Robert Redford wollte diesen romantischen Kinohit nicht drehen: Um sich besser zu fühlen, trug er zwei Unterhosen
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor mehr als 50 Jahren war Robert Redford an der Seite einer absoluten Schauspiel-Legende in einem romantischen Kino-Hit zu sehen. Doch das Verhältnis zwischen den beiden Hollywood-Ikonen war alles andere als unkompliziert...

Vergangene Woche hat Hollywood einen seiner größten Stars verloren: Robert Redford – legendärer Schauspieler („Die Unbestechlichen“), oscarprämierter Regisseur („Eine ganz normale Familie“) und Gründer des renommierten Sundance Filmfestivals – ist am 18. August 2025 im Alter von 89 Jahren verstorben. Neben seinen filmischen Leistungen hinterließ er auch zahlreiche Anekdoten aus dem Produktionsalltag.

1973 stand Redford so gemeinsam mit Barbra Streisand für das Melodram „So wie wir waren“ vor der Kamera. Während sie in die Rolle der engagierten Kommunistin Katie Morosky schlüpfte, verkörperte Redford Hubbell Gardiner, einen angehenden Schriftsteller und Sohn einer wohlhabenden protestantischen Familie. Trotz ihrer Gegensätze verlieben sich die beiden ineinander – doch ihre Beziehung wird von politischen Konflikten, gesellschaftlichen Unterschieden und persönlichen Krisen überschattet. Und auch hinter den Kulissen lief es nicht immer harmonisch ab...

So wie wir waren
So wie wir waren
Starttermin 7. März 1974 | 1 Std. 50 Min.
Von Sydney Pollack
Mit Barbra Streisand, Robert Redford, Bradford Dillman
User-Wertung
3,7

In seinem Buch „The Way They Were: How Epic Battles And Bruised Egos Brought A Classic Hollywood Love Story To The Screen“* beschreibt Filmkritiker Robert Hofler die komplizierte Dynamik am Set. Barbra Streisand habe sich demnach mit großem Engagement dafür eingesetzt, die Liebesgeschichte auf der Leinwand zu intensivieren – sie suchte die Nähe zu ihrem Co-Star, sprach ausführlich über die gemeinsame Darstellung und versuchte, auch abseits der Kamera eine gewisse Intimität herzustellen. Gleichzeitig habe sie auch ein persönliches Interesse an Robert Redford entwickelt – sehr zu seinem Missfallen.

Redford galt als eher zurückhaltend, war privat gebunden und hatte außerdem Zweifel, ob Streisands laute, sehr präsente Persönlichkeit zu der Rolle passte. Schon vor Drehbeginn war er skeptisch gegenüber ihrer Besetzung, da er befürchtete, dass ihr Temperament seine Rolle überschatten könnte. Mehrmals gab er zu Protokoll, dass er den Film am liebsten gar nicht drehen wolle.

Diese Gemengelage führte eines Tages zu einer skurrilen Begebenheit: Bei der ersten gemeinsamen Sexszene soll Redford gleich zwei enge Unterhosen getragen haben, ähnlich den Modellen, wie sie auch von Profisportlern genutzt werden – laut eigenen Aussagen, um sich vor seiner teilweise unbekleideten Szenenpartnerin wohler zu fühlen. Beim Dreh einer weiteren Liebesszene wiederum weigerte sich Redford, den Satz „Dieses Mal wird besser“ zu sagen, weil er fürchtete, das Publikum könne Fiktion und Realität nicht auseinanderhalten.

So rührend verabschiedete sich Barbra Streisand von Robert Redford

Vor diesem Hintergrund ist die Leinwandchemie zwischen den beiden Stars umso erstaunlicher – die sicherlich einen großen Teil dazu beitrug, dass „So wie wir waren“ zum Kassenschlager wurde. Zudem gewann die dritte von insgesamt sieben Zusammenarbeiten zwischen Redford und Regisseur Sydney Pollack („Jenseits von Afrika“) zwei Oscars, für die beste Filmmusik sowie den besten Originalsong. Mehr als ein halbes Jahrhundert später blickte Barbra Streisand anlässlich von Redfords Tod mit warmen Worten auf den Schauspieler zurück. Auf Instagram veröffentlichte sie einen persönlichen Nachruf:

„Jeder Tag am Set von ‚So wie wir waren‘ war aufregend, intensiv und voller purer Freude. Wir waren wandelnde Gegensätze: Seine Herkunft war unmittelbar mit Pferden verbunden, und ich war allergisch gegen sie! Trotzdem versuchten wir ständig, mehr voneinander zu lernen – so wie die Figuren im Film. Bob war charismatisch, intelligent, intensiv, immer interessant – und einer der größten Schauspieler aller Zeiten. Das letzte Mal sah ich ihn, als er zum Mittagessen vorbeikam. Wir sprachen über Kunst und beschlossen, uns unsere ersten Zeichnungen zu schicken. Er war einzigartig, und ich bin dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, mit ihm zu arbeiten.“

Auch Meryl Streep hat sich mit rührenden Worten bei Redford verabschiedet. Mehr zu der innigen Freundschaft zwischen den beiden Ikonen lest ihr im nachfolgenden Artikel:

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor auf unserer brasilianischen Schwesternseite AdoroCinema erschienen.

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