Vor 17 Jahren raubte uns eine der besten Eröffnungsszenen der Kinogeschichte den Atem: 20 Minuten, die man nie wieder vergisst!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Oft ist es das Ende eines Films, das darüber entscheidet, wie sehr er uns im Gedächtnis bleiben wird. Im Falle eines Weltkriegs-Epos von 2009 war es genau andersherum – vor allem die ersten 20 Minuten hat wohl kaum ein Zuschauer je wieder vergessen!

Inglourious Basterds“ war 2009 sowohl kritisch als auch kommerziell ein voller Erfolg: Während die Fachpresse voll des Lobes war für den schwarzhumorigen, geschichtsrevisionistischen Zweiter-Weltkriegs-Thriller, schlug er auch an den Kinokassen voll ein – bei einem Budget von 70 Millionen US-Dollar konnte das in mehrere Episoden untergliederte Epos weltweit 321 Millionen einspielen. Kult-Regisseur Quentin Tarantino hat den Film erst kürzlich als „sein Meisterwerk“ bezeichnet – und ganz besonders die ersten Minuten untermauern diesen Anspruch.

Tarantino gilt bekanntlich als Meister der Dialoge – und mit genau dieser Stärke sorgte er in „Inglourious Basterds“ für eine der eindrucksvollsten Eröffnungsszenen der jüngeren Kinogeschichte. Gleich zu Beginn etabliert er die verhängnisvolle Verbindung zwischen der Jüdin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent) und dem SS-Standartenführer Hans Landa (Christoph Waltz).

Die Kamera fängt zunächst die malerische Landschaft der französischen Provinz ein: Ein Mann hackt Holz, eine Frau hängt Wäsche auf, der Wind bläst sanft durch das sattgrüne Gras vor einem abgelegenen Bauernhaus. Doch schon die Einblendung des Jahres 1941 und der Name des ersten Kapitels – „Es war einmal ... im von Nazis besetzten Frankreich“ – machen klar, dass die Idylle nicht lange währen wird. Schon bald rollt ein Wagen der Wehrmacht heran, Hausherr Perrier LaPadite (Denis Ménochet) empfängt Hans Landa, der sich zuvorkommend gibt, wobei hinter seiner Fassade von Anfang an eine bedrohliche Unruhe lauert. Stück für Stück wird klar, dass die Familie LaPadite jüdische Flüchtlinge versteckt.

Erspielte sich als SS-Standartenführer Hans Landa seinen ersten Oscar: Christoph Waltz Sony Pictures
Erspielte sich als SS-Standartenführer Hans Landa seinen ersten Oscar: Christoph Waltz

Mit einem vertikalen Kameraschwenk offenbart Tarantino die Versteckten unter den Dielen, unter ihnen Shosanna, die als Einzige dem Massaker entkommen wird, auf das die Suspense-Sequenz erbarmungslos zusteuert. Die Zuschauer*innen wissen, dass die Situation eskalieren muss, aber Tarantino zieht die (zunächst „nur“ verbale) Qual in die Länge: Rund 20 Minuten lang verhört Landa seinen unfreiwilligen Gastgeber, und nicht zuletzt die Mischung aus Höflichkeit, Manipulation, Süffisanz und eiskalter Brutalität macht sowohl die Szene als auch die Performance unvergesslich.

Für Christoph Waltz bedeutete dieser Auftritt den internationalen Durchbruch – er erhielt dafür seinen ersten Oscar als Bester Nebendarsteller (nur drei Jahre später konnte er diesen Triumph dank Tarantinos „Django Unchained“ wiederholen). Insgesamt war der Film für acht Academy Awards nominiert, unter anderem als Bester Film und für die Beste Regie.

Auf der US-amerikanischen Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes wiederum stehen Publikum und Presse in seltener Einigkeit nebeneinander – 89 Prozent der Kritiker*innen bzw. 88 Prozent der Zuschauer*innen fanden Gefallen an „Inglourious Basterds“. Dabei ist es vor allem der Einstieg, der sich bis heute tief ins kollektive Filmgedächtnis eingebrannt hat.

Übrigens: Während sich in „Inglourious Basterds“ deutsche Stars wie Til Schweiger und August Diehl tummeln, hatte einer der erfolgreichsten hiesigen Schauspieler keine Lust auf den Film. Um wen es sich handelt, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels. Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.

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