Keine Chance für Sci-Fi-Kracher "Tron: Ares": "Amrum", das deutsche "Harry Potter" und "Das Kanu des Manitu" dominieren Kinocharts
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Fasziniert und berührt werden, aber auch ein stückweit über sich selbst erfahren – darin besteht für Daniel die Magie des Kinos.

Die aktuellen Kinocharts sind vor allem aus heimischer Sicht überaus erfreulich. Die Top 3 bestehen so ausnahmslos aus deutschen Produktionen – und verdrängen „One Battle After Another“ und „Tron: Ares“ auf die hinteren Plätze.

Es ist nicht gerade so, als würde die Traumfabrik momentan brachliegen. Tatsächlich kam Hollywood zuletzt sogar mit einigen heißen Eisen um die Ecke, bei denen der Funke an den Kinokassen allerdings nur bedingt überspringen will – sehr zum Leidwesen der Macher einiger mit Spannung erwarteter Filme, für die es nun schwer werden dürfte, schwarze Zahlen zu schreiben. Wesentlich erfreulicher fällt da schon das Abschneiden deutscher Produktionen aus, die derzeit das Maß aller Dinge in den heimischen Filmtheatern sind:

Schwacher Start für "Tron: Ares"

Fans von „Tron“ und „Tron: Legacy“ mussten eine halbe Ewigkeit warten, bis es mit „Tron: Ares“ nun endlich zurück in die überstylische Computerwelt von Kevin Flynn zurückging. Dass es dem potentiellen Science-Fiction-Blockbuster nun jedoch nicht gelingt, die Massen in die Kinos zu locken, dürfte nicht zuletzt an den eher mauen Pressestimmen liegen. In der FILMSTARTS-Kritik gab es für den „Augen- und Ohrenschmaus“, der aber „mehr Wumms, weniger Tiefgang“ bietet, nur 2,5 von 5 möglichen Sternen.

So reicht es für den 180 Millionen Dollar teuren „Tron: Ares“ an seinem Startwochenende weltweit nur für 60,5 Millionen Dollar. Gemessen an seinen Produktionskosten sowie in Anbetracht der allenfalls durchschnittlichen Mundpropaganda dürfte es der neue Film von „Fluch der Karibik 4“- und „Maleficent 2“-Macher Joachim Rønning am Ende schwer haben, seine Kosten wieder einzuspielen. Die Abgaben an die Kinobetreiber sowie die Kosten für das Werbebudget fließen schließlich auch noch in die Rechnung ein.

In Deutschland reichte es zum Start gar nur für knapp über 85.000 verkaufte Tickets sowie Rang 5 der aktuellen Charts. Ein maues Ergebnis, mit dem Disney wohl nicht allzu zufrieden sein dürfte – und das auch noch hinter „One Battle After Another“ liegt. Das Meisterwerk mit Leonardo DiCaprio belegt mit 90.000 Besucher*innen Platz 4 an den deutschen Kinokassen. Weltweit stehen aktuell 138 Millionen Dollar zu Buche.

Deutsches Kino ist (doch) geil!

In unserer Reihe „Deutsches Kino ist (doch) geil!“ stellen wir euch jeden Monat eine heimische Filmproduktion vor, die wir euch ganz besonders ans Herz legen. So wollen wir auf die Vielfalt des deutschen Kinos hinweisen – dementsprechend freuen wir uns natürlich, wenn das Publikum in Scharen in die Lichtspielhäuser zieht, um sich davon selbst zu überzeugen.

Mit „Die Schule der magischen Tiere 4“ (270.000 verkaufte Tickets), „Amrum“ (125.000) und „Das Kanu des Manitu“ (90.000) besteht das Treppchen ausnahmslos aus deutschen Filmen! Der mittlerweile vierte Teil der „deutschen Antwort auf ‚Harry Potter‘“ steht mit insgesamt bereits über 1,6 Millionen gelösten Tickets kurz davor, in die Top 5 der erfolgreichsten Filme des Jahres vorzupreschen. Rang 2 ist für Fatih Akins starbesetzten Kriegsfilm mehr als respektabel und lässt gespannt auf die kommenden Tage und Wochen blicken, wie viel hier am Ende geht (mit seinem letzten Film „Rheingold“ knackte der Ausnahme-Regisseur die Besuchermillion).

Immer noch herausragend hält sich zudem die „Der Schuh des Manitu“-Fortsetzung: Zwei Monate nach Kinostart mischt „Das Kanu des Manitu“ immer noch ganz vorne mit. Über 4,55 Millionen Tickets wurden für das Sequel der Western-Persiflage mittlerweile verkauft. Michael Bully Herbigs neuer Hit ist damit an den heimischen Kassen nicht nur die unangefochtene Box-Office-Nummer 1 des Jahres, sondern zählt nun auch zu den 50 umsatzstärksten Filmen aller Zeiten in Deutschland.

Im Oktober ist übrigens „Karla“ unser „Deutsches Kino ist (doch) geil!“-Beitrag. Warum sich ein Kinobesuch lohnt, könnt ihr in unserer 4,5-Sterne-Kritik oder in unserem Kinotipp nachlesen:

Kinotipp der Woche: Ein hochintensiver Gerichtsfilm, der euch den Boden unter den Füßen wegziehen wird!

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