Mit der „Twilight“-Saga schwappte der Young-Adult-Hype im Jahr 2008 auch auf die Kino-Leinwand: Die insgesamt fünf Verfilmungen (das Finale kam zweigeteilt in die Kinos) der erfolgreichen Buchreihe von Stephenie Meyer spülten zusammen fast 3,4 Milliarden US-Dollar in die globalen Kinokassen, Kristen Stewart und Robert Pattinson wurden dank der Vampir-Romanze zu Weltstars. Kein Wunder, dass in der Folge zahlreiche Studios versuchten, die Erfolgsformel aus fantastischer Romanze, jugendlicher Identitätssuche und einer bereits existierenden Bestseller-Basis zu kopieren.
Auf diese Weise entstanden Filme wie „Chroniken der Unterwelt – City Of Bones“, „Beastly“ oder „Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe“ – doch aus keinem von ihnen ging tatsächlich das nächste große YA-Franchise hervor. Das gilt auch für „Fallen – Engelsnacht“, einen „Twilight“-Trittbrettfahrer, der im Jahr 2016 in die Kinos kam – und damit eigentlich viel zu spät, um dem bekannten Rezept noch einmal einen echten Hit abzuringen. Zumal im Zuge der „Tribute von Panem“-Reihe eigentlich dystopische Stoffe der herrschende Young-Adult-Trend waren.
Das ist "Fallen – Engelsnacht"
„Fallen – Engelsnacht“ dreht sich um die junge Lucinda „Luce“ Price (Addison Timlin), die nach einem mysteriösen Vorfall in das düstere Internat Sword & Cross geschickt wird. Dort angekommen, fühlt sie sich auf unerklärliche Weise sofort zu dem distanzierten Daniel Grigori (Jeremy Irvine) hingezogen – ohne zu ahnen, dass sie ihn bereits seit Jahrhunderten kennt.
Wie sich herausstellt, ist Daniel ein gefallener Engel, der dazu verdammt ist, Luce in jedem Leben aufs Neue zu lieben, nur um sie kurz darauf wieder zu verlieren. Inmitten eines uralten Krieges zwischen übernatürlichen Mächten muss Luce das Geheimnis ihrer eigenen Identität entschlüsseln, während mit dem charmanten Cam Briel (Harrison Gilbertson) ein weiterer mysteriöser Mitschüler um ihre Gunst buhlt.
Dem von Regie-Routinier Scott Hicks („The Lucky One“) inszenierten Film lag die gleichnamige Buchvorlage von Lauren Kate zugrunde, aus der eine vier Bände und mehrere Spin-offs umfassende Reihe hervorging. Natürlich war der Plan, auch die weiteren Teile zu verfilmen, sollte sich die erste Adaption als Kassenschlager erweisen. Doch dazu kam es bekanntlich nicht: Mit einem weltweiten Einspielergebnis von knapp 3,5 (!) Millionen US-Dollar bei einem Budget von 40 Millionen (Marketingkosten nicht einberechnet) soff „Fallen – Engelsnacht“ am Box Office gnadenlos ab.
Dazu kam ein vernichtendes Echo der Fachpresse: Die US-amerikanische Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes zählt so gerade einmal 7 Prozent an überwiegend positiven Rezensionen. Auch FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen hatte nur einen einzigen kläglichen Stern für „Fallen – Engelsnacht“ übrig und bezeichnete ihn in seiner Kritik als „Emo-Kitsch mit miesen Effekten, hölzernen Darstellern, wirrer Story und einem völlig überhasteten Finale.“
2024 folgte auf den Kino-Flop eine achtteilige TV-Serie
Im Jahr 2024 erhielt die Geschichte dennoch eine zweite Chance. Bei der neuen Adaption mit dem schlichten Titel „Fallen“ handelte es sich um eine zwar englischsprachige, aber in deutsch-schweizerischer Koproduktion entstandene achtteilige TV-Serie mit Jessica Alexander (als Luce) und Gijs Blom (als Daniel) in den Hauptrollen.
Beim Sky-Streamingdienst WOW könnt ihr euch euer eigenes Bild davon machen, ob die Serienumsetzung gelungener ist als der missglückte Kino-Versuch:
Um einen auf ganz andere Art und Weise gescheiterte Young-Adult-Stoff dreht sich der nachfolgende Artikel – denn in diesem Fall war der erste Teil tatsächlich erfolgreich genug, um immerhin zwei Fortsetzungen nach sich zu ziehen. Doch das von vielen Fans erwartete Finale werden wir trotzdem niemals zu sehen bekommen:
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