In den mittleren 2000ern und frühen 2010ern brachte Produzent Judd Apatow eine spezielle Form an Komödien kommerziell nach vorne: Selbstbewusste Mischungen aus zuckrig-unverhohlener Herzlichkeit sowie derb-geradliniger Dialog- und Situationskomik. Filme, in denen geschluchzt und schockiert-gröhlend gelacht werden darf – wie etwa im von Apatow inszenierten „Jungfrau (40), männlich, sucht …“.
Ein Kleinod in dieser Riege an Apatow-Produktionen wurde wiederum von „Bad Neighbors“-Macher Nicholas Stoller inszeniert und „How I Met Your Mother“-Publikumsliebling Jason Segel verfasst: „Nie wieder Sex mit der Ex“ nimmt Situationen aus Segels wahrem Leben, spitzt sie leinwandreif zu und vereint sie mit rein fiktionalen, Urlaubslust und Trennungsfrust weckenden Eskapaden zum rustikal-ungehobelten, liebenswert-ehrlichen Wohlfühlspaß.
Heute, am 9. August 2026, läuft „Nie wieder Sex mit der Ex“ ab 22.35 Uhr auf sixx. Zudem ist der Film vorübergehend bei joyn* abrufbar und bei Anbietern wie Amazon Prime Video als VoD erhältlich:
Darum geht es in "Nie wieder Sex mit der Ex"
Peter Bretter (Jason Segel) komponiert augenrollend die Musik für die klischee- und formelhafte Krimiserie „Crime Scene“, in der seine Freundin Sarah Marshall (Kristen Bell) eine tragende Rolle spielt. Als die sich von ihm trennt, ist Peter am Boden zerstört. Derart sogar, dass ihn sein Stiefbruder Brian (Bill Hader) förmlich dazu zwingt, Urlaub zu machen und so den Kopf frei zu kriegen.
Peter entscheidet sich für Hawaii, wo er Bekanntschaft mit der humorvollen, charmanten Hotelangestellten Rachel Jansen (Mila Kunis) macht – und die findet Peters Traum von einem dramatischen Puppenmusical über Dracula toll. Wie sympathisch! Peter begegnet aber auch dem Rockmusiker Aldous Snow (Russell Brand). Und der berüchtigte Schürzenjäger hat seine neuste Flamme im Schlepptau: Sarah Marshall...
Segel zieht blank – im mehrfachen Sinne!
2008 sorgte „Nie wieder Sex mit der Ex“ im Online-Filmdiskurs für Furore, weil Segel darin etwas tut, das im US-Mainstream-Kino sukzessive zum Tabu wurde: Er macht sich komplett nackt. Und das nicht nur für einen Sekundenbruchteil: Während mit ihm in der Rolle des Film- und Serienkomponisten Peter Schluss gemacht wird, lässt er seinen blanken Unterleib wackeln, schwingen, schwengeln, zappeln.
Wie im DVD-Audiokommentar zu „Nie wieder Sex mit der Ex“ enthüllt wurde, war es richtig knifflig, diese Sequenz am US-Jugendschutz vorbei zu schleusen: Segels Glied durfte sich nur in einem streng geregelten Maß bewegen, weil bestimmte Winkel automatisch als Grad sexueller Erregung und damit als pornografisch gewertet werden. Also mussten Regisseur Stoller und Cutter William Kerr haargenau nach Einstellungen suchen, in denen Segels Schwengel so schlabbert, dass es vom Jugendschutz als unbeholfen-harmlos gedeutet wird.
Segel zieht in „Nie wieder Sex mit der Ex“ aber nicht nur körperlich, sondern auch seelisch blank: Einzelne Passagen, inklusive der Nackidei-Trennung, basieren auf Segels eigenen Erfahrungen. Aus seinem Leben gegriffen ist auch Peters Ambition, ein dramatisches Puppenmusical auf die Beine zu stellen. „Nie wieder Sex mit der Ex“ erwies sich daher nicht bloß als Gelegenheit Segels, die Vergangenheit zu verarbeiten, sondern auch als Change, Wünsche zu erfüllen:
Für das im Film ausschnittsweise gezeigte Puppenmusical „Dracula's Lament“ holte sich Segel Hilfe von Jim Henson's Creature Shop. Und im Fahrwasser von „Nie wieder Sex mit der Ex“ sprach er zudem so oft über seine Liebe zu den Muppets, dass er schlussendlich kreativen Einfluss auf den Kinofilm „Die Muppets“ und die menschliche Hauptrolle darin erhalten hat.
Nach dem Ableger kommt das Sequel?
Als der große Szenendieb wurde 2008 jedoch Russel Brand herausgestellt, weshalb zwei Jahre später der Filmableger „Männertrip“ rund um ihn aus dem Boden gestampft wurde. Die chaotische Roadtrip-Komödie wurde allerdings weitaus weniger warm aufgenommen und dürfte nun, da gegen Brand mehrere Vergewaltigungsvorwürfe laut wurden, bei sehr wenigen Filmfans oben auf der „Dem muss ich nochmal eine Chance geben“-Liste stehen.
Jedoch ist eine echte Fortsetzung zu „Nie wieder Sex mit der Ex“ in Planung: Wie Segel vor wenigen Monaten The Direct verriet, möchte er das Puppenmusical „Dracula's Lament“ in voller Bandbreite auf die Leinwand bringen – und er hätte eine Idee, wie er dies mit einer Fortführung der Geschichte rund um Sarah und Peter vereinen könnte. Über die frühe Planungsphase hat es dieses Vorhaben allerdings noch nicht hinaus geschafft.
Einen ganz und gar anders gearteten Jason-Segel-Film über Trennungsschmerz stellen wir euch übrigens im folgenden Artikel vor:
Hardcore-Variante von "Die Rosenschlacht" neu bei Amazon Prime Video: "Ready Or Not"- und "How I Met Your Mother“-Stars als Ehepaar mit Mordplänen*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.