„Frontier Crucible“ ist der erste neue Film mit Armie Hammer seit „Tod auf dem Nil“ von 2022. Aus der Agatha-Christie-Verfilmung konnte Regisseur Kenneth Branagh den Kalifornier damals nicht mehr herausschneiden, weil er in zu vielen Szenen dabei war. Ein Neudreh seines Parts mit einem anderen Darsteller wäre einfach zu zeit- und damit geldraubend gewesen. Eine Aktion wie bei Ridley Scotts „Alles Geld der Welt“, in dem Christopher Plummer nachträglich anstelle des nach Drehschluss in Ungnade gefallenen Kevin Spacey gecastet wurde, gab es also nicht.
Was war passiert? Anfang 2021 gingen mehrere Frauen mit Vorwürfen gegen Hammer an die Öffentlichkeit. Der „The Social Network“- und „Lone Ranger“-Star soll sich in seinen Beziehungen unter anderem manipulativ und gewalttätig verhalten haben. Obendrein habe er den Anklägerinnen gegenüber Kannibalismusfantasien offenbart. Dazu wurden Screenshots von Textnachrichten veröffentlicht, die Hammer angeblich verschickt haben soll. Diese beinhalteten sexuelle Fantasien, die ebenfalls mit Kannibalismus und teils roher Gewalt verbunden waren.
Obwohl Polizei und Staatsanwalt des L.A. County die Ermittlungen gegen Hammer bereits im Mai 2023 einstellten, wurde der zuvor durchaus gefragte, für seine Auftritte mehrfach ausgezeichnete Mime seit dem Skandal nicht mehr gecastet. Der umstrittene deutsche Regisseur Uwe Boll war Ende 2024 schließlich einer der ersten, der ihm wieder einen Job gab. Der von Boll gedrehte „Citizen Vigilante“ wartet allerdings noch auf seine Veröffentlichung.
So markiert der im November und Dezember 2024 unter anderem in der legendären Film-Location Monument Valley („Easy Rider“, „Der schwarze Falke“, „Thelma & Louise“, „Forrest Gump“ etc.) in Arizona realisierte „Frontier Crucible“ nun das Hammer-Comeback. Der Western startet am 5. Dezember 2025 in den nordamerikanischen Kinos. Wann und auf welchem Weg „Frontier Crucible“ nach Deutschland kommt, ist bisher nicht bekannt.
Neben Armie Hammer stehen noch folgende bekanntere Namen auf der Besetzungsliste: William H. Macy („Fargo“), Marvel-Star Thomas Jane („The Punisher“), Eli Brown („Like A Complete Unknown“), Ryan Masson („The Last Stop In Yuma County“), Zane Holtz aus der „From Dusk Till Dawn“-Serie und Eddie Spears („Yellowstone“).
Die Regie übernahm Travis Mills („Cornbread Cosa Nostra“), der auf mit kleinem Budget in relativ kurzer Zeit runtergekurbelte Streifen abonniert ist. „Frontier Crucible“ ist mit 18 Drehtagen eine seiner aufwändigeren Inszenierungen. Mills’ Drehbuch basiert auf der 1961 veröffentlichten Novelle „Desert Stake-Out“ von Pulp-Kultautor Harry Whittington („Dead In The Water“), der auf harte Western und dreckige Thriller spezialisiert war. Produziert wurde das Werk von Dallas Sonnier, der mit dem brutalen „Bone Tomahawk“ ein jüngeres Genre-Highlight verantwortete.
Frontier Crucible"": Das ist die Story
Ein Planwagen voller lebenswichtiger medizinischer Hilfsgüter wird auf dem Weg zu seinem Bestimmungsort immer wieder von Apachen attackiert. Der Mann, der die Ladung dennoch sicher durch das gefährliche Stammesgebiet führen soll, ist Merrick Beckford (Myles Clohessy) – ein erfahrener Fährtenleser mit einer dunklen Vergangenheit.
Um die Mission erfüllen zu können, muss Beckford drei gewalttätige Gesetzlose (u.a. Armie Hammer) zur Unterstützung anheuern. Als die Gruppe versehentlich einen Apachen-Späher tötet, beginnt die Grenze zwischen purem Überleben und ewiger Verdammnis auf diesem gnadenlosen Treck durch die Prärie immer mehr zu verschwimmen…
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Apropos „Bone Tomahawk“: Wenn ihr mehr über das Wildwest-Juwel mit Kurt Russell und Patrick Wilson wissen wollt, dann lest den folgenden Streaming-Tipp von FILMSTARTS-Redakteur Björn Becher:
Heute Abend streamen: Dieses brutale Horror-Highlight ist das Gegenstück zu einem Werk von Quentin Tarantino*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.