Neu im Heimkino: Ein oft vergessener Western mit einem der größten Hollywood-Stars seiner Zeit
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Inszeniert von einem „Rauchende Colts“-Veteranen, knallbunt ausgestattet und reich an warmherzig-aufmüpfiger Doris-Day-Energie: „Das Teufelsweib von Texas“ ist ein ungelenker, aber charmanter Western-Spaß – und nun neu auf Blu-ray erschienen.

Sie trat für Suspense-Meister Alfred Hitchcock vor die Kamera, sang den Evergreen „Que Sera, Sera (Whatever Will Be, Will Be)“ und setzte sich mit Passion für Tierrechte sowie AIDS-Aufklärung ein. Doch es waren ihr unvergleichliches komödiantisches Timing und ihr einzigartiges Gespür, unschuldig wirkende Freundlichkeit mit zielstrebigem Selbstbewusstsein zu vereinen, dem Doris Day ihren Weltruhm zu verdanken hatte:

Jahrelang war Day der größte weibliche Publikumsmagnet Hollywoods – nicht zuletzt dank des immensen Charmes, den sie in ihren Komödien an den Tag legt. Aber während die Komödien üblicherweise in der Gegenwart spielen, glänzte sie 1967 in einem farbenfrohen Clash aus Doris-Day-Warmherzigkeit und Western-Elementen. Diesen Spaß über Emanzipation, Weidegrund und Brandy könnt ihr nun im Heimkino nachholen: Diese Woche ist „Das Teufelsweib von Texas“ auf Blu-ray im Limited Edition Mediabook erschienen!

Neben dem auf 500 Exemplare limitierten Mediabook wurde eine in größerer Stückzahl produzierte Blu-ray in Standardverpackung* veröffentlicht. Diese Editionen stellen die deutsche Blu-ray-Einzelpremiere des oft übersehenen Doris-Day-Titels dar. Zuvor wurde er lediglich als Teil eines 3-Filme-Sets* herausgebracht, das mittlerweile aber nur noch gebraucht erhältlich ist.

Darum geht's in "Das Teufelsweib von Texas"

Wyoming, 1870: Die Witwe Josie Minick (Doris Day), der Leute nachsagen, am Tod ihres dauernd betrunkenen Mannes eine Mitschuld zu tragen, betreibt mit mäßigem Erfolg eine Schafzucht. Als die emanzipierte, fesche Frau aber dank einer smarten Idee Rückenwind erhält und daraufhin in einen Weidekrieg mit einem mächtigen und hitzköpfigen Rinderbaron (George Kennedy) gerät, interessiert sich plötzlich die Frauenbewegung für Josie. Das bauscht den Weidekrieg zu einem derart heißen Politikum auf, dass sogar die geplante Eingliederung Wyomings in den amerikanischen Staatenbund zu scheitern droht...

Für Fans von Doris Day und Westernspäße

„Das Teufelsweib von Texas“ ist als Aufprall der Filmwelten angelegt: Regie führte Andrew V. McLaglen, der sich seine Sporen mit Western-Fernsehserien wie „Rauchende Colts“ und „Die Leute von der Shiloh Ranch“ verdiente, ehe er geradlinige Kino-Western inszenierte. Das Drehbuch übernahm wiederum Harold Swanton, der zum Beispiel zehn Folgen von „Alfred Hitchcock präsentiert“ und elf Episoden der Westernserie „Wagon Train“ verfasste.

Bei „Das Teufelsweib von Texas“ wollten McLaglen und Swanton ihre Genre-Erfahrung damit kombinieren, was das Publikum von Doris-Day-Komödien erwartete. Und genau das wird auch geboten: Die Western-Komödie hat eine liebenswerte Heldin, die ihre resolut für sich einstehende Art hinter einem entwaffnenden Wesen verbirgt leichtfüßige Verbalscharmützel und eine Prise Slapstick inklusive.

Die aus Days größten Klassikern bekannte Zielgenauigkeit, mit dem einem betulichen 1960er-Massenpublikum gesellschaftliche Botschaften unterbreitet wird, konnten McLaglen und Swanton aber nicht vollauf replizieren: Der Film zeigt zwar zugänglich-komisch einen Wettstreit gegen Chauvinisten und sexistische Vorurteile, die zentrale Message wird aber im letzten Drittel durch einige narrative Entscheidungen aufgeweicht.

Day selbst sagte später, dass sie nicht an das Projekt glaubte, sich aber aus Sorge vor einem Imageverlust nicht traute, es lustlos-zügig hinter sich zu bringen. Daher schillert Day mit einer ansteckend-überengagierten Performance, die im Zusammenspiel mit Frank DeVols schmissiger Filmmusik und Jean Louis' fabelhaften Kostümen eine Wonne darstellt – trotz des ungelenken Storytellings.

Kurzum: Wer nie genug von Doris Day kriegen kann oder süchtig nach augenzwinkernden Western ist, kann neckische Freude mit dem „Teufelsweib von Texas“ haben. Day-Neulinge sollten sich hingegen mit einem ihrer besseren Filme an das kulturelle Erbe der Schauspiellegende herantasten. Etwa mit folgendem Komödien-Klassiker:

Mit einem der größten Hollywoodstars seiner Zeit: Dieser Kulthit ist flott und bissig – jetzt gibt's ihn neu im Heimkino

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