Habt ihr schon mal davon fantasiert, eure eigenen Geschichten mit euren liebsten Helden und Heldinnen aus der Kindheit zu erzählen? Das ist nun teilweise möglich. Der Grund dafür: Bei vielen Werken läuft irgendwann das Copyright aus und sie werden zur „Public Domain“. Das klingt dröge, bringt aber einen interessanten Aspekt mit sich. Figuren wie Winnie Puuh, Peter Pan oder Bambi können von jeder Person für eigene Kreationen genutzt werden. Insbesondere Horror-Filmemacher*innen schlachten diese Möglichkeit seit einiger Zeit gnadenlos aus. Winnie Puuh, Bambi, Popeye und Peter Pan sind bereits alle in Low-Budget-Produktionen zu blutrünstigen Killermaschinen geworden.
Das auslaufende Copyright betrifft inzwischen auch das Disney-Maskottchen Micky Maus – jedoch mit einer Einschränkung. Denn lediglich die allererste Micky-Version aus dessen Debüt-Cartoon „Steamboat Willie“ von 1928 steht zur freien öffentlichen Verfügung. Spätere Versionen des kecken Nagers sind weiterhin geschützt. Und sollen dies auch bleiben, zumindest wenn es nach dem Willen von Disney geht.
Das hat Regisseur Jamie Bailey und sein Drehbuchautor sowie Hauptdarsteller Simon Phillips („Fortress - Stunde der Abrechnung“) nicht daran gehindert, die Cartoon-Ikone nun ebenfalls in einen eiskalten Killer zu verwandeln. Ihr seid neugierig? Dann werft doch einen Blick auf „The Mouse Trap“. Diesen findet ihr aktuell im Streaming-Angebot von Amazon Prime Video. Empfehlen können wir euch den müden Slasher zwar nicht, wer den Streaming-Dienst des Versandhandelsriesen jedoch abonniert hat, kann sich jetzt ohne Zusatzkosten eine eigene Meinung bilden:
"The Mouse Trap": Ein absoluter Flop
Und darum geht es: Alex (Sophie McIntosh) und Jayna (Madeline Kelman) arbeiten gemeinsam in einer großen Spielhalle voller Arcade-Automaten und Kirmes-Attraktionen. Doch an Feierabend ist noch nicht zu denken: Ihr Chef Tim Collins (Simon Phillips) lockt sie mit einem großzügigen Bonus, wenn sie sich um eine Gruppe kümmern, die kurzfristig für den Abend gebucht hat.
Zu ihrer Überraschung handelt es sich dabei um Alex’ Freundeskreis, der sie mit einer vorgezogenen Feier zu ihrem 21. Geburtstag überraschen möchte. Die ausgelassene Stimmung hält jedoch nicht lange an – denn in der abgeschlossenen Halle treibt plötzlich ein Killer im Mickey-Maus-Kostüm sein Unwesen …
Wie viele der aktuellen Public-Domain-Horror-Produktionen ist „Mickey's Mouse Trap“ ein wirklich mit billigsten Mitteln produzierter Streifen, der allein von der Idee lebt, die süße Disney-Zeichentrickfigur nun als blutdürstenden Killer auf die Menschheit loszulassen. Leider macht das in diesem Fall nicht einmal fünf Minuten Spaß – und selbst Hardcore-Genre-Fans werden hier an ihre Grenzen stoßen. Folgerichtig gibt es in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik auch nur 1 von 5 möglichen Sternen. Im Fazit heißt es:
„Dieser langweilige und spannungsfreie 08/15-Slasher versagt trotz witziger Prämisse auf ganzer Linie. ‚The Mouse Trap‘ ist eine wahre Filmfalle – nicht nur für Disney-Fans, die sich im Videothekenregal vergreifen, sondern auch für Horrorfans, die eigentlich schon sehr genau wissen, worauf sie sich hier einlassen.“
Was diesen Monat sonst noch so bei Amazon Prime Video startet, erfahrt ihr hier:
Neu auf Amazon Prime Video im November 2025: Action mit Alan Ritchson, Mark Wahlberg und Jason Statham, einer der besten Superheldenfilme & mehr