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    Christopher Nolan plant explosiven Kriegsfilm – der für "Dune"-Studio Warner ein Schlag ins Gesicht ist
    10.09.2021 um 11:30
    Annemarie Havran
    Annemarie Havran
    -Mitglied der Chefredaktion
    Film- und Serien-Fan mit Leib und Seele. Immer, wenn im Kinosaal das Licht ausgeht oder der Vorspann einer starken Serie beginnt, kommt die Gänsehaut.

    Christopher Nolan gehört zu den aktuell wohl bekanntesten Filmemachern und kann sich seine Projekte frei aussuchen – und ebenso die Studios, mit denen er zusammenarbeiten will. Nun plant er seinen neuen Film: über die Entwicklung der Atombombe.

    2017 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved

    Christopher Nolans neuestes Filmprojekt ist gleich in mehrfacher Hinsicht explosiv. Zum einen ist da natürlich der Inhalt: Nolan will einen Kriegsfilm drehen, in dessen Mittelpunkt Robert Oppenheimers Beteiligung an der Entwicklung der Atombombe im Zweiten Weltkrieg steht.

    Wie Deadline berichtet, hat der Regisseur der fulminanten „Dark Knight“-Trilogie den Stoff mehreren großen Hollywood-Studios angeboten. Derzeit würden die Studios das Drehbuch sichten und Gespräche mit Nolan und seinen Vertretern führen – eine Wahl habe der Regisseur noch nicht getroffen. Und bei einem so großen Namen wie Nolan ist klar: Die Wahlfreiheit liegt bei ihm, die Studios müssen sich mit ihren Angeboten also mächtig ins Zeug legen.

    Abkehr von Warner

    Und hier zeigt sich, dass der geplante Atombomben-Film nicht nur inhaltlich explosiv ist, sondern auch eine Bombe innerhalb der Branche zündet: Nolan ist so sauer auf Warner Bros., dass er seinen nächsten Film nicht mehr automatisch mit dem Studio plant. Zur Erinnerung: Bislang arbeitete der Meisterregisseur fast ausschließlich mit Warner zusammen, verhalf dem Studio mit Filmen wie der „Dark Knight“-Trilogie, „Interstellar“ und „Inception“ zu Mega-Einnahmen und tonnenweise Kritiker-Lob.

    Doch mit seiner neuen Strategie, Filme nicht nur ins Kino zu bringen, sondern zeitgleich oder zeitnah auch zum hauseigenen Streamingdienst HBO Max, hat es sich Warner mit vielen großen Hollywood-Regisseuren verscherzt – und bekommt nun die Folgen zu spüren.

    Nolan beschimpft Warner: "Der schlimmste Streaming-Anbieter"

    Schon Regisseur Denis Villeneuve lief Sturm, dass sein in den Startlöchern stehendes Sci-Fi-Meisterwerk „Dune“ (deutscher Kinostart: 16. September 2021) in den USA außer im Kino eben auch direkt als Stream erscheint. Christopher Nolan hatte für seinen Action-Blockbuster „Tenet“ 2020 noch eine Sonderregel ausgehandelt und sich einen exklusiven Kinostart gesichert – hat aber nun ganz offensichtlich das Vertrauen in Warner verloren, dass das Studio dem bekennenden Kino-Fan weiter diese Option bietet.

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    Nolan hat seinen Ärger über Warners neue – und vor allem eigenmächtig, ohne Vorwarnung für die Filmemacher*innen, beschlossene –Veröffentlichungspolitik seines bisherigen Haus-und-Hof-Studios bereits öffentlich gemacht. Ende 2020, als Warner für seine 2021-Filme parallele Starts im Kino und bei HBO Max verkündete, schoss er mit überdeutlichen Worten gegen Warner:

    „Einige der größten Filmemacher und wichtigsten Filmstars gingen nachts im Glauben ins Bett, für das großartigste Filmstudio der Welt zu arbeiten – und wachten am nächsten Tag auf, um herauszufinden, dass sie für den schlimmsten Streaming-Anbieter arbeiten.“

    Klingt paradox: Netflix ist Option für Atombomben-Film

    Damals wurde schon deutlich, wie sehr das Verhältnis zwischen Nolan und Warner bröckelt. Nolans Verhandlungen mit mehreren Studios über seinen neuen Film zementieren diesen Riss nun endgültig. Ob sich Warner überhaupt unter den Studios befindet, mit denen der Regisseur über seinen Atombomben-Film spricht, ist nicht bekannt.

    Es bleibt also abzuwarten, wer den Zuschlag bekommt – falls Nolan überhaupt eines der Angebote zusagt. Auch ein Streamer wie Netflix könnte übrigens die Zusage bekommen, wenn der Film erst einmal einen exklusiven Kinostart bekommt. Der Anbieter hat bereits großes Interesse an einem Deal mit Nolan bekundet.

    Inhaltlich wurden zu dem Film noch nicht viele Details verraten, allerdings deutet sich bereits eine erste Besetzung an: Deadline will gehört haben, dass Cillian Murphy dabei sein könnte. Der Schauspieler und Nolan haben bereits häufig zusammengearbeitet, unter anderem für „Inception“ und die „Dark Knight“-Filme.

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