"Wir können 250 Millionen Zuschauer erreichen": Vor 24 Jahren sah Jean-Claude Van Damme das Streaming-Zeitalter voraus – und wurde dafür ausgelacht!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Ausgerechnet Jean-Claude Van Damme wusste schon 2001, dass die Zukunft im Streaming liegt. Doch für seine Voraussagen musste sich der Actionstar vor zwei Jahrzehnten noch belächeln lassen...

Universal Pictures

„Man wird Filme mit dem Telefon leihen können“ – was heute völlig selbstverständlich ist, klang im Jahr 2001 wie Science-Fiction. Zur Erinnerung: Die allererste DVD wurde erst Ende 1996 in Japan verkauft – und während wir heute darüber diskutieren, inwieweit physische Datenträger im Streaming-Zeitalter überhaupt eine Zukunft haben, war die Blu-ray vor 24 Jahren noch Zukunftsmusik. Wenn es um die Weiterentwicklung des Handys geht, waren 2001 monochrome Displays und Kalenderfunktionen die großen Errungenschaften. Sich mit einem dieser kleinen Riegel, die zu 50 % aus Tastatur bestanden, einen Film auszuleihen – geschweige denn, ihn sich anzusehen –, schien ein Ding der Unmöglichkeit.

Dementsprechend ungläubig (und teils gar spöttisch) fielen die Blicke der Moderator*innen, Gäste und Zuschauer*innen aus, als Actionstar Jean-Claude Van Damme („Bloodsport“) am 16. Juni 2001 in der französischen Talkshow „Tout le monde en parle“ saß und seine Vision von der digitalen Filmverbreitung erläuterte.

Hier könnt ihr euch das Video ansehen (auf Französisch):

Van Damme hatte laut eigenen Aussagen sogar vor, selbst in das zukunftsträchtige Geschäft einzusteigen. „Wir werden einen Film im Netz ankündigen und verbreiten können“, so der 65-Jährige. „Damit können wir bis zu 250 Millionen Zuschauer erreichen. Leute auf der ganzen Welt – auch die, die kein Geld haben – können sich einen Qualitätsfilm für 1,99 Dollar ausleihen, und sie können ihn sofort sehen, statt 40 Stunden darauf zu warten, dass der Download fertig ist. Dafür braucht es nur einen Knopfdruck. (…) Ich muss dafür nicht mehr auf einen Satelliten warten, der Millionen von Dollar kostet. Dank des Internets gibt es nun ein anderes System dafür.“

Van Damme war mit seinen Prognosen sehr früh dran: Das Videoportal YouTube beispielsweise, das als Blaupause für Streamingdienste gesehen werden kann, wurde erst 2005 gegründet. Zwei Jahre später brachte das als Online-DVD-Versand gestartete Unternehmen Netflix den ersten Video-on-Demand-Dienst auf den Markt – mit einer Auswahl von ca. 1000 Filmen und Serien, die von Abonent*innen einzeln ausgeliehen werden konnten.

Obwohl der belgische Schauspieler schon vor vielen anderen erkannte, wohin die Reise geht – und sich dafür 2001 sogar noch belächeln lassen musste –, versäumte es Van Damme, ein Vermögen als Streaming-Pionier zu machen.

Und auch zu einem anderen Zeitpunkt seiner Karriere hat er sich schon einmal jede Menge Geld durch die Lappen gehen lassen. Mehr dazu lest ihr im folgenden Artikel:

"Ich will 20 Millionen Dollar": So ließ sich Jean-Claude Van Damme eine der größten Chancen seiner Karriere durch die Lappen gehen

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels. Dieser Artikel ist in ähnlicher Form zuerst bei unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.

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