Gerüchte über Rekord-Budget: Ridley Scott spricht über seinen "Fluch der Karibik"-Konkurrenten nach einer 143 Jahre alten Vorlage

Dass „Das Ende der Sterne“ hinter den Erwartungen bleibt, ficht Ridley Scott nicht an. Schon in wenigen Wochen will er mit dem Dreh zu einem epischen Piratenabenteuer beginnen. Angeblich steht ihm dafür ein Rekord-Budget zur Verfügung.

Disney und seine verbundenen Unternehmen

Seit einigen Monaten wissen wir, dass Ridley Scott einen legendären Abenteuer-Klassiker verfilmen will. Mit Hugh Jackman als ikonischem Piraten Long John Silver in der Hauptrolle will er den 1883 erschienenen Roman „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson adaptieren. Das Drehbuch hat Jack Thorne geschrieben. Owen Cooper aus dessen Serien-Hit „Adolescence“ sowie Hugh Grant sind für weitere Rollen im Gespräch. Bereits am 1. November 2026 starten die Dreharbeiten.

Ridley Scotts "Die Schatzinsel" bringt Piraten-Action für Erwachsene

In einem Interview in Frankreich bestätigte Scott jetzt nicht nur den Drehstart, sondern gab noch ein paar Details bekannt. Die Vorlage sei zwar mehr ein Jungen-Buch, eine Gute-Nacht-Geschichte, doch er plane eine „erwachsene Version“ des 143 Jahre alten Abenteuerklassikers. Scott selbst datiert die Vorlage übrigens leicht falsch. Ihm unterläuft ein kleiner Zahlendreher, weswegen er davon spricht, das Buch sei 1838 statt 1883 erschienen. In dem von The Ridley Scott Archives ausgegrabenen Interview gibt es aber noch mehr interessante Aspekte:

Denn Scott geht ein wenig auf seinen visuellen Stil ein. Er sei stark von den Werken eines amerikanischen Künstlers namens Wyeth beeinflusst. In dem Video wird dabei fälschlicherweise auf Andrew Wyeth Bezug genommen, von dem Scott großer Fan ist. Auch bei seinem aktuellen Film „Das Ende der Sterne“ finden sich Elemente des Malers in Scotts Umsetzung der kargen Landschaften.

Wir gehen aber fest davon aus, dass er hier Andrew Wyeths Vater meint. Denn N. C. Wyeth ist bekannt für seine berühmten Illustrationen zu „Die Schatzinsel“. Die schuf er 1911 für eine Neuveröffentlichung der Vorlage und sie gelten als prägend für unser Bild von Piraten. Einige dieser Bilder sind auch Teil des Videos, werden dort aber fälschlicherweise Andrew Wyeth zugeschrieben.

Das steckt hinter den Gerüchten über ein Mega-Budget

Im oben eingebetteten X-Post von The Ridley Scott Archives wird ganz nebenbei noch auf ein zweites Interview verwiesen. In diesem soll Scott sagen, dass „Die Schatzinsel“ vor Abzug von Steuervergünstigungen und Subventionen „der teuerste Film seiner Karriere“ werden könnte. Leider gibt es keinen Link. Wir konnten das Interview, welches sich auch hinter einer Patreon-Paywall befinden soll, nicht selbst anhören und die Aussagen prüfen. Daher sind sie mit besonders hoher Vorsicht zu genießen.

Es gibt aber deswegen jetzt Gerüchte, dass Scott ein gigantisches Budget für „Die Schatzinsel“ bekommt. Als bislang teuerster Film des Regisseurs gilt „Gladiator 2, was aber an einer ungeplanten Kostenexplosion lag. Eigentlich ist Scott wie kaum ein anderer Filmemacher in Hollywood dafür bekannt, den vorgegebenen Budget-Rahmen einzuhalten. Bei „Gladiator 2“ brach aber plötzlich ein monatelanger Doppelstreik der Schauspiel- und der Autorengewerkschaften über das Projekt herein. Gigantische Sets, die damals schon in Malta errichtet worden waren, mussten über Monate instand gehalten und die Crew vor Ort weiterbezahlt werden. Die Brutto-Kosten sollen auf 310 Millionen Dollar explodiert sein, wobei das nicht das Budget ist. Denn davon wurden noch Subventionen und Steuervergünstigungen abgezogen, was das finale Budget – je nach Bericht – auf 210 bis 250 Millionen Dollar drückte. Geplant waren nur 165 Millionen Dollar.

