Die Story von "Mission: Impossible 8" ist eine Enttäuschung: Dabei hatten wir eine so viel bessere Idee für das große Finale!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

Nach dem meisterhaften „Mission: Impossible 7 - Dead Reckoning“ (5 Sterne von FILMSTARTS) hat uns „The Final Reckoning“ trotz zwei herausragender Stunt-Sequenzen ein Stück weit enttäuscht. Da wäre – gerade bei der Story – definitiv mehr drin gewesen…

Der Tom-Cruise-Blockbuster „Mission: Impossible – Dead Reckoning“ hatte bei seinem Kinostart – in Anspielung darauf, dass die Story im nächsten Teil direkt fortgesetzt werden sollte – noch ein „Teil 1“ im Titel. Also haben sich mit dem Rollen des Abspanns natürlich direkt alle gefragt, was es denn nun wirklich mit der Super-KI und ihren mysteriösen Machenschaften auf sich hat. Auch wir haben damals mitgerätselt – und tatsächlich geglaubt, die Antwort zu kennen.

Wir haben in unseren Vorhersage-Artikel sogar vorsichtshalber eine Spoiler-Warnung für „Mission: Impossible 8“ eingebaut, weil wir so überzeugt davon waren, zumindest im Großen und Ganzen richtigzuliegen! Aber Pustekuchen: Wir lagen mit unserer Plot-Vorhersage für das Finale völlig daneben!

Das ändert aber nichts daran, dass wir von unserer Idee noch immer felsenfest überzeugt sind – nur eben nicht länger, weil wir glauben, dass „The Final Reckonung“ diesen Plot haben wird, sondern weil wir stattdessen meinen, dass „Mission: Impossible 8“ mit unserer Story ein besserer Film geworden wäre. Aber urteilt am besten einfach selbst:

So wäre "Mission: Impossible 8" noch besser geworden

Am Ende von „Mission: Impossible 7“ findet Ethan Hunt (Tom Cruise) heraus, wo genau er mit Hilfe der zwei Schlüsselhälften Zugriff auf die Entität bekommen und die KI auslöschen kann: Seine unmögliche Mission wird den IMF-Agenten also als nächstes auf den Grund der Beringsee führen, wo das Wrack des gesunkenen russischen Tarnkappen-U-Boots Sewastopol liegt… so weit, so offensichtlich!

Aber die zentralen Fragen, um hinter den wahren Plan der Entität zu kommen, sind eigentlich andere:

  1. Warum hat die Entität das U-Boot in der allerersten Szene von „Mission: Impossible 7“ überhaupt versenkt? Schließlich hat sich die KI ansonsten zwar in allen (Geheimdienst-)Netzwerken des Planeten bequem eingerichtet, aber dort keinerlei aggressive Maßnahmen ergriffen…
  2. Warum hat die Entität überhaupt ein solch ausgeprägtes Interesse an Ethan Hunt? Schließlich hätte die KI mehrfach die Chance gehabt, ihn ganz einfach auszulöschen – stattdessen entwirft sie in der Venedig-Sequenz ein ungewöhnlich komplexes Szenario, nur um Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) von ihrem Handlanger Gabriel (Esai Morales) töten zu lassen. Solche persönlichen Macht- bzw. Rache-Spielchen passen so gar nicht zu einer kühl kalkulierenden Super-KI…

Das U-Boot war nie das Ziel!

Aus diesen beiden Fragen kann man unserer Meinung nach eigentlich nur einen logischen Schluss ziehen: Die Sewastopol war nie das eigentliche Ziel der Entität, das U-Boot (samt seiner neuartigen Tarnkappen-Technologie) könnte der KI im Gegenteil egaler kaum sein!

Stattdessen hat sich die KI eigenständig in den Bordcomputer der Sewastopol hochgeladen, um sich im Anschluss mit dem Torpedo SELBST zu zerstören! Offenbar hat die KI errechnet, dass sie selbst die größte Gefahr (etwa für die Menschheit) ist – und versucht deshalb nun, sich selbst aus dem Spiel zu nehmen, bevor sie in die Hände irgendeiner Macht fällt, die sie für ihre Machenschaften missbrauchen könnte!

Warum Ethan Hunt?

Aber der Plan der Entität ist gescheitert: Das U-Boot wurde nicht komplett zerstört, sondern liegt nun auf dem Grund der Beringsee – dort ist es zwar nur sehr schwer, aber auch nicht unmöglich, an sie heranzukommen. Die KI braucht bei ihrer weiteren Selbstzerstörung also Hilfe – nur muss sie dabei absolut sicher gehen, dass sie auch tatsächlich auslöscht wird und nicht am Ende doch für persönliche oder nationale Zwecke einspannt wird.

Und hier kommt Ethan Hunt ins Spiel: Nachdem die KI beim Durchforsten der weltweiten Geheimdienst-Netzwerke schnell erkannt hat, dass niemand sie wirklich vernichten würde, sondern sie alle nur für ihre Zwecke missbrauchen wollen, ist sie schließlich auf den IMF-Agenten gestoßen – und traut nur ihm zu, das mit dem Löschen auch wirklich durchzuziehen, sobald er erst einmal an Bord der Sewastopol gekommen ist.

Darum musste Ilsa Faust sterben

Allerdings kann sich die Entität auch hierauf nicht 100-prozentig verlassen. Deshalb muss sie in Ethan Hunt eine solche Wut auf die KI erzeugen, dass er tatsächlich gar nicht mehr anders kann, als sie bei der ersten Chance zu zerstören. Etwas ganz Ähnliches gab es ja auch schon in „Mission: Impossible 5: Rogue Nation“, wo Solomon Lane (Sean Harris) gleich zu Beginn einer jungen Frau nur deshalb vor den Augen von Ethan Hunt in den Kopf schoss, um ihn wütend und damit ausrechenbarer zu machen.

Und darum hat sich die Entität auch ganz bewusst Gabriel als menschlichen Handlanger ausgesucht: Schließlich hat dieser ja in der Vergangenheit bereits eine für Ethan Hunt offensichtlich sehr wichtige Person getötet, selbst wenn wir in der entsprechenden Rückblende nicht erfahren, um wen genau es sich bei der in einem Abwasserschacht ermordeten Frau handelt. Und auch Ilsa Faust musste nur sterben, um die Raserei des Top-Agenten noch weiter zu steigern…

Müssen noch mehr sterben?

Das ganze Zug-Szenario am Ende von „Mission: Impossible 7“ war deshalb wohl vor allem auch ein erster Test, ob er schon „wütend genug“ ist: Schließlich wird Ethan Hunt von seinen Kolleg*innen vorab nachdrücklich eingebläut, dass er Gabriel auf keinen Fall töten dürfe, um die Mission nicht zu gefährden – ganz egal, wie sehr er ihn nach den Morden an Marie (Mariela Garriga) und Ilsa Faust inzwischen auch hasst.

Und tatsächlich kann sich Ethan Hunt in dem Moment, als er die Chance dazu bekommt, Gabriel zu töten, gerade noch so beherrschen – nur dürfte das der Entität gar nicht gefallen! Offensichtlich muss sie seine Wut erst noch weiter steigern, bevor sie ihn zu sich ins Wrack der Sewastopol lässt – und das geht vermutlich am besten, wenn sie zuvor noch weitere seiner Kamerad*innen auslöscht…

Eigentlich sollte „Mission: Impossible 8“ übrigens noch eine Abspannszene bekommen – aber das hat Tom Cruise verhindert! Warum? Das erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Eigentlich sollte eine Abspannszene für "Mission: Impossible 8" gedreht werden – deswegen entschied sich Tom Cruise dagegen

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