Wenn es einen Film gibt, auf den die Adjektive „überlebensgroß“ und „meisterhaft“ zutreffen, dann ist es Francis Ford Coppolas mehrfach Oscar-prämiertes, stilbildendes Mafia-Epos „Der Pate“ (1972). Mit seinem sechsten Spielfilm schlug der Filmemacher eine Brücke zwischen dem klassischen Hollywood-Kino und dem aufziehenden „New Hollywood“ der 1970er.
Auch die brillanten Darstellerdarbietungen der Schauspielgrößen Marlon Brando, Al Pacino und Co. sowie Coppolas Gespür für eine reflektierte Zustandsbeschreibung damaliger US-amerikanischer Gesellschaftsverhältnisse setzten Maßstäbe. Doch beinahe wäre es wohl nie zu diesem immensen Erfolg des Films und seiner alles überstrahlenden popkulturellen Wirkung gekommen. Denn Coppola war zunächst alles andere als interessiert daran, „Der Pate“ zu drehen.
Bahnbrechender Erfolgsroman – doch (zunächst) nicht für Coppola
Der Film basiert auf dem gleichnamigen, 1969 erschienenen Roman des Schriftstellers Mario Puzo. Als man Coppola kurz nach Erscheinen die Verfilmung des 640 Seiten starken Roman-Epos anbot, zeigte sich der damals 30-jährige aufstrebende Jung-Regisseur von der Offerte nicht wirklich angetan. Der Grund: Coppola mochte das Buch nicht. Er bezeichnete es sogar als „ziemlich billigen Kram und irgendwie schäbig“ (via Far Out Magazine). Ein recht hartes Urteil über die wegweisende Familienchronik. Immerhin ist die Rede von einem Roman, der sich bis heute über 20 Millionen Mal verkauft hat und zu den berühmtesten Mafia-Thrillern aller Zeiten zählt.
Es war schließlich Coppolas, gelinde gesagt, „schwierige“ finanzielle Lage, die ihn doch noch umdenken ließ. Nach dem kommerziellen Misserfolg von George Lucas‘ Regiedebüt „THX 1138“, bei dem Coppola als Produzent beteiligt war, benötigte er dringend Geld. Seine Produktionsfirma American Zoetrope stand bei Warner Bros. wegen aus dem Ruder laufender Produktionskosten mit 400 000 Dollar in der Kreide. Und das nutzten die Warner-Studiobosse aus: Coppola war, um seine finanzielle Situation und die seines eigenen Studios zu retten, gewissermaßen gezwungen, den Regie-Job anzunehmen. Er erhielt eine halbe Million Dollar Vorschuss und machte sich sogleich an die Planung des Films, der die Kinogeschichte schließlich für immer verändern sollte.
Doch neben dem finanziellen Aspekt gab es noch einen weiteren Grund, der Coppolas Meinung änderte. Im Zuge der Drehvorbereitungen stand nämlich ein Treffen mit dem Autor der Romanvorlage an – und diese Begegnung mit Puzo hinterließ bei Coppola einen bleibenden Eindruck. Der Regisseur zeigte sich regelrecht überwältigt von der Persönlichkeit des Schriftstellers. „Als ich ihn traf, war er einfach der netteste Mann. Ich mochte und bewunderte ihn sehr“, so Coppola. Diese Zusammenkunft der beiden Meister ihrer Zunft ist ein wunderbarer Beleg dafür, was eine persönliche Begegnung und ein ausführliches Kennenlernen zuvor einander fremder Menschen bei den Beteiligten bewirken können.
Als ebenso prinzipientreuer wie rücksichtsloser Mafia-Patriarch Don Vito Corleone, Oberhaupt der mächtigen New Yorker Corleone-Familie, wurde Marlon Brando unsterblich. Doch die Filmografie der 2004 verstorbenen Schauspiellegende ist nicht nur gespickt mit Meisterwerken, sondern auch mit einigen Flops. Dazu zählt eine Krimi-Komödie von 1990, über die Brando selbst radikal herzog:
"Der größte Reinfall aller Zeiten": "Der Pate"-Ikone Marlon Brando zog gnadenlos über eigenen Gangsterfilm her!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.