„Avengers: Endgame“ gilt für viele Fans als meisterhaftes Finale der Infinity-Saga – emotional, spektakulär, durchdacht. Doch bei genauerem Hinsehen bröckelt das saubere Bild: Die Reise durch die Zeit, das zentrale Element des Films, steht auf einem fragilen Fundament.
Die Pym-Partikel-Panne
Denn wie im Film erklärt wird, gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Pym-Partikeln, da ihr Schöpfer Hank Pym (Michael Douglas) nicht mehr existiert. Jeder Sprung durch die Zeit – so betont es der Film selbst – muss deshalb gut kalkuliert werden. Doch dann kommt Ant-Man. Trotz der knapp dosierten Pym-Partikel, sieht man ihn im Film mehrfach schrumpfen und wachsen – eine Fähigkeit, die ebenfalls auf den seltenen Partikeln basiert. Diese scheinbar harmlose Aktion steht im direkten Widerspruch zur zuvor betonten dramatischen Knappheit.
Es wirkt, als sei die Regel nur aufgestellt worden, um die Spannung zu erhöhen – nicht, um einem genaueren Blick standzuhalten. Wer sich durch das dichte Netz der Zeitreise-Logik kämpft, stößt jedenfalls unweigerlich auf diese Ungereimtheit.
New Asgard? Eher Alt-Schottland!
Ein weiterer Fehler, der es in den fertigen Film geschafft hat, fällt nur Menschen mit Blick fürs Lokale auf: In einer Szene reist Hulk nach „New Asgard“, das offiziell auf norwegischem Boden liegt, genauer gesagt in Tønsberg. Doch während die Kamera idyllische Landschaften zeigt, verraten Details wie Autokennzeichen und Telefonnummern schnell: Gefilmt wurde in Schottland.
Zugegeben: Die in Schottland gedrehten Szenen sind wunderschön und atmosphärisch stark. Aber der Unterschied fällt auf – besonders Zuschauer*innen, die wissen, wie ein norwegisches Nummernschild aussieht.
Ob man das bei einem Blockbuster dieser Größenordnung nebensächlich oder nachlässig findet, muss jede und jeder selbst entscheiden. Marvel-Filme leben von ihrer Detailverliebtheit, gerade in einem Film, in dem so viele lose Enden zusammenlaufen. Doch auch ein Mammutprojekt wie „Avengers: Endgame“ ist nicht davor sicher, dass solche Details durchrutschen.
Ob das bei „Avengers: Doomsday“ anders wird? Der neue MCU-Blockbuster kommt am 16. Dezember 2026 in die Kinos und lässt dann wohl gleich drei versierte Marvel-Stars aufeinandertreffen:
3 Marvel-Urgesteine treffen in "Avengers 5" aufeinander: Neue Details zur Handlung wohl enthüllt