Kaum ein Franchise galt so lange als unerschütterlich wie das Marvel Cinematic Universe. Der Comic-Gigant hinter Blockbustern wie der „Avengers“-Reihe sorgte regelmäßig für neue Rekorde. Doch seit einiger Zeit bekommt der Glanz Kratzer. „The Marvels“, das große Team-Up rund um Captain Marvel (Brie Larson), Ms. Marvel (Iman Vellani) und Monica Rambeau (Teyonah Parris), kam mit beeindruckenden 250 Millionen Dollar Produktionsbudget daher. Und trotzdem häuften sich schon bei der Produktion die Warnsignale...
Die mysteriöse Abreise von Nia DaCosta
Marvel setzt seit Jahren auf vielversprechende Nachwuchs-Regisseur*innen, um die Franchise-Maschinerie am Laufen zu halten. Für „The Marvels“ engagierten sie so Nia DaCosta, die zuvor vor allem durch ihr „Candyman“-Remake für Aufmerksamkeit sorgte. Sie drehte das Projekt fertig, doch laut einem Bericht von Variety war sie nach den Dreharbeiten plötzlich verschwunden – und zwar mitten in der Postproduktion!
Statt an der letzten Feinjustierung und der Postproduktion mitzuwirken, wechselte sie zu einem eigenen Projekt: der Henrik-Ibsen-Adaption „Hedda“ mit Tessa Thompson, die vor Kurzem bei Amazon Prime Video* erschienen ist. Eine produktionsnahe Quelle äußerte sich wie folgt zu dem verfrühten Ausstieg von DaCosta: „Wenn du einen 250-Millionen-Dollar-Film drehst, ist es irgendwie seltsam, wenn die Regisseurin ein paar Monate vor Schluss aussteigt.“
So äußert sich die Regisseurin
DaCosta selbst erklärte (via Deadlone) im Rahmen eines Drehbuch-Festivals in Dublin, dem Storyhouse, dass Marvels durchstrukturierte Arbeitsweise stark von ihrer eigenen Art, Filme zu machen, abweicht. Sie musste sich dem großen Studio-Prozess beugen und darauf vertrauen, dass alles gut ausgeht. Doch ihrer Ansicht nach lief es diesmal nicht optimal, weswegen ihr persönlich nur noch der Abgang zu ihrem nächsten Projekt blieb.
„Sie [Marvel] hatten einen festen Termin und bereiteten bestimmte Dinge bereits vor. Man muss sich in diesen Prozess dann komplett hineinstürzen. Die Art, wie diese Filme gemacht werden, unterscheidet sich sehr von der Art, wie ich idealerweise arbeiten würde.“
Kreative Differenzen waren also der Grund für DaCostas Ausstieg – insbesondere, als sie merkte, dass es nicht mehr der Film war, den sie beim Drehen im Sinn hatte. Letztlich wurde „The Marvels“ für sämtliche Beteiligten zum Debakel: Die Kritiken fielen überwiegend negativ aus, und auch an den Kinokassen legte der Comic-Blockbuster eine Bruchlandung hin – Disney musste einen Verlust von schätzungsweise 237 Millionen US-Dollar verkraften.
Eine teure Rechnung, die man hofft, durch „Avengers 5“ sowie die mit Spannung erwartete Rückkehr von Robert Downey Jr. wieder wettmachen zu können. Mehr zu den Marvel-Plänen für die nächsten Jahre lest ihr im nachfolgenden Artikel:
Was kommt nach "Avengers 5"? Das ist der Marvel-Plan für die nächsten Jahre [UPDATE]*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.