Was auf den ersten Blick wie eine harmlose Fan-Ecke für Jedi, Sith und Lichtschwert-Duelle wirkte, entpuppte sich Jahre später als hochgeheime Plattform des US-Geheimdienstes. Unter der unscheinbaren Adresse starwarsweb.net verbarg sich ein Treffpunkt, der nicht für Nerds gedacht war, sondern für Spione und Informanten. Der brasilianische IT-Forscher Ciro Santilli stieß bei seinen Recherchen auf das Portal – und legte damit ein ganzes Netz von getarnten Webseiten offen.
Von Beauty-Blogs über Extremsport-Foren bis hin zu Filmseiten: Hinter vielen dieser Plattformen steckte die CIA. Der Zweck: verdeckte Kommunikation mit Agenten in Ländern wie China, Iran, Frankreich oder Deutschland. Besonders pikant: Schon 2018 berichtete Yahoo! über diese Praxis, doch erst eine Analyse von Reuters im Jahr 2022 brachte die ganze Dimension ans Licht. Ganze 885 Seiten waren betroffen – und das Muster dahinter erstaunlich simpel.
Ein Spionagenetz, das an eine Komödie erinnert
Was wie ein Thriller beginnt, endet fast schon wie eine Farce der Coen-Brüder. Denn die CIA hinterließ in ihrem digitalen „Star Wars“-Konstrukt auffällig viele Spuren. CitizenLab-Experten fanden im Code eindeutige Hinweise wie das Wort „password“ für den Zugang – Fehler, die jeden Anfänger im Netz stutzig gemacht hätten. Auch die IP-Adressen der Seiten lagen in einer auffälligen Reihenfolge dicht beieinander.
Das fatale Ergebnis: Behörden in Iran und China durchschauten das System. Zahlreiche Informanten flogen auf – viele bezahlten dies mit ihrem Leben. Santilli selbst konnte große Teile des Netzes ohne teure Technik enttarnen, lediglich mit frei zugänglichen Tools wie der Wayback Machine.
Ironischerweise erinnerte die Geschichte weniger an James Bond, sondern eher an den Film „Burn After Reading“ von den bereits erwähnten Joel und Ethan Coen. Dort fragt CIA-Chef J.K. Simmons am Ende: „Was haben wir gelernt?“ – und beantwortet es selbst mit: „Ich schätze, wir haben gelernt, es nicht nochmal zu tun.“ Ein Satz, der hier erschreckend treffend wirkt...
Noch eine verrückte „Star Wars“ Geschichte findet ihr im nachfolgenden Artikel:
George Lucas wollte, dass ein Affe (!) einen der berühmtesten "Star Wars"-Helden spielt – und wir haben sogar ein Bild davon