Mit seiner sogenannten „Oslo-Trilogie“ bestehend aus den Filmen „Auf Anfang“, „Oslo, 31. August“ und „Der schlimmste Welt der Welt“ schuf Joachim Trier einen der besten Kino-Dreiteiler des 21. Jahrhunderts – bevor er mit „Sentimental Values“ am 4. Dezember dann noch den ebenfalls sehenswerten, inoffiziellen vierten Teil der Reihe nachschiebt (in der FILMSTARTS-Kritik gab es 4 von 5 Sternen). Ganz nebenbei bescherte er uns mit „Thelma“ zudem einen herausragendes Coming-of-Age-Drama zwischen junger Liebe, Rebellion, Superkräften und unter die Haut gehendem Horror.
Ja, der Däne lässt sich ohne Weiteres als eine der schillernden Figuren des aktuellen europäischen Kinos bezeichnen – sowie als große Zukunftshoffnung. Schließlich sollten dem gerade einmal 51-Jährigen noch viele Jahre bevorstehen, um uns mit weiteren (zwischen-)menschlichen Kino-Sternstunden zu bewegen, zu schockieren und zum Nachdenken anzuregen. Doch schon jetzt hat er sich als Filmemacher einen gewissen Status erarbeitet, der ihm große Freiheiten gewährt. Eine, die sich der Regisseur selbst rausnimmt: Joachim Trier hat sich vorgenommen, nie einen Schauspieler anzubetteln, um in einem seiner Film mitzuspielen. Bis er für Stellan Skarsgård schließlich doch eine Ausnahme machte. Machen musste.
"Ich konnte es nicht ohne ihn machen"
In seinem neusten Film, dem bereits erwähnten „Sentimental Value“, erzählt er die Geschichte eines entfremdeten Vater-Tochter-Gespanns, das mittels der Kunst wieder zueinander findet – und hatte dafür bereits vorab ein konkretes Bild im Kopf.
„Ich habe diesen Film für zwei Schauspieler geschrieben. Und das sind Renate Reinsve und Stellan Skarsgård“, verriet der Regisseur nun im Gespräch mit Indie Wire und führt hinsichtlich Letzterem aus: „Ich habe noch nie mit ihm gearbeitet. Ich kannte ihn nicht einmal. Ich habe ihn während des Schreibprozesses in Schweden getroffen. Ich habe noch nie einen Schauspieler angebettelt, aber je mehr Zeit ich mit ihm verbracht habe, desto klarer wurde mir: Ich konnte es nicht ohne ihn machen“, so Trier gegenüber Indie Wire.
Disney und seine verbundenen Unternehmen
Für ihn sei Skarsgård „einer der wenigen wirklich, wirklich großartigen Schauspieler“ sowohl in Skandinavien als auch international. Trier bezeichnet ihn sogar als „Mr. Cinema“ und sei deswegen auch „super stolz“, dass dieser sein Rollenangebot akzeptierte. Kein Wunder, ist der gebürtige Schwede als Schauspieler doch längst auch in Hollywood äußerst gefragt.
Stellan Skarsgård steht regelmäßig für europäische Produktionen wie etwa Lars von Triers „Nymphomaniac“ vor der Kamera, kann sich allerdings auch in der Traumfabrik kaum vor Angeboten retten. Ob nun in den Marvels „Thor“- und „Avengers“-Filmen, in Denis Villeneuves „Dune“ oder in gefeierten Serien wie „Andor“ oder „Chernobyl“: Skarsgård steht für Blockbuster-Unterhaltung ebenso wie für Arthouse – und brilliert auch in „Sentimental Values“, wie ihr in unserer Kritik zum Film nachlesen könnt. Zur Vorbereitung auf den demnächst ins Haus stehenden Kinostart könnt ihr hier außerdem mal in den Trailer reinschauen: