James Cameron hat sich im Verlauf seiner Karriere immer wieder selbst übertrumpft: Nachdem er bereits mit seinem zweiten Spielfilm „Terminator“ (1984) neue Maßstäbe fürs Sci-Fi-Action-Genre gesetzt hatte, revolutionierte er sieben Jahre später mit „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (1991) das moderne Blockbuster-Kino.
Nachdem niemand daran glauben wollte, dass aus „Titanic“ (1997) mehr werden könnte als ein größenwahnsinniges Millionengrab, belehrte Cameron die Skeptiker eines Besseren – und sackte für das romantische Katastrophen-Epos nicht nur elf Oscars ein, sondern drehte obendrein den bis dahin umsatzstärksten Film aller Zeiten. Zwölf Jahre später brach er seinen eigenen Rekord mit „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ – und auch das Sequel „Avatar: The Way Of Water“ (2022) stieg zwischenzeitlich zum dritterfolgreichsten Film der Kinogeschichte auf. Was wäre dann wohl passiert, wenn Cameron einen Marvel-Blockbuster gedreht hätte?
James Cameron scheiterte an Marvel-Film
Tatsächlich wäre es dazu beinahe gekommen – denn in den 1990er-Jahren versuchte der heute 71-Jährige, einen „Spider-Man“-Film auf die Beine zu stellen! Doch obwohl er mit den beiden „Terminator“-Filmen bereits riesige Erfolge gefeiert hatte, gelang es ihm nicht, sein geplantes Superhelden-Abenteuer zu realisieren. Schuld daran waren vor allem die komplizierten Rechteverhältnisse rund um die Marvel-Figur: Mehrere Unternehmen erhoben Ansprüche auf Spider-Man, während Camerons damaliges Heimatstudio 20th Century Fox nicht bereit war, den nötigen Rechtsstreit um den Netzschwinger auszufechten.
Erst rund ein Jahrzehnt später sollte die nette Spinne aus der Nachbarschaft schließlich doch den Sprung auf die große Leinwand schaffen: 2002 inszenierte Sam Raimi den ersten Teil seiner heute legendären „Spider-Man“-Trilogie mit Tobey Maguire als Peter Parker. Der Film wurde bekanntlich zum riesigen Erfolg – sowohl die Fans als auch die Kritiker*innen zeigten sich begeistert. Doch wir hätten natürlich trotzdem gern gewusst, was wohl Cameron aus dem Stoff gemacht hätte!
So hätte James Camerons "Spider-Man"-Film ausgesehen
Schließlich bezeichnete der „True Lies“-Schöpfer das gescheiterte Projekt im Buch „Tech Noir: The Art Of James Cameron*“ als „großartigen Film, den ich nie gedreht habe“ (via Far Out Magazine). Gegenüber ScreenCrush führte er seine Vision weiter aus: „Ich wollte etwas machen, das eine gewisse raue Realität besitzt. Superhelden kamen mir generell immer ziemlich fantasievoll vor, und ich wollte etwas machen, das eher in Richtung ‚Terminator‘ und ‚Aliens‘ geht, bei dem man die Realität von Anfang an akzeptiert.“
Einen Comic-Blockbuster mit kompromisslosem Ernst anzugehen, wäre in den 1990ern tatsächlich ein revolutionärer Ansatz gewesen. Erst viele Jahre später versuchte sich ein gewisser Christopher Nolan an dieser Idee – und schrieb mit „The Dark Knight“ ebenfalls Filmgeschichte. Auf welche Widerstände der „Die Odyssee“-Macher bei der Umsetzung seines Batman-Meilensteins gestoßen ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Sie haben mich ausgelacht": Fast alle gingen davon aus, dass die "Batman"-Filme von Christopher Nolan ein Reinfall werden*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.