Dieser Film war 33 (!) Jahre in Arbeit: Einzigartiger Science-Fiction-Horror neu bei Amazon Prime Video
Julius Vietzen
Julius Vietzen
-Senior-Redakteur
Julius hat damals beim Jobben in einer Videothek so ziemlich jeden Horrorfilm gesehen, den es dort gab, und dabei einige Perlen entdeckt – von "Splinter" über "Triangle" bis "Fragiles".

Ihr seid bereit, euch auf eine absolut einzigartige Seherfahrung einzulassen? Dann findet ihr im Abo bei Amazon Prime Video nun den richtigen Film: den Stop-Motion-Steampunk-Horrorfilm „Mad God“ von Effektkünstler und Hollywood-Legende Phil Tippett.

Den Namen Phil Tippett werden selbst eingefleischte Filmfans womöglich nicht auf Anhieb zuordnen können, doch mit seiner Arbeit seid ihr ganz sicher vertraut: Denn als VFX-, Puppen- und Stop-Motion-Künstler war Tippett an ikonischen Filmen wie „Jurassic Park“, „Star Wars 5+6“, „RoboCop“, „Starship Troopers“ oder „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ beteiligt. Während der Arbeit an „RoboCop 2“ im Jahr 1987 begann Tippett dann auch mit der Arbeit an seinem Regiedebüt – doch bis er „Mad God“ fertig stellen würde, sollte es noch 33 Jahre (!) dauern.

Schuld daran war „Jurassic Park“, denn die damals sehr modernen Computereffekte in diesem Film brachten Tippett dazu, dem Stop-Motion-Handwerk abzuschwören. Doch einer Crowdfunding-Kampagne und der Corona-bedingten Freizeit sei Dank drehte Tippett „Mad God“ dann im Jahr 2020 tatsächlich zu Ende, bevor er den Film schließlich 2021 erstmals einem Publikum präsentierte. Und die lange Wartezeit hat sich gelohnt!

Davon könnt ihr euch jetzt auch im Abo bei Amazon Prime Video vergewissern – dafür solltet ihr aber wissen, was euch hier erwartet, denn einen Film wie „Mad God“ gibt es so ganz bestimmt kein zweites Mal. Wer bereit ist, sich auf einen Stop-Motion-Steampunk-Horrorfilm einzulassen, erzählt ohne Dialoge und in lose verbundenen Episoden, von denen eine rätselhafter ist als die andere, mit Bildern, die mal beeindrucken, mal verstören und mal amüsieren, bekommt hier eine absolut einzigartige Erfahrung geboten:

Eine Inhaltsangabe von „Mad God“ kommt beinahe schon einer Interpretation des Gezeigten gleich, aber ein paar Fakten gibt es: Der Film beginnt mit einer Gestalt (offiziell „Assassin“, also „Attentäter“ genannt) in Atemmaske und Schutzhelm, die in eine Art Taucherglocke hinabgelassen wird – vorbei an einem riesigen Gebäude mit Geschützen, gewaltigen Abflussrohren, Fossilien und anderen Objekten, bis er schließlich in einer albtraumhaften Unterwelt landet, in der es von mysteriösen Kreaturen wimmelt, die sich gegenseitig fressen und in einer höllischen Fabriklandschaft aufgerieben werden. Dabei hat er einen Koffer und eine Karte, die immer weiter auseinanderfällt.

Am Ziel seiner Mission angekommen, endet diese Episode jedoch überraschend – und in der nächsten Episode, die auch Realfilm-Elemente enthält, wird in einer Art makabrem Schattenspiel mit Sitcom-Lachern aus der Konserve eine Gestalt von einem Arzt und zwei Kreaturen zerpflückt, bei der es sich gut um den Assassinen handelt könnte, den wir gerade gesehen haben. Der Arzt (Satish Ratakonda) und eine Krankenschwester (Niketa Roman) graben in dessen Brustkorb nach etwas und schließen eine Art Fernseher an das Gehirn des Assassinen an – womit dann die nächste Episode beginnt...

Mad God
Mad God
Starttermin 1. Oktober 2023 | 1 Std. 24 Min.
Von Phil Tippett
Mit Alex Cox, Niketa Roman, Satish Ratakonda
User-Wertung
3,0

Weil sich die Handlung des Films so schwer beschreiben lässt, hier ein weiteres Beispiel für die Art von Wahnsinn, die euch in „Mad God“ erwartet: Während seiner Reise durch die Unterwelt kommt der Attentäter an einer Reihe von riesenhaften Gestalten vorbei, die auf einem elektrischen Stuhl sitzen. Mit deren Exkrementen (!) wird dann wiederum eine noch riesigere aus Schläuchen und einzelnen Körperteilen bestehende Kreatur gefüttert (!!), die wiederum nahtlos in eine gewaltige Fabrik übergeht, in der dann reihenweise gesichtslose Gestalten hergestellt werden, die wahlweise sinnlos erscheinende Tätigkeiten ausführen, direkt verheizt werden oder auch mal von einer riesigen Walze zerquetscht werden.

„Mad God“ ist also kein Film, den man beim Ansehen direkt „verstehen“ kann, sondern eher eine Erfahrung, die man über sich hinwegspülen lassen sollte. Nicht umsonst hat Regisseur Phil Tippett in der Vergangenheit erklärt, dass sein Film am ehesten mit den Momenten nach dem Aufwachen vergleichbar sei, in dem noch einzelne Fragmente eines Albtraum vor dem geistigen Auge aufblitzen, bevor sie endgültig aus der Erinnerung verschwinden.

Wenn euch das alles zu verrückt klingt, findet ihr hier auch noch einen anderen, wesentlich generischeren Neustart bei Amazon Prime Video:

Neu bei Amazon Prime Video: Psycho-Horror à la "M3GAN" der 2024 in den Kinos lief

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