Wäre John Wick stolz? So tödlich ist Tom Cruise in den "Mission: Impossible"-Filmen!
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Tom Cruise als Ethan Hunt ist nach wie vor gut im Rennen. Doch als "Mission: Impossible"-Spion macht man sich nicht nur die Füße, sondern auch die Hände schmutzig. Deshalb fragen wir uns: Wie viele Kills gehen auf das Konto von Ethan Hunt?

Mit „Mission: Impossible – The Final Reckoning“ fand das weltweit gefeierte Spionage-Franchise dieses Jahr vorerst seinen Abschluss. Der achte Film der Reihe, die vor allem durch atemberaubende Actionszenen und einen unermüdlich agierenden Tom Cruise als Ethan Hunt begeistert, setzt – zumindest laut der FILMSTARTS-Kritik – zumindest in seiner zweiten Hälfte einen würdigen Schlusspunkt.

Doch an dieser Stelle soll es nicht um die Frage gehen, welcher Teil der gelungenste ist. Stattdessen widmen wir uns einem deutlich tödlicheren Aspekt: Wie viele Menschen hat Ethan Hunt im Verlauf der Reihe tatsächlich ins Jenseits befördert? Denn bei aller Begeisterung für halsbrecherische Stunts – vom Freeclimb am Burj Khalifa bis zum Motorrad-Sprung in die Tiefe – darf man nicht vergessen: Ethan Hunts Missionen beinhalten nicht selten auch das Töten. Doch wie hoch ist der tatsächliche „Kill Count“ des IMF-Agenten?

Dank der akribischen Zählung der Kolleg*innen von ScreenRant können wir euch einen Überblick über die Todesbilanz der Figur präsentieren. Achtung: Im Folgenden kommt es zwangsläufig zu Spoilern! Nicht aber zu "The Final Reckoning".

Wer die Zahlen übrigens selbst nachprüfen möchte, findet die ersten sieben „Mission: Impossible“-Filme derzeit im Streaming, unter anderem bei Paramount+* und Prime Video* sowie Disney+*. Natürlich sind alle Filme auch auf DVD, Blu-ray und in 4K UHD im Handel erhältlich.

"Mission: Impossible 1 + 2": Erst fast gar nichts, dann sehr viel

Der Auftaktfilm von 1996 unter der Regie des Thriller-Meisters Brian De Palma („Scarface“) beginnt mit einem dramatischen Paukenschlag: Fast das gesamte Einsatzteam wird eliminiert. Doch für unsere Zwecke interessieren wir uns ausschließlich für die Kills durch Ethan Hunt – und dieser zeigt sich in De Palmas Inszenierung erstaunlich zurückhaltend.

Laut ScreenRant bringt Hunt im gesamten Film lediglich zwei Personen ums Leben: Zum einen seinen früheren Mentor Jim Phelps (Jon Voight, zuletzt in „Megalopolis“ zu sehen), zum anderen dessen Handlanger Franz Krieger (Jean Reno) im spektakulären Tunnel-Finale.

Mit John Woo übernahm im Jahr 2000 dann ein Regisseur das Kommando, der für seine stilisierten Feuergefechte und Zeitlupen-Action berüchtigt ist („The Killer“, „Im Körper des Feindes“). Entsprechend erhöht sich beim Sequel auch die Zahl der von Ethan Hunt getöteten Personen deutlich: 24 Kills verursacht Cruise im zweiten Teil – die bislang höchste Zahl der Reihe.

Die meisten davon sind namenlose Handlanger, doch auch der Hauptantagonist Sean Ambrose (gespielt von Dougray Scott, der zuletzt in einem Netflix-Megahit zu sehen war) fällt Hunt zum Opfer. Interessanter Nebenaspekt: Wegen dieser Rolle musste Scott eine Beteiligung an „X-Men“ (2000) absagen – mehr dazu erfahrt ihr im folgenden FILMSTARTS-Artikel:

"Wir wissen alle, dass ich die Rolle nicht bekomme": So schlimm war Hugh Jackmans Wolverine-Vorsprechen

"Mission: Impossible 3 + 4": Mal mehr, mal weniger

Mit J.J. Abrams, der später auch bei „Star Wars“ Regie führen sollte, wurde das Franchise 2006 neu belebt. Teil drei gilt als wichtiges Bindeglied, denn Paramount stand dem Fortbestehen der Reihe zunächst skeptisch gegenüber. Doch der kommerzielle Erfolg (fast 400 Millionen US-Dollar weltweit eingespielt) sorgte für eine Kehrtwende.

Was die Zahl der Eliminierungen betrifft, ist Ethan Hunt hier wieder etwas zurückhaltender unterwegs: 14 Tötungen, also zehn weniger als im Vorgänger. Auch diesmal handelt es sich meist um anonyme Gegner – mit einer Ausnahme: Oscarpreisträger Philip Seymour Hoffman („Die Tribute von Panem“), der als Owen Davian einen der fiesesten und zugleich faszinierendsten Gegenspieler der gesamten Saga verkörpert.

Ob Hunt Davian direkt tötet, lässt sich diskutieren: In einem finalen Zweikampf stößt er ihn so heftig, dass Davian vor ein heranrasendes Auto fällt – streng genommen wäre also der Fahrer für dessen Ableben verantwortlich. Doch im Zweifelsfall bekommt Hunt den Punkt auf sein Konto. Die Person hinterm Steuer darf sich höchstens über einen Punkt in Flensburg freuen.

Wer einen weniger tödlichen Ethan Hunt bevorzugt, dürfte mit dem vierten Teil, „Mission: Impossible - Phantom Protokoll“ (2011), glücklich werden. Unter der Regie von Brad Bird, der zuvor mit „Die Unglaublichen“ bereits (Animations-) Action auf höchstem Niveau realisierte, zeigt sich Hunt zurückhaltender denn je: Ein einziger Kill wird ihm im vierten Kino-Einsatz zugeschrieben – und selbst dieser ist umstritten.

Im legendären Burj Khalifa-Segment verpasst Hunt einem Gegner einen so heftigen Tritt gegen den Hals, dass dieser vermutlich nicht überlebt. Doch der Tod bleibt unbestätigt – es handelt sich also eher um eine Interpretation als eine gesicherte Tatsache.

Übrigens gehört „Ghost Protocol“ (so der US-Titel) zu den wenigen Filmen, in denen sogar Hunts Kollege Benji Dunn (Simon Pegg, „Shaun of the Dead“) einen Kill verzeichnet – während Hauptantagonist (Mikael Nyqvist, „Colonia Dignidad“) am Ende den Freitod wählt. Warum? Das verraten wir nicht. Schaut den Film lieber selbst (noch einmal). Was wir aber verraten: Warum MCU-Star Jeremy Renner nie wieder ins „M:I“-Franchise zurückkehrte:

"Nein, das könnt ihr nicht machen!": Darum weigerte sich Jeremy Renner, wieder bei "Mission: Impossible" mitzuspielen

"Mission: Impossible 5 + 6": Christopher McQuarrie übernimmt das Ruder

Mit „Rogue Nation“ begann 2015 eine neue Ära: Erstmals blieb ein Regisseur der Reihe über mehrere Filme erhalten. Christopher McQuarrie, der zuvor mit Tom Cruise bei „Jack Reacher“ (2012) zusammengearbeitet hatte, übernahm das Ruder und sorgte gleich für eine deutlich höhere Kill-Bilanz.

13 Menschen sterben durch Hunts Hand im fünften Teil – darunter der Syndikat-Agent Kagan (gespielt vom deutschen Stuntman Wolfgang Stegemann), den Hunt während einer Opernaufführung in den Tod stürzt. Auch bei Motorrad-Verfolgungsjagden und finalen Konfrontationen mit bewaffneten Gegnern zeigt sich Hunt erneut als durchschlagskräftiger Profi.

Der zweite Film unter McQuarries Regie, „Mission: Impossible - Fallout“ (2018), ist nicht nur in puncto Stunts eine neue Referenz, sondern auch etwas gemäßigter im Hinblick auf die Zahl der Tötungen. Zehn Kills werden Ethan Hunt in „Fallout“ zugeschrieben.

Herausragend ist die Eliminierung von August Walker, gespielt von Ex-"The Witcher" Henry Cavill – der bekanntlich durch das „Nachladen“ seiner Fäuste Kultstatus im Netz erlangte. Letztlich wird er allerdings von einem Haken brutal in den Abgrund gerissen. Sei's drum: Unvergessen werden seine Fäuste in der Reihe wohl für immer bleiben.

Henry Cavill - Meister der Fäust in © Paramount
Henry Cavill - Meister der Fäust in "Mission: Impossible - Fallout"

"Mission: Impossible 7 + 8“: Langes Finale, wenig Kills

Ab hier verlassen wir die Zählungen von ScreenRant und stützen uns auf Foreneinträge und Seiten wie Lists of Deaths. Demnach tötet Ethan Hunt in „Mission: Impossible - Dead Reckoning“ (2023) elf Personen, überwiegend namenlose Söldner des neuen Antagonisten Gabriel (Esai Morales, bekannt aus „Ozark“).

Beim finalen Kapitel, „The Final Reckoning“ (2025), halten sich belastbare Zahlen bislang in Grenzen – und aus Spoiler-Gründen wollen wir hier auch keine Details verraten. Laut mehreren Quellen, darunter erneut Lists of Deaths, tötet Hunt in knapp drei Stunden Laufzeit des letzten Teils nur fünf Personen – ein vergleichsweise niedriger Wert.

Ethan Hunt ist kein John Wick

Zählt man alle Tötungen zusammen, kommt Ethan Hunt auf 80 eliminierte Gegner – ein respektabler, aber im Vergleich zu anderen Filmfiguren eher moderater Wert. Zum Vergleich: Keanu Reeves bringt es als John Wick allein im ersten Film auf 84 Kills. Da Hunt aber in der gesamten Reihe keinen einzigen Welpen ein Haar krümmt, gehen wir davon aus, dass der Supersion und der Profi-Killer dicke Freunde werden könnten.

Die „Mission: Impossible“-Reihe definiert sich längst nicht allein über ihren Bodycount. Vielmehr glänzt sie durch einfallsreiche Stunts, einnehmende Figuren und eine erzählerische Kontinuität, die über zwei Jahrzehnte hinweg gewachsen ist. Warum zumindest der erste Eintrag in das Franchise bei den Schauspielern der Originalserie auf nur wenig Gegenliebe stieß, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

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