Noch ist unklar, ob Netflix wie geplant in rund einem Jahr das Hollywood-Traditionsstudio Warner übernehmen wird. Beide Seiten haben sich zwar geeinigt, doch es sind noch einige rechtliche Hürden zu überwinden – und daneben versucht Konkurrent Paramount das Geschäft noch zu verhindern und die Netflix-Offerte zu überbieten. Doch trotzdem laufen im Hintergrund bereits die Planungen, was Netflix machen wird, sobald man über Warner verfügen kann.
Gerade ließen sich die Netflix-Chefs Greg Peters und Ted Sarandos so öffentlichkeitswirksam fotografieren, wie sie mit Noch-Warner-Boss David Zaslav über das Studiogelände schlendern und sich ihr künftiges Reich anschauen. Dazu gaben beide Firmen bereits gemeinsame Pressemitteilungen raus, in welchen sie über die Vorteile des Deals redeten. Mit NetflixWBtogether.com wurde dazu sogar eine komplette Webseite ins Leben gerufen.
Doch spannend sind auch die Dinge, die im Verborgenen passieren und im Hintergrund vorbereitet werden. Laut einem Hollywood-Insider muss dabei eine Sache Nr. 1 auf der Netflix-Liste sein: J.K. Rowling loszuwerden.
Will Netflix ein "Harry Potter" ohne J.K. Rowling?
In seinem Podcast The Hot Mic erklärt der bestens vernetzte Hollywood-Insider Jeff Sneider, dass er überzeugt ist, was die erste Maßnahme von Netflix nach der erfolgreichen Übernahme sein wird: Man werde „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling ein Angebot machen, um sofort alle Rechte an der Reihe um ihren Zauberlehrling aufzugeben.
Mit der Warner-Übernahme darf Netflix zwar ohnehin in Zukunft als einzige Firma, weitere „Harry Potter“-Filme und Serien machen, doch J.K. Rowling würde immer ein Mitspracherecht besitzen. Sie könnte Projekte verhindern oder in eine ihr genehme Richtung lenken. Zudem dürfte Netflix auch Sorgen haben, dass Rowling mit ihren transfeindlichen Äußerungen, die deutlich im Widerspruch zum Agieren des Streamingdiensts stehen, der sich sehr LGBTQ+-freundlich präsentieren will, die eigene Marke beschädigt.
Es würde zwar wahrscheinlich noch einmal einige Milliarden Dollar kosten (zusätzlich zu den knapp 83 Milliarden Dollar, die man bereits für Warner zahlen muss), doch es dürfte sich langfristig lohnen. Schließlich würden damit dann auch alle Merchandise-Möglichkeiten für „Harry Potter“ an Netflix fallen.
Dass neue Rechteinhaber gerne die volle Kontrolle haben, hat sich in Hollywood bereits oft gezeigt. Disney hat mit dem Kauf von Lucasfilm (und damit „Star Wars“) auch George Lucas direkt komplett ausgezahlt. Als Amazon zuletzt die 007-Rechte übernahm, blieb die langjährige Franchise-Hüterin Barbara Broccoli auch nicht mehr lange an Bord, bevor sie sich ebenfalls auszahlen ließ und ihre Kontrolle aufgab.
Ohne Rowling wären "Harry Potter"-Comebacks möglich
Hollywood-Insider Jeff Sneider erklärt zudem, dass ein „Harry Potter“-Franchise komplett ohne J.K. Rowling Netflix völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Die bisherigen Stars um Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint haben in der Vergangenheit mehr oder weniger deutlich gemacht, dass sie sich aufgrund der Aussagen der Autorin gegenüber Transmenschen nur sehr schwer oder gar nicht eine neuerliche Zusammenarbeit vorstellen können. Ohne Rowling an Bord könnte Netflix die Stars womöglich deutlich einfacher zu einer Rückkehr bringen – und das dürfte ein lohnenswertes Ziel sein.
Sneider ist überzeugt, dass die neue Serie zwar ein Erfolg werden wird, aber am Ende nicht in den Dimensionen der Film unterwegs sein werde. Wenn man wieder das richtige Harry Potter wolle, müsse man auch den richtigen Harry Potter (sprich: Daniel Radcliffe) zurückbringen. Das gehe nur, wenn ein Felsblock (sprich: J.K. Rowling) weggeräumt wird und dies erfolge wiederum mit genug Geld. Und sind wir mal ehrlich: Ein „Harry Potter 8“ mit Radcliffe, Watson und Grint wäre ein garantierter, globaler Super-Hit.
Noch ist nichts bestätigt
Was wir aber zum Ende des Artikels feststellen müssen: Aktuell hält sich Netflix hinsichtlich solcher Pläne komplett bedeckt. Auch Sneider hat keinerlei Aussagen von Quellen, die darauf hindeuten, dass ein solcher Deal nach der Warner-Übernahme folgen wird.
Es ist auch völlig unbekannt, ob es überhaupt eine Summe gibt, für welche J.K. Rowling bereit ist, sich von der „Harry Potter“-Marke zu trennen. Doch Sneider ist sich sicher, dass ein Preis existiert und Netflix den zahlen wird. Seine Erfahrung als Hollywood-Insider seit zwei Jahrzehnten sage ihm daher: „Das ist exakt, was passieren wird!“
Was dagegen schon passiert: Netflix hat einen Sci-Fi-Horrorfilm veröffentlicht, den nicht nur Stephen King feiert. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
Sci-Fi-Horror jetzt neu auf Netflix: Stephen King feiert diesen apokalyptischen Blockbuster