Ab heute im Kino: Auf diesen Film haben nicht nur Horror-Fans 17 Jahre gewartet – und er macht unfassbar viel Spaß!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Seitdem er nach „Scream“ eine Woche lang nicht schlafen konnte, jagt er diesem Gefühl hinterher – und schaut deshalb so gut wie jeden Horrorfilm.

Sam Raimi ist mit fiesen kleinen Filmen wie „Tanz der Teufel“ („Evil Dead“) berühmt geworden. Aber in den letzten 17 Jahren hat er nur Blockbuster gedreht. Jetzt kehrt er zu seinen Wurzeln zurück – mit einer ebenso launigen wie blutigen Insel-Gaudi!

Seit kurzem gibt es ausgewählte FILMSTARTS-Kritiken auch auf unserem YouTube-Kanal. Wer also lieber launige Videos schau, ist dort genau richtig. Außerdem habt ihr euch womöglich schon mal gefragt, wie eigentlich die Leute hinter den Texten so drauf sind – jetzt könnt ihr einfach nachsehen, zum Beispiel bei unserer Video-Review zu „Send Help“ (Kinostart: 29. Januar):

Aber auch hier möchte ich nicht nur den Hardcore-Horror-Fans unter euch den Genre-Geheimtipp „Send Help“ unbedingt ans Herzen legen – denn so viel Spaß hat man im Kino selten: Linda Liddle (Rachel McAdams) ist das verkannte Genie von Preston Strategic Solutions. Als der neue Chef Bradley (Dylan O’Brien) sie für seinen „Boys Club“ aussortieren will, crasht ihr Privatjet. Gestrandet auf einer Insel wendet sich das Blatt: Survival-Fan Linda übernimmt das Kommando, während der unfähige Erbe kuschen muss. Die neue Machtverteilung gefällt Linda so gut, dass sich irgendwann durchaus die Frage stellt, ob sie überhaupt noch gerettet werden will…

Eine Wildsau zum Verlieben

Spätestens wenn ein besonders arroganter Kollege mittels Krawatte außen am Fenster des abstürzenden Jets hängen bleibt, bis seine Visage nur noch blutiger Brei ist, weiß man: Das wird kein braves Survival-Drama! Linda mutiert nach dem Vorbild des Stephen-King-Klassikers „Misery“ zur „Annie Wilkes der Tropen“. Mit fettigen Haaren und Thunfisch-Resten am Kinn liefert Rachel McAdams die wohl uneitelste Robinson-Crusoe-Variante der Kinogeschichte. Ihr gegenüber steht Dylan O'Brien, der sichtlich Freude daran hat, den instinktlosen Schnösel-Chef zu geben, der hier physisch wie psychisch ordentlich Federn lassen muss. Besonders eine (für männliche Zuschauer extrem schmerzhafte) Szene lässt das Publikum kollektiv durch die Finger in Richtung Leinwand starren.

Dass die CGI-Wildsau nicht ganz echt aussieht? Geschenkt! Der Speerkampf bekommt trotzdem Szenenapplaus. Sam Raimi (zuletzt: „Doctor Strange And The Multiverse Of Madness“) zieht die Eskalationsspirale lustvoll und ohne Netz an. Zwar hätten es keine 112 Minuten sein müssen, um den Punkt zu machen, aber nach 17 Jahren Abstinenz darf sich der Altmeister des gepflegten Ekels auf dieser Insel ruhig mal so richtig austoben. „Send Help“ ist kein Oscar-Kandidat, sondern eine geradlinige, herrlich gemeine Genre-Perle, die toxische Männlichkeit kurzerhand in den Häcksler wirft – uns seine psychopathische „Heldin“ genussvoll von der Leine lässt.

Das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zu „Send Help“ (starke 4 Sterne) lautet deshalb auch: „Auf dieser einsamen Insel herrscht eine größere Gaudi als am Ballermann – jedenfalls wenn man seinen Humor nicht nur eiskalt, sondern gern auch dunkelschwarz und extrafies serviert bekommt!

Und hier gibt’s den aktuellen Kinotrailer zu „Send Help“:

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