Während „Rebel Moon“ einst als „Star Wars“-Film konzipiert war, wurde daraus letztlich Zack Snyders Antwort auf die legendäre Science-Fiction-Saga von George Lucas. Nachdem die beiden Filme die mit jenen Vorzeichen einhergehenden Erwartungen allerdings kein Stück erfüllen konnten, wird aus dem groß angelegten Franchise wohl doch nichts mehr. Eines hat der Regisseur aber dennoch mit den Geschichten aus der weit, weit entfernten Galaxis gemeinsam: Er weiß das Publikum zu spalten!
Während viele „Krieg der Sterne“-Verfechter die jüngeren Kapitel der Reihe verteufeln, wusste auch Zack Snyder die Massen mit Filmen wie „Dawn Of The Dead“, „300“ und „Man Of Steel“ zu begeistern. Neben vielen Fans hat der ehemalige Werbefilmer aber auch einige Hater, die mit seinem zugegebenermaßen eigenwillig-überhöhten Stil so gar nichts anfangen können. Seine jüngsten Arbeiten (neben „Rebel Moon“ etwa auch der Zombie-Blockbuster „Army Of The Dead“) konnten das Momentum von Snyders früheren Werken nicht mehr mitnehmen – doch der 59-jährige Visionär aus Green Bay hat bereits reihenweise neue Projekte in der Pipeline, mit denen er seine Fans beschenken und seine Skeptiker verstummen lassen könnte.
Zack Snyders „The Last Photograph“ wird dabei ganz besonders gespannt erwartet, schließlich soll es sich dabei um kein Bombast-Gelage handeln. Große Bilder dürfte aber auch das Kriegsfilm-Epos bieten – und für die scheint Snyder höchstselbst zu sorgen, wie das erste, jetzt via Instagram veröffentlichte Bild von den Dreharbeiten nahelegt:
„Alles, was man wirklich braucht, um einen Film zu drehen, ist eine Box, eine Kamera und der Amazonas“, schreibt Snyder in dem Beitrag – in dem er zudem seinen Hauptdarsteller Stuart Martin („Rebel Moon“, „Army Of Thieves“) verlinkt hat. Dass er dabei selbst die Kamera hält, ist in Hollywood zwar eher untypisch, für den „Watchmen“-Regisseur aber nicht ungewöhnlich. Dieser arbeitet stets eng mit seinen Kameraleuten zusammen und führte bei seinen letzten Regiearbeiten auch schon selbst die Kamera.
Das ist "The Last Photopgraph"
Es handelt sich bei „The Last Photopgraph“ um ein echtes Herzensprojekt von Zack Snyder, an dem dieser bereits seit vielen Jahren tüftelt – unter anderem sollten zwischenzeitlich so sogar Christian Bale und Sean Penn dafür vor die Kamera treten, doch immer wieder kamen andere Projekte dazwischen. Nun aber ist es endlich so weit: Die Dreharbeiten laufen auf Hochtouren und sollen in den kommenden Wochen auch noch nach Island, Kolumbien und Los Angeles führen.
Während die Geschichte von Snyder selbst stammt, brachte sie dessen alter Bekannter Kurt Johnstad („300“, „Rebel Moon“) in Form – und damit durchaus ein Experte auf dem Gebiet, verantwortete dieser doch auch schon das Skript zum für seinen Realismus bekannten Kriegsfilm „Act Of Valor“. Das „Dune“-Trio Hans Zimmer, Omer Benyamin und Steven Doar wird die Musik zum Film beisteuern.
Die Geschichte dreht sich um einen ehemaligen DEA-Agenten, der gezwungen ist, in die südamerikanische Bergwelt zurückzukehren. Sein Ziel: die Rettung seiner Nichten und Neffen, die entführt wurden, nachdem ihre als Diplomaten tätigen Eltern einem brutalen Anschlag zum Opfer fielen. Sein einziger Verbündeter ist ein drogenabhängiger Kriegsfotograf, der die Gesichter der Verbrecher gesehen hat. Je tiefer sie in die Wildnis vordringen, desto mehr geraten ihre Wahrnehmung der Realität und ihre tiefsten Überzeugungen ins Wanken.
Im Irrsinn des Krieges den Bezug zur Wirklichkeit verlieren? Das erinnert natürlich direkt an „Apocalypse Now“! Doch während Zack Snyder durchaus das Zeug dazu hat, große Geschichten mitreißend zu inszenieren, sollte man wohl kein zeitloses Meisterwerk auf Augenhöhe von Francis Ford Coppolas Klassiker erwarten. Wer sich für die absolut desaströsen, ausufernden Dreharbeiten von „Apocalypse Now“ interessiert, sollte hingegen unbedingt auch in den nachfolgenden Artikel lesen. Darin geht es um die herausragende Making-of-Dokumentation „Reise ins Herz der Finsternis“.