg zu Misserfolg.

Heute, am 26. Juli 2026, läuft „Fame – Der Weg zum Ruhm“ ab 20.15 Uhr auf arte, darüber hinaus ist der preisgekrönte Klassiker vorübergehend in der arte-Mediathek abrufbar. Zudem könnt ihr die Regiearbeit von „Mississippi Burning“-Macher Alan Parker auf diversen Plattformen als VOD beziehen, etwa via Amazon Prime Video:

Darum geht es in "Fame"

An der New Yorker „High School Of Performing Arts“ stehen Aufnahmeprüfungen an. Unter anderem bangen Multitalent Coco (Irene Cara), der aus einem vermeintlichen „Brennpunkt“ stammende Tänzer Leroy (Gene Anthony Ray), Nervösling Montgomery (Paul McCrane) und die unter ihrer übertrieben fürsorglichen Mutter leidende Doris (Maureen Teefy) um ihre Zukunft.

Nach den Prüfungen geht es aber erst richtig los: Vier Schuljahre bringen haufenweise Konflikte, Tragödien und mal flüchtige, mal anhaltende Glücksmomente mit sich ...

Eine dynamisch geschnittene Gefühlsachterbahn

Parker, der nach „Fame“ die sozialkritische, surreale Rockoper „Pink Floyd – The Wall“ inszenierte, landete mit diesem Musical einen Volltreffer: Dem Regisseur gelang es, aus seinem jungen und teils nahezu unerfahrenen Cast glaubhafte Performances zu kitzeln. Die Darstellenden meistern den Spagat zwischen lebensechten Sorgen, Hoffnungen und Ängsten der Adoleszenz einerseits und den Erwartungen an beschwingten, dynamischen Musicaleinlagen im Schimmer des späten Disco-Glanzes andererseits.

Der vergleichsweise frenetische Schnitt hilft sicherlich, die Darbietungen in die benötigte Richtung zu schleifen. Er rückt „Fame“ zugleich visuell ganz natürlich in die hibbelige Erfahrungswelt von Jugendlichen, die von ihren sich schnell wandelnden Leben überfordert sind und noch dazu wie die Motten um die Versprechungen des Scheinwerferlichts schwirren. Für Gerry Hamblings Filmmontage erhielt „Fame“ eine Oscar-Nominierung, ebenso wie für Christopher Gores Original-Drehbuch und den Ton.

In zwei Kategorien holte sich „Fame“ sogar den begehrten Goldjungen: Für Michael Gores Originalmusik sowie für den von Michael Gore und Dean Pitchford geschriebenen Titelsong „Fame“. Ein weiteres Lied aus dem Coming-Of-Age-Musical, „Out Here On My Own“ von Michael & Lesley Gore, war ebenfalls nominiert.

Ein musikalischer Wegbereiter

„Fame“ popularisierte zudem eine moderne, an Musikvideos orientierte Weise, Musikeinlagen in Kinofilmen zu montieren, inszenieren und choreografieren. Somit ebnete der Film den Weg für „Footloose“, „Dirty Dancing“ und natürlich „Flashdance“, dessen Hit-Song „What A Feelin'“ von Irene Cara gesungen wurde. Doch „Fame“ hatte auch abseits des Hollywood-Zirkus kulturellen Einfluss: Nach diesem Überraschungserfolg kam es international zu einer Welle an Neugründungen von Schulen, die sich auf darstellende Künste fokussieren!

Somit hatte „Fame“ also doch die Auswirkung, die Produzent und Talentmanager David De Silva ursprünglich vorschwebte: Er wollte einen Film entwickeln, der freudig die Essenz dessen einfängt, was talentfördernde Schulen für Jugendliche bedeuten. Alan Parker war jedoch an den mit solchen Schulen daherkommenden Schattenseiten des Erfolgsdrucks und den allgemeingültigen Herausforderungen der Jugendjahre interessiert – und De Silva ließ ihn trotz kreativer Differenzen weitestgehend schalten und walten.

Die konkurrierenden Visionen von Produzent und Regisseur waren ein Glücksfall. Denn gerade dieses Nebeneinander von spaßig-lebensfrohen Sequenzen wie dem „Hot Lunch Jam“ und niederschmetternden Schicksalsschlägen, macht „Fame“ erst so bewegend und packend. Melancholie, Ironie, pubertärer Unsinn, Tragik und Euphorie tummeln sich halt manchmal dicht an dicht, und „Fame“ hält das famos fest!

Und auch im folgenden Streamingtipp wechseln sich Glück, Melancholie und Bitterkeit ab. Anstelle von Musicaleinlagen gibt es darin aber turbulente Auftragskiller-Action zu bestaunen:

Streaming-Tipp: Dieses grandiose Highlight aus den 1990er-Jahren müsst ihr gesehen haben – hier wird ein Klassentreffen zum Killerjob!

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Ob Showtunes im Broadway-Stil, zuckersüße Teenie-Pop-Revue oder bluttriefende Rock-Party: Sidney hat eine Schwäche für Musicals, die ihn bereits durch allerlei cineastische Höhen und Tiefen geführt hat.
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