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    Nach "Ant-Man 3" und "Secret Invasion": Wird jetzt einer der größten MCU-Kritikpunkte behoben? [UPDATE]
    Julius Vietzen
    Julius Vietzen
    -Redakteur
    Seit "Iron Man" ist Julius ein riesiger Fan, der sich nach "Avengers: Endgame" und Phase 4 nun wahnsinnig auf die Multiversums-Saga im MCU freut.

    „She-Hulk“, „Thor 4“, „Ant-Man And The Wasp: Quantumania“ und „Secret Invasion“ wurden zuletzt wegen schlechter Computereffekte kritisiert – und wegen der schlechten Arbeitsbedingungen für die VFX-Künstler. Beides könnte sich in Zukunft bessern...

    Disney und seine verbundenen Unternehmen.

    [UPDATE 16. August 2023] Wie die großen US-Branchenmagazine übereinstimmend berichten, könnte es mit der Gewerkschaftsinitiative in der VFX-Branche nun sogar schnell gehen als gedacht: Zwischen dem 21. August und dem 11. September 2023 sind die VFX-Mitarbeiter*innen bei Marvel zur Wahl aufgerufen und können entscheiden, ob sie von der Gewerkschaft IATSE vertreten werden wollen. Das Resultat soll am 12. September verkündet werden und dürfte ziemlich eindeutig ausfallen.

    Zwar bleibt das Problem bestehen, dass damit nur ein sehr geringer Teil der VFX-Crews, die an (Marvel-)Blockbustern beteiligt sind, gewerkschaftlich organisiert sind. IATSE plant jedoch, ein neues Gewerkschaftsbüro zu gründen, dass speziell für die Menschen in der Computereffekte-Branche zuständig ist – egal ob diese direkt bei Marvel (oder anderen Studios) oder bei unabhängigen VFX-Studios tätig sind.

    Nachfolgend unsere ursprüngliche Nachricht:

    Der Sommer 2023 ist vom Aufstand der Gewerkschaften in Hollywood geprägt. Nachdem die Drehbuch-Gewerkschaft WGA bereits seit längerem in Streik getreten ist und erst kürzlich Gesellschaft von der Schauspiel-Gewerkschaft SAG-AFTRA bekam, formieren sich nun auch die lange Zeit ausgebeuteten Menschen, die im Bereich der Computereffekte tätig sind, der sogenannten Visual Effects (VFX). Den Anfang machen dabei ausgerechnet die VFX-Crews der Marvel Studios, womit gleich zwei große Kritikpunkte am Marvel Cinematic Universe (MCU) behoben werden könnten.

    Schlechte Effekte, schlechte Arbeitsbedingungen

    Denn Marvel stand in den letzten Wochen und Monaten auch und vor allem wegen wenig überzeugender visueller Effekte in verschiedenen MCU-Filmen und -Serien in der Kritik, etwa bei „She-Hulk“, „Thor: Love and Thunder“, „Ant-Man And The Wasp: Quantumania“ oder zuletzt „Secret Invasion“. Und nicht nur das: Auch die Arbeitsbedingungen für die VFX-Crews bei Marvel-Produktionen wurden zuletzt immer wieder kritisiert.

    Denn Marvel ist dank der zahlreichen MCU-Filme und -Serien der größte Arbeitgeber für VFX-Künstler*innen in Hollywood und kann aufgrund dieser Marktmacht quasi nach Belieben schalten und walten, wie immer wieder aus Branchenkreisen zu hören ist. So soll Marvel schon häufig VFX-Firmen unter Druck gesetzt haben sowie die Preise in den Keller getrieben und unrealistische Deadlines gesetzt haben.

    (Bislang) Keine Gewerkschaft für die VFX-Branche

    Möglich ist das nur, weil die überwältigende Mehrheit der VFX-Künstler*innen nicht in Gewerkschaften organisiert ist – anders als so ziemlich alle anderen Leute, die an Hollywood-Filmen beteiligt sind.

    Doch nun ändert sich das womöglich – dank der International Alliance Of Theatrical Stage Employees (IATSE), die all diejenigen Set-Mitarbeiter*innen vertritt, die nicht in der Regie-, Drehbuch- oder Schauspiel-Gewerkschaft organisiert sind. Dazu gehören Produktionsdesigner, Kamerafrauen, Soundtechniker, Make-Up-Künstlerinnen, Kostümdesigner, Editorinnen und zahlreiche weitere Berufe.

    Wie die IATSE in einer Pressemitteilung verkündete, haben nun jedoch zahlreiche bei den Marvel Studios tätige VFX-Crews ihren Wunsch offiziell gemacht, von der IATSE vertreten zu werden. Das ist gewissermaßen der erste Schritt im Aufnahmeprozess und „das erste Mal, dass sich Menschen in der VFX-Branche zusammengetan haben, um dieselben Rechte und denselben Schutz wie ihre in Gewerkschaften organisierten Kollegen in der Filmbranche zu fordern“, heißt es in der Pressemitteilung.

    Nur ein erster Schritt

    Wichtig ist allerdings zu betonen, dass es sich hierbei nur um einen kleinen Teil der tatsächlich an einem (Marvel-)Film beteiligten VFX-Experten und -künstlerinnen handelt, nämlich den in den USA ansässigen Teil: die tatsächlich am Set tätige VFX-Crew, die sich um die praktische Vorbereitung und Planung der Computereffekte bei den Dreharbeiten kümmert. Die visuellen Effekte an sich werden hingegen häufig von zahlreichen VFX-Studios auf der ganzen Welt beigesteuert, für die die US-Arbeitsschutzgesetze wohl nicht gelten.

    Trotzdem scheint mit der Bitte um Aufnahme in die Gewerkschaft IATSE ein wichtiger erster Schritt für die VFX-Branche gemacht worden zu sein, der im besten Fall für bessere Arbeitsbedingungen und bessere visuelle Effekte sorgen könnte...

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