Das Ende von "The Running Man" und die Unterschiede zu Stephen Kings Roman erklärt: Was passiert wirklich mit Ben Richards?
Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Filme, Serien, Videospiele. Markus brennt schon seit Kindertagen für so ziemlich alles, was über Bildschirme und Leinwände flimmert.

Das Finale von „The Running Man“ schlägt allerlei Haken, sodass man sich bei der schnellen Abfolge der Ereignisse durchaus fragen könnte: Was ist hier denn nun eigentlich noch echt und was nicht? Wir nehmen den Schluss einmal genauer unter die Lupe.

Ben Richards (Glen Powell) hat am Ende von „The Running Man“ eine ziemliche Odyssee hinter sich. Als verzweifelter Familienvater in die titelgebende tödliche Gameshow gestartet, um Geld für die Behandlung seiner kranken Tochter zu sammeln, hat sein Feldzug letztlich weitaus höhere Wellen geschlagen. Nachdem es ihm mehrere Wochen gelungen ist, den ihn gnadenlos verfolgenden Jägern zu entwischen, konnte er eine immer größere Fanschar hinter sich versammeln.

Diese Popularität will dann auch „Running Man“-Produzent Dan Killian (Josh Brolin) gegen Ende des Spiels für seine Zwecke ausnutzen. Er bietet Ben eine eigene Show an – und offenbart im Zuge dessen, dass die Jäger angeblich schon vor einiger Zeit Bens Frau und Kind aus Rache für den Tod eines ihrer Kollegen umgebracht haben.

Ben Richards vs. Deepfakes

Anders als Ober-Jäger Evan McCone (Lee Pace), der einst tatsächlich einen Deal mit Killians Sender angenommen hat, schlägt Ben das Angebot aus, auch nachdem er McCone an Bord eines Flugzeugs den Garaus gemacht hat und endgültig seinen Platz einnehmen könnte. Stattdessen will er bei einem live übertragenen Gespräch mit Killian dessen Machenschaften offenlegen und an das Publikum appellieren, „The Running Man“ nicht mehr einzuschalten. Killian aber schaltet schnell und will stattdessen einmal mehr Ben mit einem Deepfake-Video verunglimpfen, in dem er es so aussehen lässt, als würde der Familienvater damit drohen, das Flugzeug in das Hauptquartier von Killians Sender zu steuern.

Aus der Ferne wird das Flugzeug von Killian tatsächlich auf einen entsprechenden Kurs geschickt, dann aber mit einer Rakete vom Himmel geschossen, bevor es in das Gebäude crashen kann. Bens Schicksal ist hier zunächst ungewiss. Doch eine neue Ausgabe der Untergrund-Sendung von Systemgegner Bradley (Daniel Ezra) enthüllt der Öffentlichkeit die Wahrheit hinter Killians Taten, nicht zuletzt dank der gefundenen Black Box des Flugzeugs, die eine unveränderte Aufnahme des Gesprächs zwischen Ben und Killian enthält. Gleichzeitig zweifelt Bradley in seinem Beitrag an, dass Ben beim Abschuss der Maschine wirklich getötet wurde – und das zu Recht, wie der Film dann auch bestätigt.

The Running Man
The Running Man
Von Edgar Wright
Mit Glen Powell, Josh Brolin, William H. Macy
Starttermin 13. November 2025
User-Wertung
3,3
Filmstarts
3,0

Und damit nicht genug: Auch Bens Familie ist noch am Leben und hat unter neuer Identität einen Neuanfang gewagt. Killians Berichte über ihr Ableben und die entsprechenden Bilder dazu waren also nur eine weitere Fälschung und ein Bluff, um Ben dazu zu bringen, sich auf den Sender-Deal einzulassen, da er ohne Frau und Tochter nichts mehr zu verlieren hätte. Als vermummte Gestalt scheint er weiterhin über die beiden zu wachen, auch wenn er den direkten Kontakt offenbar (noch) scheut, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Ob sie eines Tages wieder richtig zueinander finden, bleibt offen.

Vom verzweifelten Familienvater zum Freiheitskämpfer

Ben scheint stattdessen nun erst einmal voll und ganz eine Rolle als Freiheitskämpfer gegen Killians alles kontrollierenden Konzern einzunehmen. Bei einer neuen Ausgabe von „The Running Man“ sorgen seine Unterstützer und Unterstützerinnen, die ebenfalls überzeugt sind, dass er noch lebt, für einigen Tumult – und letztlich gar dafür, dass Moderator Bobby T. (Colman Domingo) das Handtuch wirft. Als dann Killian selbst die Sache in die Hand nimmt, eskaliert die Lage endgültig. Während Molotow-Cocktails fliegen, das Studio in Flammen aufgeht und Panik ausbricht, nutzt Ben den Aufruhr, um aus der Menge zu treten und Killian zu erschießen.

Nach dem Verwirrspiel zuvor mag der eine oder die andere hier ein wenig zweifeln, ob die in den letzten Minuten von „The Running Man“ geschilderten Ereignisse jetzt tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Doch davon ist auszugehen, schließlich wurden vorher nur die TV-Übertragungen von Killians Sender entsprechend manipuliert, hier aber zeigt uns der Film selbst, was tatsächlich geschieht, so wie bereits beim Großteil der Handlung.

Ähnliches, aber dann doch sehr anderes Ende als bei Stephen King

Spannend sind aber die Unterschiede zur Romanvorlage von Stephen King, die der Horror-Papst erstmals 1982 unter dem Pseudonym Richard Bachman veröffentlichte (hierzulande trug das Buch den Titel „Menschenjagd“). Im Gegensatz zur kultigen ersten Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger aus dem Jahr 1987 hält sich der neue „Running Man“ von Edgar Wright nun erstaunlich nah an das zu Grunde liegende Buch. Selbst gegen Ende ist das in vielen Aspekten noch der Fall, zentrale Details des Ausgangs wurden im Sinne eines Happy Ends dann aber doch abgewandelt.

Bei King ist es nämlich in der Tat so, dass die Familie von Ben Richards getötet wurde. Er selbst ist danach durchaus gewillt, Killians Angebot anzunehmen, erleidet beim Kampf gegen McCone im Flugzeug dann aber eine tödliche Schusswunde. Mit letzter Kraft programmiert er den Autopiloten der Maschine dann selbst so, dass sie in Killians Hauptquartier kracht und sowohl dieser als auch endgültig Ben selbst dabei das Zeitliche segnen. Eine wesentlich düsterere Auflösung, der im neuen Film aber zumindest in Form der gefälschten Videoaufnahmen Rechnung getragen wird.

Mit den Änderungen lässt die 2025er-Version die Tür nun auch offen für ein mögliches Sequel, in dem Ben Richards seinen Kampf gegen den Überwachungsstaat der nahen Zukunft fortsetzen könnte. Über entsprechende Pläne ist bislang zwar nichts bekannt, bei großem Erfolg an den Kinokassen wäre das aber durchaus denkbar.

Wie übrigens der alte Ben Richards Arnold Schwarzenegger zur „Running Man“-Neuauflage steht, erfahrt ihr derweil im folgenden Artikel:

"Fantastisch": Arnold Schwarzenegger feiert Remake seines legendären Sci-Fi-Klassikers – das schon bald ins Kino kommt!

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