Gladiator II
Gladiator II
Starttermin 14. November 2024 | 2 Std. 28 Min.
Von Ridley Scott
Mit Paul Mescal, Pedro Pascal, Connie Nielsen
User-Wertung
3,3
Filmstarts
3,0
Auf Paramount+ streamen

Es ist sehr gut möglich, dass Scott die außerhalb seiner Kontrolle gewachsenen Summen nicht bedenkt, wenn er von seinem „teuersten Film“ spricht, sondern bei „Gladiator II“ weiterhin vom Ausgangsbudget von 165 Millionen Dollar ausgeht. Dann wären wohl „Robin Hood“ und „Napoleon“ mit einem finalen Nettobudget von angeblich rund 200 Millionen Dollar die teuersten Filme in seiner Karriere. Es scheint also so, dass der mittlerweile 88 Jahre alte Scott für „Die Schatzinsel“ noch einmal ein Netto-Budget von mindestens 200 Millionen Dollar bekommen hat.

Das ist durchaus überraschend, wenn man bedenkt, dass Ridley Scott zuletzt keinen großen Kino-Hit mehr gelandet hat. „Das Ende der Sterne“ steht aktuell bei einem weltweiten Einspielergebnis von gerade einmal 33 Millionen Dollar und wird sein Budget von kolportierten 70 bis 100 Millionen Dollar nicht einspielen. Bei „Gladiator II“ klingen die weltweiten Einnahmen mit über 462 Millionen Dollar erst einmal gut, aber angesichts der bereits beschriebenen Kosten und der hohen Erwartungen gestand Scott selbst ein, dass die Summe enttäuschend war. Auch bei „Napoleon“ (200 Millionen Dollar Budget vs. 221 Millionen Dollar Einnahmen), „House Of Gucci“ (75 vs. 153), „The Last Duel“ (100 vs. 30) und „All The Money In The World“ (50 vs. 57) kann man nicht von Erfolgen sprechen. Bei „Alien: Covenant“ sehen die Zahlen (97 vs. 240) zwar besser aus, waren aber auch nicht genug, um das erhoffte Sequel zu rechtfertigen. So muss man schon bis zu „Der Marsianer“ (108 vs. 630) im Jahr 2015 zurückgehen, um den bis dato jüngsten wirklichen Kino-Hit von Ridley Scott zu finden.

Das ist "Die Schatzinsel"

Immerhin beruht mit jenem „Der Marsianer“ auch der bis heute kommerziell erfolgreichste Film in Scotts Karriere auf einer Romanvorlage – eine Parallele zur „Schatzinsel“. Gerade die Popularität der Geschichte dürfte Sony, das wohl „Die Schatzinsel“ mit Scott machen wird, darauf hoffen lassen, dass der Regisseur mal wieder reif für einen Hit ist.

Die Geschichte gibt zumindest alles her, um uns zu begeistern. Im Zentrum des legendären Abenteuer-Klassikers steht der junge Jim Hawkins (wahrscheinlich Owen Cooper in Scotts Adaption), der durch Zufall in den Besitz einer geheimnisvollen Schatzkarte gerät. Gemeinsam mit einer ehrbaren Crew bricht er auf, um das versprochene Gold zu bergen, doch an Bord des Expeditionsschiffes lauert Verrat. Der gerissene Schiffskoch Long John Silver (Hugh Jackman) plant eine skrupellose Meuterei, um den sagenumwobenen Schatz für sich und seine Piratenbande zu beanspruchen. Daraufhin beginnt ein gnadenloses Katz-und-Maus-Spiel...

Wann wir „Die Schatzinsel“ im Kino sehen werden, ist noch nicht bekannt. Aufgrund von Scotts effizienter Arbeitsweise und dem baldigen Drehbeginn könnten wir uns aber vorstellen, dass man einen Kinostart Ende 2027 ins Auge fasst. Je nach Umfang und benötigter Zeit wäre aber auch die Sommer-Blockbuster-Saison 2028 ein realistischer Zeitrahmen für die Veröffentlichung.

Um einen ganz anderen Film mit Piraten geht es im folgenden Artikel:

Er ist nur für 47 Sekunden im Bild zu sehen: Kaum jemand hat diesen Superstar in "Hook" erkannt!

Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren