"Ich dachte nur: Oh mein Gott!": "Star Wars"-Legende sollte in einem der ekelerregendsten Horror-Schocker aller Zeiten mitspielen
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Ein Arzt will aus Körpern einen menschlichen Tausendfüßler zusammennähen. Klingt krank? Ist es! Dennoch handelt der Psycho-Schocker „Human Centipede“ genau davon. Im noch verstörenderen Sequel sollte eine echte „Star Wars“-Ikone mitspielen.

In der Riege der schockierendsten Horror-Schocker aller Zeiten steht dieser Film ganz weit oben: „Human Centipede - Der menschliche Tausendfüßler“ von Skandal-Regisseur Tom Six. Die Fachpresse und sogar etliche hartgesottene Horror-Fans stehen dem Film seit seiner Veröffentlichung 2009 extrem zwiegespalten gegenüber, den bizarren, teils abscheulichen Body-Horror-Szenen sei Dank. Schon die Grundidee des Films ist höchst grotesk – vermutlich eine der verstörendsten Prämissen aller Zeiten:

Es geht um den wahnsinnigen deutschen Chirurgen Dr. Heiter und seinen abstrusen Plan vom „menschlichen Tausendfüßler“. Er betäubt seine Opfer und näht sie im OP-Keller seines Hauses Mund und Gesäß zusammen. Fortan trainiert er seine geisteskranke Schöpfung wie einen Hund. Ihr seht also: Victor Frankenstein ist ein harmloser Schönheitschirurg gegen Dr. Heiter!

Human Centipede
Human Centipede
Starttermin 7. September 2012 | 1 Std. 30 Min.
Von Tom Six
Mit Akihiro Kitamura, Dieter Laser, Ashley C. Williams
Pressekritiken
2,0
User-Wertung
2,2
Filmstarts
3,5

„Human Centipede“ lief in den USA nur in wenigen ausgewählten Kinos und in Deutschland fand sich erst gar kein Verleih. Zwei Jahre nach dem Original sollte mit Luke-Skywalker-Darsteller Mark Hamill einer der größten Stars des Sci-Fi-Kinos die Fortsetzung „The Human Centipede II“ veredeln. Aber die „Star Wars“-Legende war entsetzt vom Inhalt des Films.

"Schickt mir das Drehbuch nicht!": So reagierte Mark Hamill

In einem Gespräch mit Entertainment Weekly anlässlich seines neuen Films, der Stephen-King-Adaption „The Long Walk“, erinnerte sich Hamill an die Zeit des skurrilen Angebots. Er hatte zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas von dem Film gehört: „Jemand sagte zu mir: ‚Die wollen, dass du in ‚The Human Centipede II‘ mitspielst.‘ Und ich fragte: ‚Was ist das für ein Film?‘ Sie erklärten mir die Prämisse, und ich dachte nur: ‚Oh mein Gott! Danke, dass ihr mir diese Bilder in den Kopf gesetzt haben. Ich werde euch das nie verzeihen.‘“

Die Entscheidung fiel Hamill also leicht: „Schickt mir das Drehbuch nicht!“ Schon die Story habe ihn abgeschreckt und er werde sich so etwas nie ansehen, erklärte Hamill, der noch immer sehr emotional auf dieses Thema reagiert. Die Reaktion des 73-jährigen Schauspielers war allerdings verständlich:

Denn an Konzept und Story änderte Tom Six im als referentielle Meta-Huldigung des Erstlings angelegten Zweitwerk nicht allzu viel, dafür ist der Film aber noch ungleich brutaler, ekelerregender und nihilistischer. In „The Human Centipede 2“ realisiert ein Eigenbrötler namens Martin Lomax (Laurence R. Harvey) sein Lebenswerk: ein Tausendfüßer aus Menschen, der nach „Fertigstellung“ gleich zwölf Glieder haben soll. Ein dritter Teil der Reihe folgte im Jahr 2015.

The Human Centipede 2
The Human Centipede 2
1 Std. 24 Min.
Von Tom Six
Mit Laurence R. Harvey, Ashlynn Yennie, Dominic Borrelli
User-Wertung
1,9
Filmstarts
0,5

Überzeugende Vision

Doch Hamill ist nicht generell abgeneigt, in Horror-Filmen mitzuspielen. Ab dem 11. September 2025 ist er in „The Long Walk“ von „Tribute von Panem“-Erfolgsregisseur Francis Lawrence zu sehen. Auch hier war Hamill zunächst nicht hundertprozentig von der Geschichte des dystopischen Thrillers überzeugt – selbst wenn es nicht um einen künstlich erschaffenen Tausendfüßler aus Menschen ging.

Es war die Vision von Lawrence, die Hamill letztlich von einer Mitwirkung überzeugte, wie er Entertainment Weekly mitteilte. Das eigentliche Herz und die Seele des Films seien die Erfahrungen der Hauptfiguren unter außergewöhnlichen Umständen. „Ihre Höhen, ihre Tiefen, ihre Triumphe, ihre Tragödien, die Bündnisse, die Rivalitäten. Darum geht es in dem Film.“

Jahrzehntelang verband Hamill und Prinzessin-Leia-Darstellerin Carrie Fisher eine enge Freundschaft – und ein lang anhaltender, völlig absurder Streit über Luke Skywalkers königlichen Status. Erfahrt hier die ganze Geschichte:

"Mir war es egal – aber ihr war es wirklich wichtig": Über dieses "Star Wars"-Detail stritten Mark Hamill und Carrie Fisher jahrelang!

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren