Lange und bissige Dialoge, ein fulminanter Mix aus Gewaltspitzen und Humor sowie dutzende Referenzen an Klassiker des Western- und Kriegsfilms – „Inglourious Basterds“ trägt die typische Handschrift seines Machers Quentin Tarantino. Und doch unterscheidet sich der handwerklich meisterhaft inszenierte Fünfakter nochmal in einem ganz zentralen Punkt von seinen anderen Arbeiten. Denn „Inglourious Basterds“ ist in erster Linie eine hemmungslose Liebeserklärung an das Filmemachen und die Magie filmischen Erzählens, mit Kino als zentralem Motiv.
Schließlich handelt der Film von einer Jüdin, die im von Deutschen besetzten Frankreich mit der Eröffnung eines eigenen Kinos einen Neustart wagt. Und unvergessen bleibt natürlich auch das kompromisslose, „explosive“ Finale – in dem alle hohen Nazitiere, inklusive Adolf Hitler, während der Sichtung ihres eigenen Propaganda-Machwerks „Stolz der Nation“ brutal gegrillt werden. Nicht zuletzt wegen dieser Schonungslosigkeit lieben so viele Film-Fans „Inglourious Basterds“. Selbst die führenden kreativen Köpfe Hollywoods feiern Tarantinos achtfach Oscar nominiertes Meisterstück. Doch was hält dieser eigentlich persönlich von seinem siebten Film?
"Er ist mein bester Film"
Der 62-Jährige wurde im Podcast „The Church of Tarantino“ um ein Ranking seiner Filme gebeten. Was vielen Tarantino-Kennern und Filmliebhabern oft schwerfällt, nämlich die Entscheidung für den absolut besten Tarantino-Film, brachte auch den Meister kurz ins Grübeln. Schließlich ist die Qual der Wahl aus einer Vielzahl an herausragenden Produktionen in diesem Fall das (Luxus-)Problem. Am Ende aber konnte sich Tarantino dazu durchringen, vier seiner Filme hervorzuheben – allen voran „Inglourious Basterds“.
„Inglourious Basterds‘ ist mein bester Film“, sagte Tarantino. „Er ist mein Meisterwerk.“ (mit diesen Worten, ausgesprochen von Brad Pitt, endet übrigens auch der Film selbst!) Besonders stolz sei er auf das von ihm verfasste Skript. Ein Drehbuch, das die Historie im finalen Akt des Zweiten Weltkriegs auf kluge – und gnadenlose – Art umdeutet und eine sich über mehrere Handlungsebenen ausbreitende Rache-Story erzählt.
Die Tatsache, dass Tarantino das satirische Weltkriegs-Epos in dem Gespräch so explizit hervorhebt und erwähnt, beweist, wie sehr der Kultregisseur „Inglourious Basterds“ selbst feiert. Daneben benannte er „Onca upon a Time... in Hollywood“ (2019) als persönlichen Favoriten und bezeichnete seinen Martial-Arts-Action-Zweiteiler „Kill Bill“ als jenen Film, „für den er geboren wurde, um ihn zu schaffen“.
„Inglourious Basterds“ ist bis in die Nebenrollen mit hochkarätigen, internationalen Darstellern besetzt. Darunter etliche bekannte deutsche Schauspieler, von Daniel Brühl über Gedeon Burkhard bis Diane Kruger. Doch ausgerechnet einer der hierzulande populärsten Schauspieler hatte überhaupt kein Interesse an dem Film:
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